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Porträt

13.11.2018

Rammstein-Frontmann Till Lindemann ist ein sensibler Klotz

Weiß, wie er die Aufmerksamkeit auf sich zieht: Rammstein-Frontmann Till Lindemann.
Bild: Axel Heimken, dpa (Archiv)

Till Lindemann ist mit Rammstein im Ausland wahrscheinlich bekannter als der Bundespräsident. Dafür hat er mit der Skandal-Band aber auch einiges getan.

Dreieinhalb Stunden. So lange hat es gedauert, bis Rammstein mehrere hunderttausend Karten für die anstehende Stadiontournee in Europa verkauft haben. Es wäre vermutlich noch schneller gegangen, wären die Vorverkaufsstellen im Internet nicht überlastet gewesen. Rammstein ist zurück – und noch immer eine Nummer. Wahrscheinlich sogar noch größer als Helene Fischer. Und wer Rammstein sagt, sagt auch Till Lindemann.

Der gebürtige Leipziger ist nicht nur Frontman und Gesicht der extrem polarisierenden Band. Er schreibt auch die Texte zu ihren Liedern – voll von Gewalt, Sex und Todessehnsucht. Nebenbei hat er bislang zudem zwei Gedichtbände veröffentlicht, in denen es auch um Liebe geht – oder um das, was manche eben darunter verstehen.

1963 in Leipzig geboren, wuchs Lindemann in Rostock auf. Sein Vater war Werner Lindemann, der in den 70er Jahren in der DDR als Kinderbuchautor bekannt wurde. Angeblich hat auch Sohn Lindemann bereits früh Gedichte geschrieben. Besser belegt ist aber seine sportliche Ader: Als Leistungsschwimmer durfte er als Jugendlicher sogar zu Wettkämpfen ins westeuropäische Ausland. Dort zeigte er sich aber nicht systemkonform und als noch eine Verletzung dazukam, war es das mit der Sportkarriere.

Rammstein testet ständig die Grenzen aus

Was blieb, ist die Figur: breites Kreuz, gut 1,90 m groß und knapp unter 100 Kilo schwer – mit Lindemann, Vater von drei Kindern, will man lieber nicht aneinandergeraten. Das passt zu der martialischen Musik, mit der Rammstein als Aushängeschild der „Neuen deutschen Härte“ international Karriere gemacht haben. Von Japan bis Amerika – Lindemann ist in vielen Ländern wohl bekannter als der Bundespräsident.

Breites Kreuz, gut 1,90 m groß und knapp unter 100 Kilo schwer – mit Till Lindemann, Vater von drei Kindern, will man lieber nicht aneinandergeraten.
Bild: Jens Kalaene, dpa

Dafür haben die Musiker, die alle aus dem Osten Deutschlands stammen, aber auch einiges getan. Ständige Provokation und das Austesten von Grenzen gehören seit Anfang an zu ihrem Markenkern: Sadomasochismus, Inzest, Nekrophilie, Kannibalismus – welches Thema auch immer gut für einen Skandal ist, Rammstein haben den Song dazu. Und eine gigantische Bühnenshow. Wo sich andere Stars ganz auf die Macht von Licht und Video verlassen, lieben es Lindemann und Co. gefährlich. Um die große Feuerschau bei jedem Konzert auch unverletzt zu überstehen, ließ er sich sogar zum Pyrotechniker ausbilden.

Nach fast zehn Jahren Pause erscheint nun Ende des Monats das neue Album der Band. Im Frühjahr will Lindemann noch seine zweite Soloplatte drauflegen. Bis dahin hat sich wohl auch der Ärger um das Café Niesen im Prenzlauer Berg gelegt: Die Wirtin klagt, sie müsse schließen, weil Lindemann die Miete so erhöht hat. Denn das ist Lindemann auch: ein guter Geschäftsmann. Welche Band hat denn schon ihren eigenen Fanshop in Berlin?

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