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Corona

06.05.2020

Hilferuf aus Afrika erreicht Mittelschwaben

Im Niger trifft Corona die Ärmsten. Die Niger-Partnerschaft Ursberg unterstützt dort Menschen mit Behinderung.
Bild: Sylvia Mayer

Die Niger-Partnerschaft unterstützt Menschen mit Behinderung und steht jetzt vor großen Herausforderungen

Die Niger-Partnerschaft Ursberg unterstützt Menschen mit Behinderung in Niger und sieht sich nun vor großen Herausforderungen durch Corona. Schon im März kam der erste Hilferuf an die Niger-Partnerschaft Ursberg aus der nigrischen Stadt Maradi, in der der Verein ein Ausbildungszentrum für Menschen mit Behinderungen und eine kleine integrative Schule unterstützt. Anfang April ereilte den Verein dann eine zweite dringende Bitte um Hilfe aus der Stadt Zinder, in der ebenfalls ein Ausbildungszentrum für Menschen mit Behinderung und eine kleine Blindenschule gefördert werden.

Durch die Schließung der Schulen und Ausbildungsstätten stehen die Familien vor einem Desaster, fällt doch für die Kinder dort die tägliche warme Schulmahlzeit weg. Es fehlt allüberall an Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln.

Ohne Unterstützung bliebe den Familien nichts übrig als in den dicht gedrängten Märkten um Almosen zu betteln, damit sie sich und ihre Kinder ernähren können. Für den Verein war sofort klar, dass sich, wenn nicht sofort reagiert wird, die Lage dramatisch zuspitzt. Spontan wurden 5000 Euro an die Partnerorganisationen in Niger überwiesen, um unter anderem Nahrungsmittel, Seifen und Stoffe für Masken für 150 Familien anschaffen zu können.

Dies ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein und reicht nur für kurze Zeit. Der erst vor einem Jahr gegründete Verein ist auf Spendengelder angewiesen, um weitere Hilfen leisten zu können. Denn wie im übrigen Afrika bahnt sich auch in Niger aufgrund von Covid-19 eine Katastrophe an, deren Ausmaß das Vorstellungsvermögen jedes Europäers übersteigen dürfte.

Niger liegt im HDI (Human Development Index)-Ranking seit Jahren auf dem letzten Platz (189), im Vergleich Deutschland auf dem 5. Platz. Im Moment liegt die Tagestemperatur dort bei 42-45 Grad. Durch die Hitze und Trockenheit kommt es zu Nahrungsengpässen. Im Juni/Juli beginnt die Regenzeit, die viele Malaria-Erkrankungen mit sich bringt. Nicht jedes Dorf hat einen eigenen Brunnen, und in den Städten hat nicht jedes Haus einen Wasseranschluss. Es gibt Viertel, in denen sich die Menschen von einem Brunnen das Wasser mit Kanistern nach Hause holen müssen. Viele müssen sich täglich neu nach irgendwelchen Einnahmequellen umschauen, damit sie sich und ihre Familien ernähren können.

Die Lage verschlimmert sich weiter

Durch die Pandemie wird die Lage zusehends verschlimmert. Neben den offiziellen Zahlen erfährt die Niger-Partnerschaft Ursberg direkt von ihren Partnern vor Ort, wie sich die aktuelle Situation entwickelt und wo die Probleme liegen. So sind in Niger ca. 25 Prozent der wenigen möglichen Tests positiv. Stand 21. April waren von insgesamt 2568 Tests 657 Menschen positiv, davon sind 20 verstorben und 511 sind in Behandlung. Die Dunkelziffer liegt weit darüber, wie die Niger-Partnerschaft durch ihre Kontakte in die beiden nigrischen Städte weiß.

Schon nach dem ersten positiven Test im März hat die nigrische Regierung umgehend reagiert und die internationalen Flughäfen, Schulen und Ausbildungszentren geschlossen, eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, Versammlungen verboten und teilweise Märkte geschlossen. Ein paar Tage später wurde die Hauptstadt Niamey abgeriegelt, da sich hier bis dahin die höchste Konzentration an positiv Getesteten befand. Nur mit Sondererlaubnis darf die Stadt verlassen oder in die Stadt gereist werden.

Seit einiger Zeit gibt es auch Mund-Nasen-Schutz-Pflicht (Masken, Schal, Hiab oder Turban) und das wohlgemerkt bei über 42 Grad.

Gerade Menschen mit Behinderung sind in dieser Situation mehr den je auf Unterstützung angewiesen. Wer mithelfen möchte, diese Not zu lindern, kann unter dem Motto Covid-19 eine Spende auf das Konto Niger-Partnerschaft Ursberg e.V., IBAN: DE 71 72069119 0000 0662 22, BIC: GENODEF1ICH Raiffeisenbank Ichenhausen überweisen. Die Mittel kommen ohne jegliche Verwaltungskosten direkt in Niger an, wo jeder Euro einen vielfach höheren Wert als in Europa hat. Beispielsweise kann sich eine Familie für 50 Euro einen Monat lang ernähren. (pm)

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