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Erzeugergemeinschaft

31.03.2012

Mehr Milch, sinkender Butterpreis

Über die Entwicklung auf dem Milchsektor und die Zeit nach dem Wegfall der Milchquote referierte Martin Wurzer von der Molkerei Edelweiß in Kempten.

Wunschpreis von 40 Cent pro Liter derzeit nicht machbar

Oberwiesenbach Bei der Mitgliederversammlung der Milcherzeugergemeinschaft Krumbach verwies Vorsitzender Adolf Seitz auf eine leicht gestiegene Milcherzeugung in seinem Bereich, die von drei Molkereien – Milchwerke Edelweiß Kempten, der Landkäserei Herzog in Schießen und Müllermilch in Aretsried – abgenommen wird. Insgesamt wurden dabei rund 15,2 Millionen Liter an die Molkereien geliefert, wobei die Zahl der Lieferanten von 87 auf 85 leicht geschrumpft ist. Lag der Milchpreis im Vorjahr noch bei 31,94 Cent pro Kilogramm, so ist bei der derzeitigen Vergütung dank Engagement und Einsatz des Preisrundensprechers ein Anstieg auf 35,26 bis 36,21 Cent pro Kilogramm zu verzeichnen. Mit der Qualität der angelieferten Milch seien Erzeuger und Molkerei gleichermaßen zufrieden.

Sorgen bereiten den Erzeugern derzeit das Absinken des Butterpreises. Kostete ein halbes Pfund im Vorjahr noch 1,69 Euro, so ist diese in Aktionen derzeit schon für 99 Cent zu haben.

So sehen viele Milcherzeuger die Zukunft nicht allzu rosig, an einen Wunschpreis von 40 Cent pro Kilogramm ist daher derzeit nicht zu denken. Georg Stark vom Amt für Landwirtschaft ging kurz auf den Auslauf der Quotenregelung im Jahr 2015 ein. Er betonte, dass es auch danach geregelt weitergehen würde. Ruhe bewahren sei daher erstes Gebot. Der neu gewählte Kreisobmann des Bauernverbands im Landkreis, Michael Wiedemann aus Krumbach, nutzte die Gelegenheit, sich den Milcherzeugern vorzustellen und verwies auf Fortbildungsangebote beim Bauernverband.

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In seinem Geschäftsbereich gab Thomas Graupner den Anwesenden Einblick in die Vereinsfinanzen. Martin Wurzer als Sprecher, der Edelweiß Milchwerke in Kempten als größter Milchabnehmer der Erzeugergemeinschaft, sah die Zukunft dank globalen Denkens durchaus positiv. Die Milchqualität mit 4,20 Prozent Fettanteil und 3,44 Prozent Eiweißanteil bewegt sich auf Edelweißniveau. Positiv war weiter zu vermerken, dass im abgelaufenen Jahr keine Hemmstoffwerte bei der MEG zu verzeichnen gewesen seien. Ein gesundes Misstrauen beim Futtermittelkauf sei dabei durchaus gerechtfertigt. Zu schaffen machten Erzeugern und Verarbeitern gleichermaßen die gestiegenen Energiepreise.

Nachdem der Italienexport weggebrochen sei, suche man nach neuen Absatzquellen und wolle verstärkt Aktionen fahren und andere Länder als Absatznehmer gewinnen. Erklärtes Ziel für die nächsten Jahre sei ein leichtes Wachstum. Walter Herzog von seiner Landkäserei im benachbarten Schießen als zweitgrößter Milchabnehmer sucht dagegen mehr die Märkte in der Nähe. Auch er ist mit der Milchqualität zufrieden und konnte beim Frischkäsebereich eine Steigerung von 30 Prozent einfahren. 2011 war für ihn ein Erfolgsjahr, was vor allem auf sein zweites Standbein, dem Biobereich mit über 50 Prozent zurückzuführen ist. Das machte sich in einem Zuwachs von über vier Prozent beim Milchpreis gegenüber des Vorjahres bemerkbar. (eos)

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