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Niederraunau

07.06.2019

Marius Waldmann: Raunauer Junge und Riesentalent

Das Raunauer Wappen auf der Brust: Marius Waldmann spielt seit seinem vierten Lebensjahr Handball im Trikot des TSV Niederraunau.
Bild: Alexander Sing

Plus Marius Waldmann kommt aus einer echten Handballfamilie. Bald spielt er im Günzburger Trikot. Aber auch mit seinem Heimatverein hat das Talent noch viel vor.

308 Tore in 32 Spielen, bester Torschütze in der A- und B-Jugend-Bayernliga. Diese Bilanz kann sich sehen lassen. Oder, wie es Marius Waldmann ausdrückt: „Ja, war ganz gut die Saison.“ Bescheiden und zurückhaltend gibt sich eines der größten Handball-Talente des Landkreises. Der 17-Jährige will nicht herausgehoben werden, Handball sei schließlich ein Mannschaftssport. „Wer viele Tore macht, muss vorher auch gute Zuspiele bekommen.“

Waldmann ist Teil eines Teams, das schon seit mehr als zehn Jahren beim TSV Niederraunau zusammenspielt. Von den Minis bis zur jetzigen A-Jugend hat sich eine vielversprechende Mannschaft entwickelt, in die große Hoffnungen gesetzt werden. Sobald sie in die Herren-Mannschaft aufrücken, könne, so heißt es intern, über den erneuten Aufstieg in die Bayernliga nachgedacht werden.

Marius Waldmann ist nur einer von mehreren vielversprechenden Nachwuchsspielern aus der Raunauer Talentschmiede. Zu ihnen zählt auch der bereits bei den Herren eingesetzte Moritz Kornegger, die BHV-Auswahlspieler Valentin Baumgarten, Gabriel Scholz und Nico Schmidt sowie, aus dem jüngeren Jahrgang, David More. „Das sind nicht nur Teamkameraden, sondern auch enge Freunde“, erzählt Marius Waldmann. Das Zusammenspiel auf dem Feld funktioniere blind, sagt er. Kein Wunder, wenn man drei bis vier Mal pro Woche zusammenspielt.

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Marius Waldmann spielt demnächst in der A-Jugend-Bundesliga

Dennoch ist Waldmann vorerst der einzige Raunauer, der im Rahmen der neuen Kooperation mit dem VfL Günzburg in dessen A-Jugend in der Bundesliga ran soll. „Es war schon immer mein Ziel, einmal in der A-Jugend-Bundesliga zu spielen. Da spielt der beste Nachwuchs Deutschlands. Auch wenn es, im Vergleich zur Bayernliga, vor allem körperlich noch mal ein großer Sprung ist.“ Für TSV Niederraunau, betont er, will er weiter auflaufen. Bei den Männern soll Waldmann in der kommenden Saison ab und zu in der Landesliga zum Einsatz kommen. Seit einigen Wochen trainiert der 17-Jährige nun in Günzburg unter Stephan Hofmeister. Der Empfang sei herzlich gewesen, von Rivalitäten keine Spur.

Waldmann ist überzeugt, dass nicht nur er persönlich von der Zusammenarbeit mit dem VfL Günzburg profitieren kann. „Ich finde, das ist eine gute Sache. Die Förderung im Jugendbereich kann dadurch nur besser werden.“ Abneigung gegenüber dem Rivalen aus dem nördlichen Landkreis hat er nicht. „Wir waren zwar schon von klein auf Gegner, aber wir haben uns immer gut verstanden.“ Zumal er nicht der erste Raunauer im weinroten Trikot ist. In jüngerer Vergangenheit waren unter anderem Manuel Scholz und Johannes Rosenberger aus dem Süden in den Norden gewechselt.

Marius Waldmann (oben) ist eines der Toptalente des TSV Niederraunau. Auf dem Bild aus dem Jahr 2017 spielte er noch gegen den VfL Günzburg in der Qualifikation zur B-Jugend-Bayernliga. Bald trägt er ein weinrotes Trikot.
Bild: Ernst Mayer

Die Waldmanns sind eine echte Handballfamilie

Marius Waldmann kommt aus einer echten Handballfamilie. Vater Markus Waldmann ist seit vielen Jahren Trainer beim TSV, Schwester Patricia spielt in der Damenmannschaft. Der Onkel Pius Waldmann ist Bezirksvorsitzender beim Bayerischen Handballverband (BHV) und Cousin Mathias ist seit Jahren Leistungsträger in der Raunauer Landesliga-Mannschaft. „Von klein auf habe ich die Spiele in der Halle gesehen. Ich selbst habe mit vier Jahren mit dem Handball angefangen.“ Bis heute ist der 17-Jährige für die Tipps seiner Familie dankbar.

Seinen Cousin Mathias bezeichnet er als sein großes Vorbild. Denn sie spielen beide bevorzugt auf der gleichen Position, in der Rückraummitte. Ab und zu kommt das Talent zwar auch als Shooter im linken Rückraum zum Einsatz. Am liebsten ist ihm aber die Spielmacher-Position. Ihr kommt im Handball eine zentrale Rolle zu: Wer dort spielt, braucht Übersicht, leitet Angriffe ein und ist Ausgangspunkt für einstudierte Spielzüge.

Marius Waldmanns Vorbild: Andy Schmid

Hier versucht Waldmann auch, sich den ein oder anderen Trick von den Profis abzuschauen. Er schwärmt für Andy Schmid, den Spielmacher der Rhein-Neckar-Löwen. „Für mich ist er einer der besten Rückraummitte-Spieler der Welt. Er hat ein extrem gutes Auge für seine Mitspieler und den Kreis.“ Die Laufwege des Schweizers, seine Entscheidungen, die er im Spiel trifft, wie er seine Mitspieler in Szene setzt – das alles schaut sich Marius Waldmann genau an.

Wo soll es nun hingehen für das Talent? Anfragen von großen Klubs kommen immer wieder, der Kampf um die besten Nachwuchsspieler im Handball ist hart. „Klar wäre es schön, so hoch wie möglich zu spielen“, räumt der 17-Jährige ein. „Aber ein Wechsel kommt für mich nur infrage, wenn alles passt. Und ein Umzug wäre dann ja nicht zu vermeiden.“ Im kommenden Jahr steht das Abitur an. Waldmann kann sich danach ein Studium im naturwissenschaftlichen Bereich vorstellen. Und einen Aufstieg, gemeinsam mit seinen Freunden, würde der überzeugte Raunauer schon gerne erleben. Irgendwann.

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