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Krumbach

23.11.2020

Seminar zum Thema "Inklusion" an Landwirtschaftsschule in Krumbach

Mit allerlei Hilfsmitteln in die Welt der Behinderung eingetaucht: Studierende der Landwirtschaftsschule Krumbach bekamen viel Verständnis für die Anliegen von Menschen mit Handicap.
Bild: Claudia Madl DRW

Das Dominikus-Ringeisen-Werk veranstaltete ein Seminar an der Landwirtschaftsschule Krumbach. Die Teilnehmer erhielten dabei einen Einblick in eine ganz anderer Welt.

Das Thema „Inklusion“ stand jetzt auf dem Stundenplan der Landwirtschaftsschule Krumbach. Claudia Madl vom Projekt „Grenzenlos“ des Dominikus-Ringeisen-Werks, das von der Aktion Mensch gefördert wird, war von der Abteilung Hauswirtschaft eingeladen worden, um auf die Belange von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen. Neun Studierende des Fachs „Familie und Soziales“ hatten einen aufschlussreichen Nachmittag, der ihnen ganz praktisch das Leben mit Handicap nahebrachte. Sie erlebten am eigenen Leib, wie es ist, durch Alter oder aufgrund einer Körperbehinderung eingeschränkt zu sein, und erfuhren, was nötig ist, um trotzdem am Leben teilhaben zu können.

Claudia Madl hatte einen großen Parcours aus Beispielen und Hilfsgeräten aufgebaut, um die Folgen verschiedener Behinderungen zu verdeutlichen. So konnten sich die Studierenden im Rollstuhl und mit Rollator fortbewegen, eine Augenbinde und Blindenstock benutzen, Simulationsbrillen für den grünen und grauen Star sowie für eine diabetische Retinopathie tragen und in einem Spiegelkasten hantieren, der das Koordinationsvermögen wie bei einer Demenz einschränkt. Hör- und Filmbeispiele zum Thema waren ebenso im Angebot. Anschließend wurde Studentin Nadine Schneider nachdenklich: „Es war wirklich sehr interessant. Ich habe Einblick in eine fremde Welt bekommen.“

Inklusions-Seminar an Landwirtschaftsschule in Krumbach: Ein Handicap ist die Sprache

Neben möglichen psychischen Barrieren kamen auch gesellschaftliche Ausgrenzungen für Menschen mit Handicap zur Sprache. Ein Filmbeitrag aus Dänemark zeigte, wie man das Gemeinsame statt das Trennende zwischen Menschen mit und ohne Einschränkung in den Vordergrund stellen kann. Der Begriff des „Social Distancing“ in Zeiten von Corona, also des Abstandhaltens voneinander, sei vielen Menschen mit Behinderung nur allzu gut bereits vor der Pandemie bekannt gewesen, berichtete Claudia Madl. Corona selbst habe die Situation für viele Menschen mit Handicap auch wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe noch schwieriger gemacht. „Es sollte unser aller Anliegen sein, dass alle Menschen, egal, ob jung, alt, beeinträchtigt oder nicht, vollwertig an der Gesellschaft teilhaben können“, sagte sie.

Das Ziel des Inklusionsprojekts „Grenzenlos“, das in mehreren Kommunen des südlichen Landkreises Günzburg durchgeführt wird, ist es laut Claudia Madl, die Potenziale von Menschen mit Beeinträchtigung stärker zu nutzen. „Ihr Wunsch nach Veränderung und Mitsprache, ihre Kreativität, Lösungen als Expertinnen und Experten in eigener Sache zu finden und diese umzusetzen, und die Freude am Mitgestalten sollten noch stärker gesehen und genutzt werden. Wenn alle Menschen nicht nur in schwierigen Zeiten dazu beitragen, dass es allen gut geht, gewinnt die Menschlichkeit“, so Claudia Madl. (pm)

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