Newsticker
Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt erstmals über 800
  1. Startseite
  2. Krumbach
  3. Letzte Weinprobe

28.01.2011

Letzte Weinprobe

Eine Art letzte Weinprobe: Der Josefswein ist wohl rund 30 Jahre alt. In der Karaffe leuchtet er immer noch satt rot. Beim Geschmack merkt man sein Alter, im Mund kommt er etwas likörig. Aber mit einem jungen Kalterer-See-Qualitätswein (2009) kann er erstaunlich gut mithalten. Foto: Peter Bauer
6 Bilder
Eine Art letzte Weinprobe: Der Josefswein ist wohl rund 30 Jahre alt. In der Karaffe leuchtet er immer noch satt rot. Beim Geschmack merkt man sein Alter, im Mund kommt er etwas likörig. Aber mit einem jungen Kalterer-See-Qualitätswein (2009) kann er erstaunlich gut mithalten. Foto: Peter Bauer
Foto: Peter Bauer

Krumbach Beinahe wie das Öffnen einer Schatztruhe: Vielleicht könnte man das Gefühl so umschreiben, als der Korken langsam aus der Flasche gezogen wird. Er ist ein wenig undefinierbar rot-grün verfärbt, aber noch in einem ganz guten Zustand für sein Alter. Weinprobe mit Josefswein der Krumbacher Weinkellerei Einsle. Die gibt es schon seit Anfang der 80er Jahre nicht mehr. Blick auf die Flasche mit dem roten Etikett, vergebliche Suche nach einer Jahreszahl. Das Alter dieses Weins kann allenfalls geschätzt werden. Aber es könnten rund 30 Jahre sein. Nun diese Weinprobe. Es ist gewissermaßen eine letzte Einsle-Weinprobe. 1982 hatte die Weinkellerei ihren Betrieb eingestellt, das Gebäude am Marktplatz wich der neuen Sparkasse. 1999 erlosch offiziell der Firmenname. Und bald könnten eventuell die letzten Relikte der Firma verschwinden: Die zwei verlassenen Hallen in der Nassauer Straße, wo einst Coca-Cola abgefüllt wurde, der schlanke Kamin, ummantelt von roter Coca-Cola-Werbung. Der Kamin ragt bis heute wie ein überdimensionaler Finger in den Himmel. In einer bemerkenswerten Laune der Natur wuchs oben auf dem Kamin ein kleines Bäumchen.

Jetzt aber zeichnet sich eine neue Perspektive klar ab. Das seit Langem ungenutzte Gelände der ehemaligen Firma Einsle in der Nassauer Straße soll ein Wohngebiet werden. Häuser in reizvoller Lage an der Kammel, inzwischen durch einen Erdwall hochwassergeschützt: Kein Zweifel: Das wäre städtebaulich ein großer Gewinn für Krumbach. Und damit dürften die letzten Überbleibsel einer Firma, die die Krumbacher Stadtgeschichte über 150 Jahre geprägt hat, gewissermaßen Geschichte werden.

Dieser Artikel ist hier noch nicht zu Ende, sondern unseren Abonnenten vorbehalten. Ihre Browser-Einstellungen verhindern leider, dass wir an dieser Stelle einen Hinweis auf unser Abo-Angebot ausspielen. Wenn Sie weiterlesen wollen, können Sie hier unser PLUS+ Angebot testen. Wenn Sie bereits PLUS+ Abonnent sind, .

Dieser Artikel ist hier noch nicht zu Ende, sondern unseren Abonnenten vorbehalten. Ihre Browser-Einstellungen verhindern leider, dass wir an dieser Stelle einen Hinweis auf unser Abo-Angebot ausspielen. Wenn Sie weiterlesen wollen, können Sie hier unser PLUS+ Angebot testen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.