Der diesjährigen Haushaltssitzung schien der Breitenthaler Gemeinderat durchaus mit Wohlwollen entgegenzusehen. Immerhin versprach der Vorbericht von Kämmerin Barbara Fetschele eine solide Grundlage: Die Gemeinde ist schuldenfrei und kann auf ein Gesamtvolumen von knapp sechs Millionen Euro zurückgreifen. Trotz mehrerer größerer Projekte könnte Breitenthal die anstehenden Investitionen ohne eine Kreditaufnahme schultern, prognostizierte Fetschele mit Vorbehalt. Der weitere Ausbau der Geh- und Radwege rund um den Oberrieder Weiher hat bereits begonnen.
Teuerster Posten im Haushalt ist der Breitbandausbau. Für den Glasfaseranschluss werden aus dem Vermögenshaushalt (er gibt Aufschluss über die Investitionen) rund 1,2 Millionen Euro entnommen. Diese offene Rechnung muss die Gemeinde jedoch nicht allein tragen. Breitenthal erhält in diesem Jahr noch den Restzuschuss. Übrig bleibt ein kleiner Anteil, den die Kommune selbst übernehmen muss. Derzeit werden die letzten Haushalte angeschlossen. Doch erst wenn das Netz überall reibungslos läuft, werden die Straßen fertig asphaltiert.
Breitenthal kann auf ein Gesamtvolumen von knapp sechs Millionen zurückgreifen
Bei den Investitionen sticht neben dem Breitbandausbau noch eine weitere hervor: 875.000 Euro sind für den neuen Geh- und Radweg am Oberrieder Weiher eingeplant. Von der Firma Kranzfelder wird die Oberrieder Weiherstraße verschwenkt und neu asphaltiert, zusätzlich soll der Rundweg zwischen den beiden Weihern von der Sonnenterrasse bis zur Schranke geschlossen werden. Vor Kurzem erfolgte der Spatenstich. Der neue Geh- und Radweg entlang des Weihers soll Ende April eingeweiht werden, teilt Bürgermeisterin Wohlhöfler mit. Ein Bauabschluss pünktlich zum Start der Badesaison - so lautet der Plan.
Doch der Radweg entlang des Weihers ist nicht das einzige Projekt, dass die Attraktivität des Naherholungsgebiets erhalten soll. Auch von Breitenthal entlang des Weihers nach Oberried entsteht derzeit ein Geh- und Radweg. Bis April müssen sich die Besucherinnen und Besucher daher auf eine Vollsperrung an der Oberrieder Weiherstraße einstellen. Für den allgemeinen Verkehr ist die Straße ab dem Kiosk bis zur Straße nach Zaiertshofen nicht befahrbar. An die Staatsstraße 2018 im Norden wird ein Hinweis auf die Vollsperrung angebracht und eine Umleitung über Oberried ausgewiesen.
Vom Freistaat erhält Breitenthal beim Radwegausbau finanzielle Unterstützung in Höhe von 600.000 Euro. Auch für ein weiteres großes Projekt, dem Ausbau des Kirchenwegs, wird Breitenthal mit 337.000 Euro vom Amt für ländliche Entwicklung bezuschusst. Für den Kirchenweg rechnet Barbara Fetschele mit Kosten von 250.000 Euro.
Zwei Posten sind heuer im Vermögenshaushalt hinzugekommen: Zum einen der Investitionszuschuss für das Vereinsheim im Ortsteil Breitenthal mit 125.000 Euro. Hier unterstützt die Gemeinde den Musik-, Sport- und Schützenverein bei der Renovierung der Wirtschaft. Zum anderen die Planungskosten für das neue Feuerwehrhaus von 50.000 Euro. Das bisherige Gebäude befindet sich in einem solch desolatem Zustand, dass dringend ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden muss. Dieses wird dann sowohl der Breitenthaler als auch der Nattenhauser Feuerwehr als Zentrale dienen.
Im Verwaltungshaushalt, der die laufenden Einnahmen und Ausgaben umfasst, belastet vor allem ein Posten die Ausgabenseite: Die Kreisumlage (diese erhält der Landkreis von den Kommunen), die sich in diesem Jahr für Breitenthal um etwa 91.000 Euro erhöht hat. Die Gemeinde muss rund 715.000 Euro an den Landkreis Günzburg abtreten. Barbara Fetschele betont: "Das geht noch. Bei manchen Gemeinden ist es deutlich mehr." Weitere beachtliche Ausgaben stellen die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft Krumbach (177.500 Euro), der Unterhalt der Gemeindestraßen (189.500 Euro), die Wasserversorgung (126.600 Euro) und der Unterhalt des Kanals (244.750 Euro) dar.
Kämmerin Fetschele erwartet einen Zuwachs der Gewerbesteuer
Für das Kindergartenpersonal plant die Kämmerin circa 380.000 Euro, sowie 34.000 Euro für den Unterhalt des Kindergartens ein. Für den Kindergartenbetrieb erhält die Gemeinde aber auch eine staatliche Betriebskostenförderung von 144.000 Euro. Hinzu kommt ein Betrag aus den Nachbargemeinden über 45.000 Euro, wenn Gastkinder den Breitenthaler Kindergarten besuchen. Auch die Elternbeiträge für den Kindergarten fließen in den Haushalt mit ein, heuer macht sich die Erhöhung bemerkbar: Statt 8000 Euro wird mit 19.000 Euro gerechnet.
Als wichtigste Einnahmequellen zählt auch in diesem Jahr die Einkommenssteuerbeteiligung mit 925.000 Euro und die Schlüsselzuweisung, also der Finanzausgleich des Lands, mit knapp 450.000 Euro. Breitenthal plant ebenfalls mit einer Grundsteuereinnahme (A und B) von 136.000 Euro und einer Gewerbesteuer von 310.000 Euro. Barbara Fetschele betrachtet diese Entwicklung als erfreulich, da heuer bei der Gewerbesteuer ein Zuwachs von 120.000 Euro erwartet wird. Der Gemeinderat hat den Haushalt einheitlich abgesegnet.