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Klage wegen Unfall bei Seifenkistenrennen: Veranstalter haben es eh schon schwer

Klage wegen Unfall bei Seifenkistenrennen: Veranstalter haben es eh schon schwer
Kommentar Von Alexander Sing
26.06.2020

Plus Auch wenn die Stadt Thannhausen wohl den Rechtsstreit wegen des Unfalls beim Seifenkistenrennen gewinnt: Die Verlierer sind alle. Veranstalter haben es eh schon schwer.

Wer schon einmal eine größere Veranstaltung organisiert hat, der weiß um die vielen Auflagen, die zu erfüllen sind. Um die Sicherheitsvorschriften, die zu beachten sind. Und trotz aller Vorkehrungen kann doch immer etwas passieren. Und schon ist sie da, die große Angst eines jeden Veranstalters, egal ob Privatmann, Verein oder Kommune: Die Angst, dass eine Klage ins Haus flattert. In dieser Situation sah sich vor zwei Jahren auch die Stadt Thannhausen.

Was zunächst wie ein vergleichsweise harmloser Zwischenfall aussah, beschäftigt bis heute die Justiz. Und es zeigt, dass man vermeintlich alles richtig machen, und hinterher doch Ärger bekommen kann. Zum Glück sieht auch das oberste Gericht in Bayern es so, dass die Thannhauser bei ihrem Rennen alles Nötige für die Sicherheit der Zuschauer getan haben. Der Vorfall wird wohl keine finanziellen Konsequenzen haben.

Es wird wohl kein Seifenkistenrennen in Thannhausen mehr geben

Wohl aber wird er Folgen für die Zukunft der Veranstaltung haben. Bürgermeister Held schreckt davor zurück, eine Neuauflage des Rennens anzugehen. Das ist nur allzu verständlich. Gebranntes Kind scheut das Feuer. Dass nun wohl zugunsten der Stadt geurteilt wird, ist eine Einzelfallentscheidung. Sollte wieder etwas passieren, liegen neue Karten auf dem Tisch.

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Die Kosten, die Veranstalter für Sicherheitskonzepte und sonstige Auflagen tragen müssen, steigen seit Jahren. Immer mehr fragen sich da, ob es sich überhaupt noch lohnt, etwas für die Menschen auf die Beine zu stellen. Zumal ein Großteil der Arbeit ehrenamtlich geleistet wird. Fälle wie der vom Thannhauser Seifenkistenrennen helfen da nicht weiter. Das ist kein Vorwurf an den Kläger. Schadenersatz zu fordern, ist sein gutes Recht. Doch wer einfach nur etwas auf die Beine stellen will, damit andere ihren Spaß dabei haben, der sollte Unterstützung bekommen, wenn es Schwierigkeiten gibt. Und sei es nur ein Zuspruch aus der Bevölkerung. Sonst gibt er auf.

Lesen Sie dazu auch:

Seifenkistenrennen: Wie es zum Rechtsstreit kam und wie es mit dem Rennen weitergeht

Klage nach Unfall bei Seifenkistenrennen: So lief die Verhandlung

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