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Thannhausen

28.11.2017

Krippen und Märchen in der Stadionkapelle

Der Heimatverein Thannhausen eröffnete seine traditionelle Krippenausstellung in der Stadionkapelle. Zu den Exponaten gehören in diesem Jahr auch drei großformatige Szenen aus dem Märchen „Der Wunschvogel“.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Heimatverein Thannhausen zeigt Außergewöhnliches in ungewöhnlicher Kombination.

Der Verkündigungsengel hängt einsam schon seit drei Jahren von der Decke in der Augsburger Wohnung von Eva und Elmar Fiederer. Die dazugehörige Krippe ist Schaustück der jährlich stattfindenden Krippenausstellung des Heimatvereins Thannhausen in der Stadionkapelle. Die Ausstellung wurde am Samstag eröffnet und schließt am 21. Januar. Erneut hätten sie dem Drängen von Manfred Göttner, dem 1. Vorsitzenden des Vereins, nachgegeben, die Krippe der Öffentlichkeit zu zeigen, erklärt Eva Fiederer. Eine solche Krippe ist in unseren Breiten selten zu sehen und seltsam ist auch der Weg, den sie nach Schwaben genommen hat.

Ausgangspunkt sei ihr Italienischdozent gewesen, der dem Kurs immer wieder begeistert die Tradition des Krippenbaus in Neapel nahebrachte, erzählt Eva Fiederer. Schließlich habe sich der ganze Italienischkurs eines Tages auf die Reise nach Neapel gemacht. Das Krippenbauen dort unterscheide sich nicht nur in der Technik stark von dem bei uns, Krippen würden dort auch anders gesehen und gedeutet.

Das pralle Leben gehöre dort in die Krippe, Volksszenen wären nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Ein Ergebnis der Reise sei gewesen, dass die Neapolitaner zum Gegenbesuch nach Augsburg kamen und ihre Krippenbaukunst im Hotel „Drei Mohren“ zeigten.

Die Fiederers erwarben eine Krippe von Aloisio Pasquale, einem der letzten neapolitanischen Terracotta-Künstler. Die Gesichter der Figuren wirken überaus lebensecht und ausdrucksstark, auch weil sie mit großer Kunstfertigkeit gefasst wurden. Die Gliedmaßen der Figuren sind mit Draht verbunden und Werg umwickelt, sodass die Körperhaltung der Figuren sehr natürlich wirkt. Die Kleidung ist dem Stil des 18. Jahrhunderts nachempfunden.

Die diesjährige Schau des Thannhauser Heimatvereins stellt sehr Unterschiedliches und eher Ausgefallenes zusammen: Fatschenkindln, Papierkrippen, gesammelt von Rosemarie Stickroth aus Friedberg, Kastenkrippen von Bernhard Mittermaier und die drei Szenen umfassende Vereinskrippe, geschnitzt und gestaltet von Thaddäus Mayer.

Ganz außergewöhnlich ist die Kombination der Krippen mit drei großformatigen Märchenszenen, zur Verfügung gestellt von der Märchenwelt in Breitenbrunn. Diese Szenen aus „Der Wunschvogel“ passen gut in die Weihnachtszeit, meinte Herbert Fleschutz von der „Märchenwelt“ im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Wünschen gehöre zur Weihnachtszeit und die Botschaft dieses Märchens sei es, dass die nicht auf das Materielle gerichteten Wünsche die wertvollsten seien.

Eine Augenweide sind diese Märchenszenen, farbenprächtig, herrlich illuminiert und die Figuren sind in ständiger Bewegung. Die insgesamt neun Szenen wurden vor circa 20 Jahren gefertigt, erstmals im bayerischen Wald gezeigt und sie waren seither in vielen deutschen Städten, auch in Berlin und Dresden, schon zu sehen.

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