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Krumbach

25.04.2015

Wie in der Krumbacher Innenstadt die Wende geschafft werden soll

Wie kann das Geschäftsleben in der Krumbacher Innenstadt belebt werden? Das war Thema in der Versammlung des Gewerbe- und Handelsvereins.
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Wie kann das Geschäftsleben in der Krumbacher Innenstadt belebt werden? Das war Thema in der Versammlung des Gewerbe- und Handelsvereins.
Bild: Peter Bauer

Auf der Versammlung des Gewerbe- und Handelsvereins fallen klare Worte. Was eine externe Beratung leisten könnte

„Der Leerstand ist extrem langfristig und es passiert nichts“: Es war Georg Ringler, der die Lage in der Krumbacher Innenstadt vielleicht am deutlichsten auf den Punkt brachte. Und „das Zeitfenster ist nicht mehr allzu groß“. In der Tat hat sich die Lage im Krumbacher Geschäftsleben zuletzt offensichtlich zugespitzt. Die Schließung des Kinderhauses Laber steht dafür, auch sie war Thema bei der Generalversammlung des Krumbacher Gewerbe- und Handelsvereins, bei der eine Frage im Mittelpunkt stand: Wie geht es weiter in der Krumbacher Innenstadt? Bürgermeister Hubert Fischer sprach sich dafür aus, externe, professionelle Hilfe zu suchen: „Wir sollten hier Profis mit ins Boot holen.“ Hans-Peter Ziegler, Vorsitzender des Gewerbe- und Handelsvereins, hielt dies ebenfalls für einen möglichen Ansatz („manche Sachen gehen wirklich nur von außen“) und dankte der Stadt für ihre Initiative. Stadt und Gewerbe- und Handelsverein sollten an einem Strang ziehen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Der Ansatz solle zwischen Stadt und Gewerbe/Handel abgestimmt werden. Die Stadt solle federführend sein, aber wichtig sei eine breite Basis.

Die Debatte in Krumbach, die derzeit auch in vielen anderen Städten und Gemeinden geführt wird, ist das Spiegelbild eines rasanten Wandels. Der Internethandel boomt und entwickelt immer vielfältigere Möglichkeiten. Die Einzelhändler geraten dabei immer mehr unter Druck. Nicht selten kommt es dann auch beim Wechsel der Generationen zu Geschäftsaufgaben. „Ich möchte die Dinge offen ansprechen“, eröffnete Bürgermeister Hubert Fischer seine Ausführungen. Er verwies auf die Anstrengungen der Stadt, den Einzelhandel in der Innenstadt zu stärken. Durch das Einzelhandelskonzept werde die Ansiedlung von innenstadtrelevanten Sortimenten in äußeren Bereichen unterbunden. Weitere Akzente gebe es in der Städtebauförderung. Aber, so Fischer, „wir stoßen an Grenzen, wenn es ans Eigentum geht.“ Dies betreffe die meisten Eigentümer von leer stehenden Geschäftsräumlichkeiten. Das sei für die Stadt mitunter „frustrierend“. Und wenn dann noch in einem Schaufenster die Empfehlung zu lesen sei, doch 40 Kilometer weiter einzukaufen…

Denkbar müsse es doch sein, Geschäftsräumlichkeiten anderen Geschäften zur Verfügung zu stellen oder das eigene Geschäft mit einem Geschäftsführer weiterzuführen. Es sei „insgesamt unbefriedigend, wenn der Eigentümer mit seinem Eigentum nichts macht.“ Und Auskünfte wie „das habe ich nicht und das kriege ich nicht“ könnten sich heute Geschäfte angesichts der großen Konkurrenz im Internet nicht mehr leisten. Er sei kein Käufer im Internet, habe das aber jetzt schon zweimal erlebt und habe dann eben doch im Internet gekauft.

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Fischer schlug zur Lösung der Probleme professionelle Unterstützung von außen vor. Dann solle es zunächst eine Bestandserhebung geben, wichtig sei Offenheit. Die Stadt werde die Gestaltung des Wandels unterstützen. Umfassend würdigte Fischer Initiativen wie die im Oktober stattfindende Gewerbeschau KRU. Geschäftsaufgaben hätten vielfältige Gründe, oft hänge es auch mit dem Generationswechsel zusammen, erklärte Hans-Peter Ziegler. Nicht jedes Geschäft müsse alles haben. Der Händler solle bewusst eine Auswahl für den Kunden treffen. Wichtig sei „Beratungskompetenz“. Ältere Geschäfte würden oft nicht den Flächenbedarf erfüllen, der heute notwendig sei. Ziegler sagte aber auch, dass Eigentum ein hohes Gut sei. Er sprach sich dagegen aus, das Einzelhandelskonzept aufzugeben.

„Was bringt ein externer Berater?“, fragte Helmut Ganz. Ursula Bader äußerte sich gegenüber einer externen Beratung zurückhaltend. „Das muss ein Hiesiger sein.“ Bürgermeister Fischer hingegen meinte, dass das „Knowhow“ von außen kommen solle. Dann könne es eine umfassende Bestandsaufnahme geben, das Gespräch werde mit den Eigentümern gesucht, darauf basierend würden Lösungsmöglichkeiten gesucht. Dabei sei auch ein Punkt sehr wichtig: Professionelle Berater von außen könnten die Lage in Krumbach auch mit anderen Kommunen vergleichen. Das „Knowhow“ solle von außen kommen. Ähnlich sahen dies auch Klemens Ganz, Wolfgang König und Josef Brandner. Es gelte, so Brandner, „eingefahrene Bahnen“ zu verlassen. Es gehe um „Kritik, Motivation und Innovation.“ Stefan Natterer, in der Stadtverwaltung Ansprechpartner für den Bereich Wirtschaft, meinte,dass auch die Daten und Informationen, die der Stadt und dem Gewerbe vorliegen, stärker als bisher zusammengeführt werden könnten. Ziegler dankte der Stadt für ihre Initiative. Wichtig sei es nun, dass Stadt sowie Gewerbe/Handel eine gemeinsame Lösung finden.

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