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Ebershausen

27.11.2020

Ebershausen will Erhalt des Kindergartens St. Martin sichern

Einen eindeutigen Entschluss zur Erhaltung und Erweiterung des Kindergartens St. Martin in Ebershausen fasste der Gemeinderat in seiner Sitzung. Unser Bild zeigt die alte Schule, in deren Räumen gegenwärtig 27 Kinder betreut werden.
Foto: Werner Glogger

Plus Ebershausen will mit Verbesserungsmaßnahmen den Erhalt der Einrichtung sichern. Krippenplätze fehlen ebenso wie Räume für Personal und Elterngespräch. Auch eine Küche gibt es nicht.

Eingehend befasste sich der Gemeinderat Ebershausen in seiner jüngsten Sitzung im Saal des Gasthauses Albrecht mit der gegenwärtigen Situation des Kindergartens St. Martin.

Bürgermeister Harald Lenz informierte das Gremium, dass bereits im Juli 2018 der damalige Bürgermeister Herbert Kubicek den Gemeinderat über das fehlende Angebot von Kinderkrippenplätzen hinwies, man sei hier auf die Mithilfe anderer Kommunen angewiesen. Bestätigt wurde die Situation am Ende des Jahres durch die Berechnungen des „Hildesheimer Modells“, worauf die Kindergartenleitung Barbara Dworak beim Landratsamt Günzburg nachfragte, ob und wie viele weiteren Kinder im Kindergarten St. Martin aufgenommen werden könnten, nachdem der Betrieb an seine Grenzen stößt. Das Vorweisen von zwei Gruppen wurde vom Landratsamt aus pädagogischer und qualitativer Sicht empfohlen. Weiter schlug die zuständige Fachstelle vor, einen Nutzungsänderungsantrag an das Bauamt im Landratsamt zu stellen, sowie Zustimmungen für die Konzeption einzuholen. Die später erfolgte Begehung der Räume mit Besprechung der Betriebserlaubnis ergab, dass ein Personalraum, eine Küche und ein Elternbereich in dem Gebäude fehlen.

Diskutiert wurde das Raumprogramm für eine Kindergartengruppe plus Kinderkrippengruppe und die sich anbahnende Situation, die sich ab dem Jahr 2025 ergeben wird, denn ab diesem Zeitpunkt wäre eine Mittagsverpflegung im Angebot des Kindergartens zeitgerecht. Um die Berechnungen des „Hildesheimer Modells“ und die damit verbundenen Prognosen zur Kindertagesbetreuung verständlich zu machen, erläuterten Ruth Schaut und Merle Kuhnert von der Fachstelle „Amt für Kinder Jugend und Familie“ beim Landratsamt Günzburg mittels Bildpräsentation die einzelnen Punkte.

Ebershausen: Kleinste Gemeinde im Landkreis Günzburg hat 27 Kinder im Kindergarten

So basieren die Berechnungen auf Einwohnermeldedaten, Wahrscheinlichkeitsberechnungen, sowie qualitativen und pädagogischen Empfehlungen. Auch hier gilt, dass sich die Zahlen der tatsächlichen Situation nur annähern und nie den exakten Zustand vorhersagen können. Zusammenfassend ergeben die Einwohnermeldedaten, die Erfahrungen vor Ort, das „Hildesheimer Modell“, örtliche Rahmenbedingungen und Elternbefragungen die Bedarfsfeststellung durch die Gemeinde, erklärte Ruth Schaub. In der Bevölkerungsprognose ergibt sich für Ebershausen von 2017 bis 2019 ein negativer Wanderungssaldo (Messgröße in der Demografie bei der Zu- und Abwanderung) zeigen die Aufzeichnungen. Trotzdem sei die Belegung des Kindergartens mit 27 Kindern für die kleinste Gemeinde im Landkreis Günzburg recht beachtlich. Der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder von null bis drei Jahren wird weiter steigen. Krippenplätze seien deshalb wichtig, denn die Kleinkinder besuchen später den Kindergarten, zumal die „Opa/Oma-Betreuung“ oftmals nicht möglich sei, führte Kindergartenleiterin Dworak aus. Man müsse alles daran setzen, den gegenwärtigen Stand nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen, war die einhellige Meinung der Ratsmitglieder in der anschließenden Diskussion.

Bezüglich der Leitung sei der Kindergarten St. Martin ein Aushängeschild für Ebershausen, aber das Gebäude sei nun mal in die Jahre gekommen und man brauche nun ein Gesamtkonzept, so ein Redebeitrag. In erster Linie müssten die räumlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Für eine Erweiterung im bisherigen Gebäude, in dem sich auch das Sitzungszimmer und eine Mietwohnung befinden, reiche der Platz nicht aus, ergab eine Ortsbesichtigung mit den Fachleuten. Zudem erscheint ein kindergartengerechter Umbau der „Alten Schule“ bei laufendem Betrieb nur schwer realisierbar. Zu überlegen wäre eventuell ein Anbau oder Neubau, wobei weitere Belange berücksichtigt werden könnten.

„Der Kindergarten in der Gemeinde wird von der Verwaltung als wichtige Einrichtung gesehen. Für die gemeindliche Entwicklung ist er ein wichtiger Baustein“, zitierte Bürgermeister Lenz diese Feststellung. Bei den Möglichkeiten, die vor Ort zu prüfen wären, komme auch ein weiteres Baugebiet zur Ansiedlung junger Familien in Betracht, das den Bedarf wieder erhöhen könnte. Letztlich folgten die Ratsmitglieder dem Beschlussvorschlag, „Der Gemeinderat Ebershausen bekennt sich dazu, seinen eigenen Kindergarten zu erhalten und eine Krippengruppe zu etablieren. Bürgermeister Lenz und die Verwaltung werden beauftragt, die Möglichkeiten zu prüfen“. Das Votum war einstimmig.

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