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Dienstversammlung

05.04.2017

Sie gehen für andere durchs Feuer

Feuerwehrmänner und -frauen gehen für andere Menschen buchstäblich durchs Feuer. Die Ehrenamtlichen riskieren dafür oft ihr eigenes Leben, investieren viel Zeit und gehen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.
Bild: Alexander Kaya

Feuerwehrmänner und -frauen sind ein wichtiges Sicherheitselement im Landkreis. Das große Problem sind der steigende Zeitaufwand und die hohe Belastung.

„Es ist ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass es Menschen wie Sie gibt, die buchstäblich für andere durchs Feuer gehen.“ Besser hätte Landrat Hubert Hafner seine Anerkennung für die Leistung der Feuerwehrmänner und -frauen bei der Kommandanten-Dienstversammlung und gleichzeitig 24. Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Günzburg nicht ausdrücken können. Er wisse, dass manche Einsätze an die Grenze der Belastbarkeit gingen und oft auch beim erfahrensten Feuerwehrmann Spuren hinterlassen. Er begrüßte deshalb die Gründung eines Nachsorgeteams, das speziell für die Feuerwehr ausgebildet sei und belastende Einsätze begleite. Es freue ihn, dass die landkreisweite Versammlung schon mehrfach in Ursberg im Bräuhaussaal stattfinde, sagte Ursbergs Bürgermeister Peter Walburger in einem Grußwort.

Dann war es Verbandsvorsitzender, Kreisbrandrat Robert Spiller, der den zahlreichen in ihrer Dienstkleidung erschienenen Kommandanten, Dienstgraden, Wehrangehörigen und weiteren Vertretern verschiedener Hilfsorganisationen zurief: „Sie alle sind Verbindungselemente, die eine funktionelle Nutzung und den Zusammenhalt in Notfällen sicherstellen.“

In seinem Rückblick auf 2016 berichtete er, dass vom Landesfeuerwehrverband weitere Unterstützungen für die Wehren und Gemeinden in Form von Verbesserung des Versicherungsschutzes oder Umsetzung des Ölwehrkonzeptes Bayern und Weiteres erreicht wurden.

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Bei schweren Unfällen auf der A 8 auf Landkreisgebiet lobte er die gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren aus dem angrenzenden Baden-Württemberg. Die Einsatzstellen seien dabei oft vor schwierige Aufgaben gestellt. Drei Tote, Verletzte und hoher Sachschaden waren bei Bränden in Glöttweng und Riedheim zu verzeichnen.

Derzeit seien 109 Freiwillige Feuerwehren mit sechs Löschgruppen, sechs Werk- und zwei Betriebsfeuerwehren für den Brandschutz und technische Hilfeleistung im Kreis zuständig. Dienst leisten 3602 Männer und 320 Frauen, bei den Werks- und Betriebsfeuerwehren sind 295 Kameraden und 25 Frauen, somit also insgesamt 4242, davon 49 Berufsfeuerwehrleute. Als Atemschutzgeräteträger sind 1156 ausgebildet.

Es stehen nicht immer genügend Kräfte zur Verfügung

Imposantes Zahlenmaterial ergab sich außerdem bei den 305 Fahrzeugen und den 4500 verschiedenen Ausrüstungsgeräten. Ein Auszug: fünf Drehleitern, 52 Tragkraftspritzenfahrzeuge, 62 Löschgruppenfahrzeuge, acht Tanklöschfahrzeuge, zwölf Boote, 364 Atemschutzgeräte, 131 Tragkraftspritzen, 38 Wärmebildkameras. Für den Digitalfunk wurden 1110 Handsprechfunkgeräte, 254 Fahrzeugfunkgeräte und 19 fest eingebaute Geräte beschafft um die sich Daniel Hiller als stellvertretender Funkfachberater bei der „Technisch Taktischen Betriebsstätte“ kümmert. 391 Leistungsabzeichen „Die Gruppe im Löscheinsatz“ und 112 Mal „Die Gruppe im technischen Hilfsleistungseinsatz“ in allen Stufen wurden abgelegt. Weiter gab Spiller Informationen zu Lehrgangsanmeldungen und Tagesseminaren. Immer schwieriger werde es, die Tagesalarmsicherheit zu gewährleisten, weil nicht genügend Kräfte zur Verfügung stehen. In Zukunft sollten Aufgaben, die nicht zum Aufgabengebiet der Feuerwehr gehören, verlagert werden. Zwölf neue Fahrzeuge wurden 2016 an verschiedene Wehren ausgeliefert, die zugesagten Zuschüsse zeitnah ausbezahlt.

Spiller berichtete von 1515 Einsätzen (Vorjahr: 1427), bei denen die Aktiven 62436 Stunden (Vorjahr: 47256) aufwendeten. Durch diesen Zeitaufwand kämen die Aktiven an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Zähle man die Übungs- und Ausbildungsstunden hinzu, befürchtet Spiller, dass manche Aufgabe nicht mehr im Ehrenamt geleistet werden könne.

Der Ausblick auf 2017 beinhaltete die abschließende Umrüstung auf Digitalfunk oder die Novellierung des bayerischen Feuerwehrgesetzes, mit dessen Einführung bis Mitte des Jahres zu rechnen ist.

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