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Breitenthal

06.06.2016

Beeindruckend war das Böllerschießen

Schweres Geschütz zieht sich auf dem Wägelchen leichter. Ganz kreativ transportierten die Böllerschützen mitunter ihre Waffen.
Bild: Alois Thoma

750 Schützen feuerten in Breitenthal zum Geburtstag  des Schützenvereins Salven in Formationen ab.

Selbst die ältere Generation im Schützenverein Breitenthal kann versichern: so etwas hat man im Günztal noch nicht gesehen – und erst recht nicht gehört. Imposant das Bild das sich den Zuschauern bot, als im Rahmen des 12. Schwäbischen Böllerschützentreffens rund 750 Böllerschützen unterhalb der Grotte zum Böllerschießen in mehreren Reihen Aufstellung genommen hatten.

Ausgestattet mit Hand- und Schaftböllern, Standböllern und 40 Kanonen, warteten die Schützen in ihren schmucken Trachten auf das Kommando für ein Szenario, das vor allem im Osten Bayerns Tradition hat, mittlerweile aber auch vermehrt im Schwabenland auf Interesse stößt.

Böllerschützen Achtung! Laden zum Reihenfeuer – gemeinsames Verdämmen (hier wird das Pulver im Schaft verdichtet und mit einem Korken verschlossen), Zündhütchen setzen – spannt den Hahn – Böller hoch – gebt Feuer! Auf exakten Befehl folgt exakte Durchführung. Fünf Varianten des Schießablaufes werden durchgeführt, wobei der Abschluss-Salut, den die Schützen ihrem Patron, dem Heiligen Sebastian, widmen, der Lautstärkste ist, weil hier alle Akteure gleichzeitig den Böller auslösen. Mehrfach hallt das Echo – wie schon bei den Aktionen zuvor – im Günztal nach.

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„Konnte Jesus schießen?“, fragte der Pfarrer  

Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläums war gestern der Festgottesdienst im Zelt. „Konnte Jesus schießen? Diese Frage stellte Pfarrer Klaus Bucher an den Anfang seiner Predigt. „Nein“, lautete die eine Antwort, weil es damals noch keine Feuerwaffen gab. „Ja“ lautete die andere. Dann nämlich, wenn man ein Bild im barocken Festsaal der Benediktinerabtei in Ottobeuren betrachtet. Hier ist Christus als Jäger dargestellt, der mit dem Gewehr verschiedene Tiere anvisiert. Mit dem Drachen, bekämpfe er zum Beispiel den Teufel, mit dem Krokodil die niedrigen Beweggründe, erläuterte der Geistliche die Szene. Christus wolle uns zu Mut und Tapferkeit im Glauben auffordern, wenn er aus vollem Rohr schießt. Wer mit ihm in Glaube, Hoffnung und Liebe das Ziel anvisiere, der erreiche es auch, nämlich den Himmel.

Das Ziel, den Gästen gute musikalische Kost zu bieten, hat der Jubiläumsverein erreicht. Dazu beigetragen haben die Jugendkapelle Tafertshofen-Ebershausen-Nattenhausen, die Musikkapelle Breitenthal und Original Fahlheimer Rentnerband, die feierliche Akte (Gottesdienst) oder gesellige Programmteile (Frühschoppen, Böllerschützentreffen und Siegerehrung) umrahmten. Oder die Musikkapellen Ziemetshausen und Bubenhausen, die sich beim Blasmusik-Cup am Samstagabend gegenseitig hoch- schaukelten und zu Höchstform aufliefen.

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