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Handball

16.03.2015

Lautstark Richtung Landesliga

Mit Trommeln, Tröten und Gesängen feuerte die „Edelfan“-Sektion die Günzburger an und feierte mit den Spielern den Titelgewinn.
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Mit Trommeln, Tröten und Gesängen feuerte die „Edelfan“-Sektion die Günzburger an und feierte mit den Spielern den Titelgewinn.

Der VfL Günzburg erledigt seine letzte Pflichtaufgabe und darf nun den Meistertitel feiern

Das Meisterstück ist gelungen. Noch wichtiger als der deutliche 35:21 (14:9)-Sieg über den keineswegs enttäuschenden TSV Bobingen war das Ende der Tabellen-Arithmetik: Der VfL Günzburg kann nun auch rechnerisch von seinen Konkurrenten nicht mehr eingeholt werden und ist in die Handball-Landesliga aufgestiegen.

Vor 400 Zuschauern, darunter auf der Gegentribüne eine ebenso imposante wie lautstarke Edelfan-Gruppe, die mit Trommeln, Lautsprechern, Sirenen und weinroten Gesängen ihre Mannschaft nach Leibeskräften antrieb, startete die jüngste Mannschaft der Liga bis zum 6:1 wie entfesselt. Danach zeigte aber auch der ehemalige Landesligist, der immer noch leise Abstiegssorgen hat, dass er wegen wichtiger Punkte und nicht als stiller Teilnehmer einer Meisterschaftsfeier in die Donaustadt gekommen war. Beim 11:7 und 12:8 musste der erneut starke Keeper Tizian Schmid sein Können zeigen, um eine richtig enge Partie zu verhindern.

Trotz Harzverbot und einfacher wie doppelter Manndeckung erst gegen Andi Konopa und dann zusätzlich gegen Nico Jensen, kam dann aber der übliche läuferische Einbruch des Gegners. Innerhalb von Minuten wurde aus dem nicht ungefährlichen Zwischenstand von 14:9 zur Halbzeit ein überdeutliches 18:9 und 21:10. Mit präzisen Pässen von Torwart Schmid und einer lauffreudigen zweiten Welle um Turbo Raphael Groß war der Gegner urplötzlich überrannt. Da sich jeder einzelne Spieler ins geschlossene Spielsystem einbringen wollte und auch der zweite Torwart Tobias Heinrich, der Verletzungs-Pechvogel einer ansonsten stressfreien Saison, ein imponierendes Comeback gab, wurde der Vorsprung kontinuierlich bis zum 35:21-Endergebnis ausgebaut.

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Danach gehörte die Halle den Freunden der Spieler und den Fans. Man spürte, was die ersehnte Rückkehr auf die Verbandsebene, in die Landesliga, dem Verein und dem Handball begeisterten Team um Kapitän Axel Leix bedeutet. „Das Imperium schlägt zurück“, war spaßig auf den Meister-T-Shirts formuliert. Für einen Verein mit Europapokalgeschichte natürlich eine jugendlich gewagte Formulierung, Aufsteigen ist aber ein hartes Brot im Sport und als Bezirksoberligist muss selbst ein „Imperium“ zunächst mit einem Landesligaaufstieg zurückschlagen.

Mit dem Aufstieg ist die größte Krise des Günzburger Männerhandballes seit dem Bundesligarückzug gebannt. Vor zwei Jahren drohte ein kompletter Absturz ins BOL-Mittelmaß, so ausgedünnt war der Kader, so sehr hatte sich eine ungewollte einseitige Priorisierung des Jugendhandballes Einzug verschafft. Die enge Verzahnung zwischen A-Jugend und Männern zusammen mit dem zweimaligen Bundesligatraum brachte die Wende. Bis auf den Langenauer Tobias Heinrich spielten nur Günzburger Handballschüler die Aufstiegspartie.

Das ist der viel beachtete „Günzburger Weg“. Großen Anteil am schönen Modell hat der zwölffache Torschütze Raphael Groß. Er entschied sich letztes Jahr zwischen einer Drittliga-Offerte und BOL-Niederung für seinen Heimatverein. Diesem Vorbild folgten die A-Jugendlichen des aktuellen Bundesligajahrganges bis auf Jannik Staiger, der im besten Verhältnis zu seinem Heimatverein zurückkehrt. Das Sorgenkind „Männerhandball“ hat so urplötzlich eine glänzende Perspektive. (zg)

VfL Günzburg Heinrich; Schmid T., Rothbauer (2), Nief, Konopa (5), Geiger (2), Leix (2), Schmid M. (1), Rennert (3/1), Jensen (3), Jäger (5) und Groß (12/4).

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