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Landkreis Günzburg

10.02.2015

Fasching in der Arbeit: Das müssen Sie beachten

Polonaise im Büro: Das kann in bestimmten Fällen als Betriebsfeier gelten.
Bild: Picture-Factory/Fotolia.com

Verkleidung im Verkauf, Alkohol im Job, Feier im Betrieb: Die IHK weist auf arbeitsrechtliche Besonderheiten in der närrischen Zeit hin.

Im Fasching muss der Chef doch Verständnis dafür haben, dass an Arbeit nicht zu denken ist – oder etwa nicht? Naja, ganz so einfach ist das nicht. Deshalb weist das Regionalbüro Günzburg der Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK) aus arbeitsrechtliche Besonderheiten hin, die in der närrischen Zeit auftauchen können.

Anita Christl, Fachberaterin für Arbeitsrecht, warnt: „Wer an den tollen Tagen nicht in der Arbeit erscheint, kann mit dem Arbeitgeber großen Ärger bekommen. Das Arbeitsrecht wird an den närrischen Tagen nicht außer Kraft gesetzt. Deshalb gilt für jeden Arbeitnehmer, pünktlich und ohne Rest-Alkohol bei der Arbeit zu erscheinen.“

Wer ausgiebig feiern wolle, der müsse entweder Urlaub beantragen oder einen Gleittag mit dem Chef beantragen, wenn es ein Gleitzeitkonto gibt. Sie betont auch, dass der Faschingsdienstag kein gesetzlicher Feiertag sei. Vorsicht geboten ist auch, wenn in der Gastronomie oder im Verkauf gewünscht ist, dass die Mitarbeiter Faschingshütchen oder Masken tragen. Die Expertin betont: „Hier muss der Mitarbeiter selbst und der Vorgesetzte darauf achten, dass die jeweiligen Sicherheits- und Hygienebestimmungen auch mit Faschingskostüm eingehalten werden.“

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Bei Faschingsfeiern im Betrieb müssen vor allem die Aspekte des gesetzlichen Unfallversicherungsschutzes beachtet werden. Das heißt: „Wenn eine Faschingsfete als Betriebsfeier gelten soll und damit unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt, muss es sich um eine betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung handeln, die vom Arbeitsgeber selbst oder in seinem Auftrag beispielsweise vom Betriebsrat organisiert wird“, erklärt Christl. Das Programm müsse die ganze Belegschaft ansprechen – mit dem Ziel, die Kollegialität und betriebliche Verbundenheit zu fördern.

Wenn nicht der ganze Betrieb sondern nur eine Abteilung feiern möchte, dann gelte die Feier ebenfalls als Betriebsfeier, wenn alle Beschäftigten der Abteilung eingeladen sind. Nach Veranstaltungsende gelte der gesetzliche Versicherungsschutz dann auch auf dem Nachhauseweg, sagt die Expertin – außer bei Unfällen, die infolge übermäßigen Alkoholkonsums entstehen. (zg)

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