Newsticker

Putin: Weltweit erster Corona-Impfstoff in Russland zugelassen
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Die Sanierung der Kegelbahn in Balzhausen liegt auf Eis

Balzhausen

31.07.2020

Die Sanierung der Kegelbahn in Balzhausen liegt auf Eis

Mit 90000 Euro Kosten veranschlagt ist die Sanierung der Kegelbahn beim ehemaligen Gasthaus Krone, jetzt Bürgerhaus der Gemeinde Balzhausen. Die Räte beschlossen, das Vorhaben erst einmal zurückzustellen.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Plus Eigentlich wollte die Gemeinde die alte Kegelbahn beim ehemaligen Gasthaus Krone in Balzhausen sanieren. Scheitert das Vorhaben am Denkmalschutz?

Historische Gebäude können eine Gemeinde schmücken. Sie kosten aber in der Regel auch sehr viel Geld. Dass man da genau nachdenkt, ob man das Geld investiert, ist klar. So ging es nun auch der Gemeinde Balzhausen mit der alten Kegelbahn beim ehemaligen Gasthaus Krone.

In der Denkmaltopografie Landkreis Günzburg aus dem Jahr 2004 findet sich am Ende des Absatzes über das ehemalige Gasthaus die lapidare Bemerkung: „An der südöstlichen Grundstücksgrenze eine Kegelbahn in Holzlattenkonstruktion“. Diese Bemerkung in dem für Fragen des Denkmalschutzes maßgeblichen Buch sorgte in der jüngsten Sitzung für Verunsicherung bei den Gemeinderäten, bedeutet sie doch, dass die Kegelbahn denkmalgeschützt ist. Erschwert und verteuert diese Tatsache eine künftige Instandsetzung und Nutzung des Gebäudes?

Sanierung der Kegelbahn würde Balzhausen rund 90.000 Euro kosten

Bürgermeister Daniel Mayer informierte die Räte darüber, dass auf der Grundlage bisheriger Beschlüsse eine Bauzustandserfassung durchgeführt wurde und auch geprüft worden sei, ob es für eine Sanierung und Umnutzung der Kegelbahn Fördermittel gebe. Bauamtsleiter Stephan Martens-Weh klärte, warum die Kegelbahn denkmalgeschützt sei und nannte das Gebäude eine schöne, erhaltenswerte Immobilie. Wolle man die Kegelbahn sanieren und für eine künftige Nutzung herrichten, müsste die Gemeinde gemäß der Schätzung von Hartinger Consult mit Kosten von 90.000 Euro rechnen.

Die Sanierung der Kegelbahn in Balzhausen liegt auf Eis

Wird die Sanierung und Umnutzung der Kegelbahn dadurch verteuert, dass sie als denkmalgeschützt gilt? Muss die Gemeinde aktiv werden, um das Denkmal zu erhalten? Sind Eigenleistungen bei der Renovierung eines denkmalgeschützten Objektes erlaubt? Wenn die Kegelbahn denkmalgeschützt sei, warum durfte man den Eiskeller abreißen?

Die über 100 Jahre alte Kegelbahn beim Bürgerhaus in Balzhausen sorgte einmal mehr für Interessenkonflikte im Gemeinderat. Nun soll ein Ingenieur-Büro die Standsicherheit überprüfen.

Künftige Nutzung der Kegelbahn in Balzhausen ist noch unklar

Stephan Martens-Weh bemühte sich, die Fragen zu beantworten und die Sorgen der Räte zu dämpfen. Er berichtete von guten Erfahrungen mit dem Denkmalschutz. Normalerweise seien die für den Denkmalschutz Zuständigen sehr kooperativ, wenn es darum gehe, für die Umnutzung eines Gebäudes Lösungen zu finden und die Kosten im Rahmen zu halten. Einen Zwang, zeitnah aktiv zu werden, sah Martens-Weh nicht. Die Standsicherheit sei aktuell gegeben und die Aufgabe, ein denkmalgeschütztes Gebäude zu erhalten, werde nicht unabhängig von der finanziellen Situation der Gemeinde eingefordert.

Ohnehin müsste erst geklärt werden, wofür die Kegelbahn saniert und hergerichtet werden solle. Michaela Leinweber erklärte hierzu, eine künftige Nutzung sei noch unklar, Anfragen bei den Bürgern hätten zu verschiedenen Ergebnissen geführt. Manuel Schanda ergänzte, die auf den ersten Blick attraktive Idee, die Kegelbahn für einen Weihnachtsmarkt zu nutzen, wäre zwar schön, stünde aber in keinem sinnvollen Verhältnis zur Kostenschätzung.

Gemeinderat Balzhausen legt Sanierung auf Eis

Einstimmig folgte der Gemeinderat dem Vorschlag von Bürgermeister Daniel Mayer, die Angelegenheit erst einmal nicht weiter zu verfolgen. Durch die Kostensteigerungen beim Bürgerhaus und die finanziellen Unwägbarkeiten infolge der Corona-Krise sei es derzeit nicht zu vertreten, Geld für eine Maßnahme in die Hand zu nehmen, die nicht zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde gehöre, meinte Mayer.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren