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17.03.2015

Begegnung mit Flüchtlingen

Gemeinde und Pfarrei setzen ein Zeichenin Ziemetshausen

Marktgemeinde und Pfarrei St. Peter und Paul organisierten einen Begegnungsnachmittag mit Asylbewerbern. Volker Zwick, Integrationsbeauftragter in Ziemetshausen berichtete vom Schicksal der sechsköpfigen syrischen Familie in Ziemetshausen, die zunächst getrennt war – Ehemann und Sohn landeten nach ihrer Ankunft in Deutschland in Dormagen bei Düsseldorf – die dann doch gemeinsam durch Zufall eine angemessene Wohnung in Krumbach bei einer mitfühlenden Familie finden konnte. Zwick dankte allen freiwilligen Helfern am Ort.

Rainer Eisele, Besitzer des „Asylantenhauses“ in Ziemetshausen, schilderte seine Erfahrungen mit den Neubürgern. So sprach er von unzähligen Behördenbesuchen, von Unterstützung der Asylbewerber für erhaltene Schreiben oder Formulare, aber auch von Ausfahrten und Ausflügen, die er und seine Eltern freiwillig mit den ausländischen Bewohnern unternommen haben. Auch gelang es, den einen oder anderen in den Sportverein zu integrieren.

Die Bewohner des Asylantenhauses stellten sich dann den Besuchern vor. Unter anderem schilderte Hassan aus der Provinz Pandschab in Pakistan, schon seit Oktober 2013 Neubürger an der Zusam, die Beweggründe für seine Flucht aus der pakistanischen Heimat. So wurde er, der zu Hause IT-Wissenschaft studiert hat, nach einem Besuch in einem Fitnessstudio überfallen und mit Säure überschüttet. Die Angriffe auf ihn wiederholten sich, sodass er, um sein Leben zu retten, gezwungen war, zu flüchten und letztlich in Deutschland Unterschlupf zu finden. Voll Freude berichtet er, dass er noch diesen Monat eine Arbeitsstelle in einem Fastfood-Restaurant in Krumbach antreten kann.

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Ihren Schützling Amin aus Afghanistan stellte die pensionierte Grundschullehrerin Luitgard Weiß vor, der als totaler Analphabet hier ankam und zwischenzeitlich schon einige Worte in Deutsch sprechen kann.

Bürgermeister Anton Birle dankte all denen, die sich der Asylbewerber angenommen haben. Ein besonderes Verdienst sei dies zuvorderst von Familie Eisele, die den ausländischen Bewohnern in ihrem Haus weit mehr als nur Unterkunft biete. „Ein Prozent Asylbewerber bei insgesamt etwa 3000 Einwohnern der Marktgemeinde sollten locker beherrschbar sein“, so Birle und erinnerte dabei an die Jahre 1945/46, als weit mehr als 300 Kriegsflüchtlinge den Einwohnerstand von Ziemetshausen um mehr als ein Viertel anhoben. (vop)

Auf einer Liste können sich Interessenten zur Betreuung von Asylanten eintragen oder können auch ehrenamtliche Patenschaften angemeldet werden. Näheres dazu bei Volker Zwick, Telefon 08284/92988.

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