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Ursberg

24.11.2017

Wie es mit dem Ursberger Reitstall weitergeht

Der alte Reitstall im Dorfzentrum soll durch eine neue und größere Anlage östlich des Ursberger Sägewerks ersetzt werden.
Bild: DRW

Ein neues Areal östlich des Sägewerks ist geplant und genehmigt. Was das Projekt jetzt noch bremst.

Thomas ist 17 Jahre alt und schwer geistig behindert mit frühkindlichem Autismus. Seit zehn Jahren lebt er im Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg. Er reitet für sein Leben gern. Das Reiten macht ihn glücklich, bestätigt seine Mutter Katrin Adler. Doch im Mai dieses Jahres war plötzlich Schluss mit den therapeutischen Reiteinheiten, die Thomas bislang besuchte. Über die Ursache wurde Adler nicht aufgeklärt. Nur spärlich drangen Informationen zu ihr durch.

Im Zuge der Neuplanung des Ursberger Zentrums vor zwei Jahren sollte auch der nahe des Ursberger Ladens befindliche Reitstall und die Reithalle aus dem Zentrum verlagert werden und östlich des Sägewerks in einem weit größeren Areal neu aufgebaut werden. Während die Planung seitens der Gemeinde für das Dorfzentrum nach Protesten auf Eis gelegt wurde, verfolgte das Ringeisen-Werk die Idee einer neuen Reithalle weiter. In welcher Form, blieb dabei aber offenkundig unklar. Die bisherige Pächterin, Nicole Schuster, hat ihr Gewerbe im Mai dieses Jahres aufgegeben. Ihr habe schlicht die Planungsgrundlage gefehlt, sagt sie. Sie hätte auf eigene Kosten Pferde kaufen müssen, da die bisher eingesetzten Tiere inzwischen zu alt für das therapeutische Reiten seien. Ohne eine klare Perspektive, wie das Angebot künftig gestaltet werde und wie sich das Ringeisenwerk die Zusammenarbeit vorstellt, sei ihr die Investition schlicht zu riskant gewesen.

Ende 2018 könnte die Anlage in Betrieb gehen

Dabei scheint das Projekt zumindest von baulicher Seite betrachtet schon recht weit gediehen. Der Eingabeplan für die neue Anlage wurde bereits eingereicht und vom Landratsamt genehmigt, erklärt Martin Burkhart, Gesamtleiter der Region Augsburg-Nord des DRW. Er berät den Vorstand in der Planung. Derzeit stünde noch die Zusage für Mittel aus Fördertöpfen der EU aus. Burkhart geht aber davon aus, dass bis Ende des Jahres Klarheit darüber herrsche. „Wir sind nach Kräften bestrebt, das in größerem Umfang wieder anbieten zu können“, sagt er. Die Ortsrandlage sei dabei wesentlich besser geeignet als der bisherige Platz. „Dann kann man mit den Menschen in die Natur rausgehen“, freut sich Burkhart. Künftig will das DRW in Eigenregie nicht nur therapeutisches Reiten, sondern auch Reiten als integrativer Sport anbieten und das Angebot noch um zusätzliche Aspekte erweitern. Darüber und über die endgültige Finanzierung muss allerdings noch der Vorstand des DRW entscheiden. Wenn die Genehmigung da ist, kann im kommenden Jahr gebaut werden. Ende 2018 wäre die Anlage dann „betriebsfähig“.

Bis dahin ruht das therapeutische Reiten. Katrin Adler hat für ihren Sohn in der Zwischenzeit eine Alternative gefunden. Sie ist grundsätzlich zufrieden mit der Einrichtung des Ringeisenwerks und schätzt die Arbeit, die dort geleistet wird, sehr. Allerdings hätte sie sich in der Angelegenheit des Reitstalls etwas mehr Information gewünscht. „Das war echt schade, dass das so untergegangen ist“, sagt sie. „Ich finde das sehr unprofessionell.“ Denn viele Kinder im DRW hätten nicht wie wie ihr Sohn die Möglichkeit, dass sich die Eltern um eine Alternative kümmern.

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