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Krumbach

29.11.2019

Evangelische Kirche ohne Strom: Wie es in Krumbach dort weitergeht

Die Evangeliumskirche in Krumbach macht von außen keinen all zu schlechten Eindruck. Doch im Inneren sind erhebliche technische Mängel. Eine Notbeleuchtung geht derzeit nur über ein externes Kabel, dass an der Straße angeschlossen wird. Auch das Dach und die Fassade müssen saniert werden. Die Gottesdienste weichen unter anderem ins benachbarte Gemeindehaus (links) aus. 
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Die Evangeliumskirche in Krumbach macht von außen keinen all zu schlechten Eindruck. Doch im Inneren sind erhebliche technische Mängel. Eine Notbeleuchtung geht derzeit nur über ein externes Kabel, dass an der Straße angeschlossen wird. Auch das Dach und die Fassade müssen saniert werden. Die Gottesdienste weichen unter anderem ins benachbarte Gemeindehaus (links) aus. 

Plus Die Krumbacher Evangeliumskirche in der Jochnerstraße wird für knapp eine halbe Million Euro renoviert. Auch für den Neubau des Kindergartens gibt es Pläne.

Ein Gotteshaus in Krumbach ohne Strom? Das soll sich nun ändern. Die Evangeliumskirche in der Jochnerstraße soll für fast eine halbe Million Euro saniert werden. Denn das Gebäude aus dem Jahr 1930 hat erhebliche Mängel und ist deshalb seit dem Neujahr 2018 geschlossen. Nur noch in Ausnahmefällen können mit Genehmigung des Landratsamts Gottesdienste in der Evangeliumskirche durchgeführt werden – nämlich dann, wenn die nötigsten Elektrogeräte über ein externes, an der Straße angeschlossenes Kabel mit Strom versorgt werden.

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Elektriker weigern sich, Reparaturen an den Lampen vorzunehmen

Pfarrer Eugen Ritter hat die anstehende Kirchensanierung initiiert. „So kann es nicht mehr bleiben.“ Vor etwa drei Jahren ist der evangelische Pfarrer nach Krumbach gekommen und übernahm die Leitung der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Er habe die Evangeliumskirche in einem technisch schlechten Zustand vorgefunden. Als der heute 59-Jährige feststellte, dass diverse Lichtstrahler nicht funktionierten, habe er einen Elektriker kommen lassen. Dann folgte die Ernüchterung.

„In der Kirche gibt es keinen FI-Schutzschalter, die Elektriker weigerten sich, Reparaturen an den Lampen vorzunehmen.“ Bei einem grundlegenden sogenannten E-Check sei herausgekommen, dass die Elektrik der Kirche komplett ausgetauscht werden müsse und nicht mehr verwendet werden dürfe (wir berichteten). Ein Gutachter stellte zudem bauliche Mängel fest. So sind der Glockenturm und das Dach marode. Auf der Nordseite liegt der Putz großflächig hohl, im Sockelbereich wurde aufsteigende Feuchtigkeit festgestellt, erklärt Pfarrer Ritter.

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Die Gesamtkosten der Renovierung belaufen sich auf 448000 Euro. Die Kirchengemeinde trägt 150 000 Euro. Das Geld ist durch Rücklagen finanziert. Den Restbetrag wird die Evangelische Landeskirche tragen, hinzu kommen diverse Spenden. Im ersten Bauabschnitt, der etwa ein Drittel der Gesamtkosten verschlingt, werden die Elektrik im Innenbereich erneuert, die Wände gestrichen und die Dachrinne ausgebessert. „Wir wollen im Herbst 2020 fertig sein, damit wir die Kirche wieder nutzen können.“

Der Außenbereich der Krumbacher Evangeliumskirche wird im zweiten Bauabschnitt renoviert

Anschließend soll der zweite, teuerere Bauabschnitt beginnen – die Generalsanierung des Außenbereichs. Dann werden das Dach neu gedeckt, der Putz erneuert und der Glockenstuhl renoviert. Die Gemeinde überlegt, welche Arbeiten sie in Eigenleistung tätigen kann, um die Kosten zu senken.

Der Krumbacher Pfarrer der evangelischen Gemeinde, Eugen Ritter.
Bild: Oliver Wolff

In der Kirchengemeinde mit etwa 1700 Mitgliedern sind laut Ritter etwa 60 regelmäßige Kirchengänger. Die Evangeliumskirche hat ein Fassungsvermögen von bis zu 300 Besuchern. Da derzeit diese Kapazität fehlt, weicht die Gemeinde aus – bei kleineren Gottesdiensten in das Gemeindehaus, bei größeren in die Apostelkirche. Die Kirchensanierung wird nicht die letzte Sanierungs- beziehungsweise Baumaßnahme sein der Gemeinde sein.

Derzeit laufen die Planungen für einen zweistöckigen Neubau des an der Evangeliumskirche benachbarten Kindergartens. Vier Gruppen à 25 Betreuungsplätze sollen einmal entstehen. Die Baukosten werden nach derzeitigem Stand auf etwa 3,5 Millionen Euro geschätzt. Pfarrer Ritter rechnet mit der Fertigstellung bis Ende 2022. Bereits heute hat der Kindergarten seine Kapazitätsgrenze erreicht. Eine dritte Gruppe wurde zuletzt in den Kellerräumen des benachbarten Gemeindehauses eingerichtet. „Krumbach wächst, wir brauchen mehr Kindergartenplätze“, sagt Pfarrer Eugen Ritter.

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