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Landkreis Günzburg

15.09.2017

Wohin nach Unterrichtsschluss?

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Es gibt zahlreiche Betreuungsmöglichkeiten für Schulkinder. Besonders bewährt haben sich Mittagsbetreuung, offene und gebundene Ganztagsschulen und Horte sowie das Hort-Kombi-Modell, das bisher jedoch nur eine Schule im Landkreis anbietet. Insgesamt nehmen Zahlen des Staatlichen Schulamts zufolge 649 Grundschüler Mittagsbetreuung in Anspruch.
Bild: Alexander Kaya

Ob Mittagsbetreuung, Hort oder Ganztagsschule: Die Nachfrage nach Betreuungsangeboten für Grundschüler ist groß. Welche Möglichkeiten es im Landkreis gibt.

„Fast alle Schulen haben inzwischen irgendeine Art von Betreuung für die unterrichtsfreie Zeit“, sagt Evelyn Schier, Schulamtsdirektorin am Schulamt im Landkreis Günzburg. Ob Mittagsbetreuung, offene oder gebundene Ganztagsschule, Hort oder das Hort-Kombi-Modell. Welche Betreuung bieten die Grundschulen im Landkreis an? Schier nennt folgende Modelle:Mittagsbetreuung Bei diesem Modell werden die Schüler bis 14 Uhr beziehungsweise bei der verlängerten Form bis 15.30 oder 16 Uhr betreut. Sie essen zu Mittag und machen ihre Hausaufgaben. Die Schule sucht sich hierfür einen Träger, zum Beispiel den Kinderschutzbund oder einen Verein. In der Regel zahlen die Eltern für das Angebot Beiträge, die regional und je nach Träger unterschiedlich hoch sind, informiert Evelyn Schier. Hilfe gibt es im Bedarfsfall vom Jugendamt. Vom Staat werden die Gruppen bezuschusst, die Gruppen bis 16 Uhr zum Beispiel mit etwa 9000 Euro.

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Offene Ganztagsschule (OGTS) Auch bei diesem schulischen Angebot sucht sich die Schule einen Kooperationspartner. Die Kinder können von Montag bis Donnerstag kommen, zwei Nachmittage pro Woche müssen gebucht werden. Für Freitage müssen die Eltern zahlen, ansonsten ist das Angebot für sie kostenlos – und „der absolute Renner“, wie Schier sagt. Die Gruppengröße beträgt jeweils maximal 12 Kinder. Je nach Angebot gibt es OGTS-Kurzgruppen bis 14 Uhr mit maximal 12 Kindern oder Ganztagsgruppen bis 16 Uhr mit einer Gruppengröße von bis zu 14 Kindern. Letztere Gruppe fördert der Staat mit fast 30000 Euro, weshalb sie kostenfrei angeboten werden kann. Es gibt Freizeitangebote, Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung.

Gebundene Ganztagsschule (GGTS) Dieses Modell sieht vor, dass sich die Kinder an mindestens vier Wochentagen bis 15.30, maximal 16 Uhr, in der Schule aufhalten. Der Pflichtunterricht ist dabei auf Vormittag und Nachmittag verteilt. Unterrichtsstunden wechseln über den Tag hinweg mit Übungszeiten, sportlichen, musischen und künstlerischen Angeboten und Freizeitaktivitäten ab. „Es liegt alles in der Hand der Lehrer“, erklärt Evelyn Schier. Für Eltern ist das Modell kostenfrei.

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Hort Beim Hort handelt es sich um eine außerschulische Tageseinrichtung für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre. Im Vergleich zu den Ganztagsangeboten bieten Horte auch am späteren Nachmittag, am Freitag und in den Ferien Betreuung an.

Hort-Kombi-Modell/OGTS-Kombi Dieses Modell besteht aus der kostenfreien offenen Ganztagsschule bis 16 Uhr und einer anschließenden Hortbetreuung bis 18 Uhr, auch in den Ferien. Das Modell ist somit besonders familienfreundlich, wird in ganz Schwaben jedoch nur zweimal angewandt: In Ichenhausen und in Kempten. Der städtische Kinderhort an der Grundschule Ichenhausen arbeitet Schier zufolge sehr erfolgreich. „Es muss eine vierte Gruppe aufmachen, weil die Nachfrage so groß ist.“

Es gebe heute Angebote, „von denen man früher nur träumen konnte“, sagt sie. Denn für die Eltern sei alles kostenlos – und die Kinder säßen schließlich nicht im Unterricht: „Sie machen tolle Sachen: forschen, experimentieren, lernen Instrumente.“ Das abwechslungsreiche, professionelle Angebot und die gleichzeitige Entlastung der Eltern werden sehr gut angenommen.

„In den letzten Jahren ist die Nachfrage stetig zunehmend. Vor allem bei der Betreuung bis 16 Uhr“, erklärt Dorothea Gimpert, Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes, Kreisverband Günzburg. Der Kinderschutzbund Günzburg sorgt für die Mittagsbetreuung von zehn Schulen im nördlichen Landkreis. Inzwischen habe man gleich viele kurze (bis 14 Uhr) und lange Gruppen (bis 16 Uhr), sei überwiegend ausgelastet und treibe die räumliche Ausweitung voran, soweit möglich.

„Da machen sich die Gemeinden wirklich viel Aufwand“, sagt Gimpert. „Alle Beteiligten machen Zugeständnisse, damit es keine Wartelisten gibt.“ Was „aufgrund massivster Anstrengungen“ auch gelinge. Leipheim beispielsweise habe bis kurz vor Schuljahresbeginn Klimmzüge betrieben, um die Betreuung irgendwo unterzubringen und die Infrastruktur bereitzustellen. „Wir unsererseits müssen schauen, dass wir Personal haben, was in diesen Zeiten auch nicht ganz einfach ist“, erklärt Gimpert. Doch für dieses Schuljahr sei der Bedarf bei ihnen erst einmal gedeckt.

Die Mittelschulen im Landkreis bieten alle ganztägige Betreuung an. Das Modell der OGTS gibt es in Burgau, Jettingen-Scheppach, Offingen, Wasserburg und der Montessori-Schule Günzburg. Gebundene Ganztagsschulen sind die Mittelschulen in Günzburg, Krumbach und Leipheim. Sowohl offenen als auch gebundenen Ganztag werden in Ichenhausen und Thannhausen angeboten.

Ergänzung:

Leider geht aus der Grafik nicht hervor, dass es auch Schulen gibt, die zwar eine bedarfsgerechte Betreuung anbieten, jedoch in Kooperation mit Kindergärten. Darauf macht Matthias Kiermasz, Bürgermeister der Gemeinde Kammeltal, aufmerksam. Die Gemeinde Kammeltal biete für Grundschüler Hortbetreuungen in ihren altersgeöffneten Kindergärten Wettenhausen und Ettenbeuren an. „Die Kinder haben nach der Schule die Möglichkeit, bis zu fünf Tage die Woche bis maximal 17 Uhr, wenn gewünscht, die Einrichtungen zu besuchen“, erklärt er. Es stünden 35 Plätze zur Verfügung, nennenswerte Wartelisten seien nicht vorhanden.

Nicht in der Grafik ausgewiesen wurde außerdem das Betreuungsangebot der Grundschule Balzhausen. Auch hier haben Schüler die Möglichkeit, Mittagsbetreuung bis 14 oder 14.30 Uhr im gegenüberliegenden Kindergarten in Anspruch zu nehmen. „Wir haben so wenig Bedarf, dass an unserer Schule keine Gruppe zusammengeht“, erklärt Schulleiterin Karin Stadler. Auch in Burtenbach liegt der Kindergarten direkt unterhalb der Grundschule. „Die Schüler werden nach Ende des Unterrichts dort betreut“, sagt Bürgermeister Roland Kempfle. Das Angebot werde gut nachgefragt, man sei immer am Limit. „Wir versuchen, die Betreuungszeiten zu verbessern und die Kapazitäten zu erhöhen“, erklärt Kempfle.

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