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Breitenthal

22.01.2016

Sie bieten einen etwas anderen Musikunterricht

Die Gründer des EMG Musikinstitutes: Max Schlichter, Eliane Übelhör, Giuseppe Puzzo (von links nach rechts).
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Die Gründer des EMG Musikinstitutes: Max Schlichter, Eliane Übelhör, Giuseppe Puzzo (von links nach rechts).
Bild: EMG-Musikinstitut

Das EMG-Musikinstitut in Breitenthal bietet einen unkonventionellen Musikunterricht. Im Vordergrund steht die Begeisterung für die Musik, die nicht nur junge Musiker mitreißt.

Eine gemütliche Sitzecke mit Sofas und einem kleinen Tisch. Eine Kaffeemaschine, die an diesem recht kalten Abend gerade im Einsatz ist und viele Tassen mit ihrem dampfend heißen Inhalt versorgt. An der Wand eine alte Jukebox, die daran erinnert, dass dieser Raum Teil einer Musikschule ist – und nicht einfach nur ein gemütliches Wohnzimmer in einer Studenten-WG.

Auf einem der Sofas sitzt Alexandra aus Tafertshofen. Während ihre Tochter gerade ihre Klavierstunde nimmt, wartet die Mama im Wohnzimmer des EMG-Musikinstitutes auf ihren eigenen Unterricht. Die vierfache Mutter freut sich über die Möglichkeit, beim Klavierspiel aus dem Alltag auszubrechen. „Mir gefällt hier der etwas andere Lehransatz. Der Unterricht ist nicht so starr.

Als Schüler kann man sich auch Lieder wünschen

Als Schüler kann man sich auch Lieder wünschen, die dann gelehrt werden.“ „Wir wollen was reißen, was Neuartiges machen – weil Musikunterricht ja auch oft so einen faden Beigeschmack hat“, erläutert Max Schlichter im sehr professionellen EMG-Promotionvideo. Trotz des jugendlich-lockeren Umgangstones und der euphorischen Begeisterung spürt man, dass hier Profis am Werk sind. Kein Wunder: Max ist Gitarrist und Sänger der deutschlandweit erfolgreichen Rockband „Killerpilze“ und bringt daher jahrelange Bühnenerfahrung mit. Auch die anderen Dozenten spielen alle aktiv in Bands und Ensembles verschiedenster Genres.

Sie bieten einen etwas anderen Musikunterricht

Die zehnjährige Alysha betritt den Aufenthaltsraum. Ihr Unterricht ist zu Ende. Sie wirkt aufgeweckt und ihr Lächeln bestätigt, dass ihr die Klavierstunde offenkundig Spaß gemacht hat. Sie übt auch am heimischen Klavier und hört in ihrer Freizeit gerne Musik. In gänzlich anderen musikalischen Gefilden bewegt sich Merlin (25). Der Heilerziehungspfleger ist Sänger der Metal-Band „Void of Animus“. Nach einem Besuch am Tag der offenen Tür hat er vor etwa einem Jahr beschlossen, das Bandcoaching an der EMG wahrzunehmen. „Max war bei einer unserer Bandproben dabei und gab uns direktes Feedback.“

Die Begeisterung für die Musik sieht man ihm an. Und auch den Willen, mit seiner Band weiterzukommen. „Raus aus der Garage“, nennt er das. Begeistert berichtet er, wie seine Band damit experimentiert hat, ihren Metal-Songs eine Pop-Struktur überzustülpen. Tipps zum Marketing, zum Auftreten der Band, zur bandinternen Kommunikation und vielen anderen Themenfeldern, die über das reine Musizieren hinausgehen – all das bekommt Merlin von Max. „Das Bandcoaching hilft uns auf jeden Fall. Wir konnten dadurch mehr Kontinuität in die Band bringen. Viele Nachwuchsbands zerbrechen an der stagnierenden Motivation.“ „Void of Animus“ nicht – die erste EP ist gerade in Arbeit.

Gemeinsam in eine spannende Fantasiewelt eintauchen

Ein alter Hase auf Krumbachs Bühnen ist dagegen Fred Miller. Man kennt ihn von Auftritten mit seinen Bands „Glass Orion“ und „Golden Stars“, zuletzt im November im Stadtsaal. Der 69-Jährige wurde durch einen Flyer auf das Breitenthaler Musikinstitut aufmerksam. Über den Altersunterschied zum jugendlichen Lehrpersonal hat er sich keine Gedanken gemacht. „Das hat keine Rolle gespielt.“ Seine Motivation war, die für den Bluesbereich typischen Griffe zu erlernen. „Der Unterricht hat mein Gitarrenspiel auf jeden Fall vorangebracht“, zeigt sich der Krumbacher zufrieden. Sollte er sein Repertoire noch um ein weiteres Genre erweitern wollen, würde er auf jeden Fall wieder auf eine Fünfer-Karte zurückgreifen. Ähnlich wie man das beispielsweise aus Fitnessstudios kennt, kann man auch an der EMG eine Karte für mehrere Unterrichtseinheiten kaufen und die Stunden zeitlich flexibel wahrnehmen.

Märchen erzählen, ist ein beliebtes Element der Kindererziehung. Wer statt abends gehetzt eine Geschichte runterzurasseln lieber etwas intensiver Zeit mit seinem Kind verbringen möchte, ist bei den „Märchenklängen“ gut aufgehoben. Basteln, singen und eine Geschichte erleben – zum Beispiel mit dem „Regenmacher“. Das ist ein einfaches Instrument, das die Eltern unter der fachkundigen Anleitung von Giuseppe Puzzo bauen. Und anschließend in die Märchengeschichte mit einbringen. Gemeinsam tauchen Eltern und Kind so spielerisch musizierend in eine spannende Fantasiewelt ein.

Sowohl Max als auch die Instituts-Mitgründer Eliane Übelhör und Giuseppe Puzzo bringen mit ihrer dreijährigen Ausbildung an der Berufsfachschule für Musik in Krumbach die nötigen pädagogischen Zusatzqualifikationen mit. Daher verwundert auch nicht, dass ein Vorbereitungskurs für die Aufnahmeprüfung an der BFSM in Breitenthal möglich ist. Und wer weiß, vielleicht tritt ja ein EMG-Schüler einst in die Fußstapfen von Eliane Übelhör, die seinerzeit mit einer 1,0 abschloss. Nachwuchsmusikerin Alysha hat allerdings andere Pläne: „In meinem Beruf will ich mal was mit Tieren machen.“ Das hält sie aber nicht davon ab, selbst gelegentlich Lieder zu schreiben. Dass die Lehrer am EMG Musikinstitut ihrem Ziel gerecht werden, ihre Schüler zu motivieren, bestätigt Alysha: „Was ich erreichen will ist, dass ich fast so spielen kann wie die Elli.“

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