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06.09.2021

"Haus des Geldes" wird immer blutiger

Jetzt geht Staffel 5 von "Haus des Geldes" an den Start: Der Banküberfall und die Geiselnahme dauern in der neuen Staffel der Netflix-Serie bereits 100 Stunden.
Foto: Tamara Arranz, Netflix

Die Netflix-Serie "Haus des Geldes" beginnt mit viel Geballer und blutigen Bildern: Die Spannung wird zum Auftakt der fünften und letzten Staffel hoch gehalten.

Die Dali-Masken und die roten Overalls sind längst kult geworden und dienen mittlerweile als Faschingsverkleidung. In der Serie "Haus des Geldes" werden sie dazu benutzt, die Grenzen zu verwischen: zwischen Geiseln und Geiselnehmern, zwischen Gut und Böse. Denn der Clou bei dieser Serie ist ja, dass es nicht nur um Spannung darin geht, sondern immer auch unterschwellig um Rebellion und Widerstand gegen das System.

Die Symbole für das System sind das Geld und die staatliche Macht in Form von schwerbewaffneter Polizei. Die Bankräuber, obwohl eigentlich und ursprünglich allesamt Schwerverbrecher, bekommen unter der strikten Führung des Professors Züge von Robin Hood. Gleich zum Auftakt der 3. Staffel haben sie einen Großteil des in Staffel eins und zwei erbeuteten Geldes von einem Zeppelin auf Madrid regnen lassen. Gestohlen, um alles zu geben. So wundert es nicht, dass „Haus des Geldes“ das italienische Widerstandslied „Bella Ciao“ zu einem der Schlüsselsongs der Serie erkoren hat. Es soll um mehr gehen als um bloße Action.

Netflix startet am 3. September mit fünf Folgen der Staffel 5 von "Haus des Geldes"

Nun biegt die Serie auf die Zielgerade ein: Nur noch eine letzte Staffel, die fünfte Staffel, ist angekündigt. Netflix hat die ersten fünf Folgen soeben freigegeben, im Dezember sollen die letzten fünf Folgen in die Mediathek gestellt werden. Schon ist man wieder mittendrin in der spanischen Zentralbank, dort wollen der Professor und sein Team den spanischen Goldschatz, 90 Tonnen schwer, rauben. Die Geiselnahme dauert mittlerweile schon mehr als 100 Stunden. Die Nerven liegen blank, bei allen. Die Emotionen schießen ständig über, der einzige, der die ganze Zeit über kühlen Verstand bewahrt, ist durch die allein ermittelnde und hochschwangere Polizistin Alicia Sierra gefangen genommen worden. In der Zentralbank hallt gleichzeitig noch der Tod von Nairobi nach, einer ans Herz gewachsenen Figur, die von Anfang an dabei war. Das Signal auch für alle Zuschauer, dass es nun ums Ganze geht.

Erzählt wird wieder mit den bewährten Mitteln der Serie: Musik kommt zum Einsatz, etwa eine tieftraurige Version des Cure-Hits „Friday I’m In Love“. Es gibt Rückblenden, die neue Drehungen im Plot vorbereiten sollen. Zu sehen ist wieder einmal Berlin, der Bruder des Professors, das zweite Mastermind der Gang, der eigentlich schon lange tot ist (seit Staffel zwei), aber in Rückblenden nun auch in der fünften Staffel mit von der Partie ist. Durch Berlin wird dessen Sohn als Computer-Genie eingeführt. Ob und wie er in die Geschehnisse involviert werden wird, ist noch nicht raus, aber selbstverständlich ist die neue Figur nicht ohne Grund da.

Foto: Manolo Pavón, Netflix

Auch draußen vor der Zentralbank, wo einerseits die Menschenmenge immer noch die Bankräuber als Volkshelden feiert und unterstützt, plant andererseits der Einsatzleiter einen neuen Zugriff. Jetzt soll das Militär zum Einsatz kommen, um diesem Geiselnahme und vor allem auch den Geiselnehmern ein Ende zu bereiten. Geschossen werden soll notfalls auf alle.

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Gleichzeitig wird es immer blutiger, brutaler – und auch inkonsequenter. Denn so sehr es einen Plan des Professors geben mag für den Raub, innen nehmen schon seit einigen Folgen und auch Staffeln die persönlichen Reibereien untereinander zu. Deshalb gibt es nun auch in den fünf neuen Folgen wieder Szenen, in denen inmitten von schweren Kugelhagel die Zeit stillzustehen scheint und Liebesdinge ausführlich diskutiert werden. Was es wiederum den Geiseln – allen voran Arturo – ermöglicht, zu einem erstaunlichen Eigenleben zu kommen. So gut wie unbeaufsichtigt leisten sie plötzlich schwer bewaffnet Widerstand.

Ja, natürlich macht das neugierig auf den Rest der Staffel, natürlich bleiben diejenigen, die bis zur fünften Staffel vorgedrungen sind, bei der Stange. Gleichzeitig wirkt das Szenario immer noch überdrehter. Der Professor mit seinen fast schon prophetisch hellseherischen Kräften, die Bankräuber, die nur noch von einer Not in die nächste schlittern, die vielen Haken und Wendungen, die so erzeugt werden, ohne der Geschichte nennenswertes neues Futter zu geben.

Steigerung erhält die fünfte Staffel zum Auftakt nicht mehr durch eine zweite Ebene, sondern durch Erhöhung der Dosis dessen, was schon da ist. Es fließt viel Blut, es wird auch weiter gestorben, es wird vor allem bis an die Zähne bewaffnet geschossen, was nur geht. Geiselnehmer gegen Geiseln, Geiselnehmer gegen Militär. Und wie das nun zu einem halbwegs guten Ende führen soll, ob irgendwer einen Ausweg findet, erscheint immer ungewisser.

Netflix zeigt die ersten fünf Folgen der fünften Staffel von "Haus des Geldes" ab 3. September. Der zweite Teil der fünften und letzten Staffel folgt dann am 3. Dezember.

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