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Landsberg

13.05.2018

7000 Autos täglich im Landsberger Hinteranger

Paul Stikkelorum hat drei Häuser im Hinteranger (324-326) saniert und hat bereits Schäden wegen des hohen Verkehrsaufkommens, sagt er.
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Paul Stikkelorum hat drei Häuser im Hinteranger (324-326) saniert und hat bereits Schäden wegen des hohen Verkehrsaufkommens, sagt er.
Bild: Thorsten Jordan

Eine Familie wehrt sich mit Schildern gegen den täglichen Straßenlärm und die Abgase. Auch Risse im Mauerwerk sind eine Folge der Belastung. Sie hofft auf Hilfe durch den Stadtrat.

Lärm, Ruß und Abgase belasten uns“, „Verkehrsreduzierung sofort“, „7000 Autos täglich“. Die Schilder im Landsberger Hinteranger sprechen eine deutliche Sprache. Aufgestellt haben sie Paul und Sieglinde Stikkelorum. Die beiden Anlieger haben Angst vor dem Verkehrsinfarkt in der Altstadt. Nicht nur die aktuelle Situation bereitet dem Ehepaar Sorgen, sondern auch die Zukunft. Die Stikkelorums haben klare Forderungen an die Stadt Landsberg.

Hohe Belastung mit Autoabgasen

An manchen Tagen ist es so schlimm, da muss Paul Stikkelorum die Eingangstür zu seinem Modeschmuckgeschäft kurz vor dem Sandauer Tor nach wenigen Minuten wieder schließen. So laut ist es, und so stark ist für ihn die Belastung durch Autoabgase. „Seit dem Hauptplatzumbau hat der Verkehr stark zugenommen“, sagt der 58-Jährige.

Von beiden Seiten eine Verkehrsblockade

Seinen Beobachtungen zufolge gebe es dort von beiden Seiten eine Verkehrsblockade. „Die Leute nehmen dann den kürzesten Weg durch den Hinteranger. Über die A96 fährt keiner.“ Im Jahr 2000 haben er und seine Frau eine Immobilie im Bereich des Hinterangers gekauft. Seitdem habe der Verkehr kontinuierlich zugenommen. Die 7000 Autos, von denen Stikkelorum auf einem seiner handgemalten Plakate spricht, sind nicht aus der Luft gegriffen. Diese Zahl stamme aus dem Jahr 2011 – vor dem Hauptplatzumbau. Errechnet habe sie Professor Hermann Knoflacher in seiner Verkehrsstudie. „Er hat damals bei uns im Haus ein Zählgerät aufgestellt. Und damals wurden 6800 Fahrzeuge registriert“, so Stikkelorum.

Kein Autofahrer hält an

Und heute? „Heute fährt Auto an Auto durch. Als Fußgänger muss man oft warten, wenn man vom Hinter- in den Vorderanger will. Von den Autofahrern hält keiner an. Und zu schnell fahren auch viele“, sagt Sieglinde Stikkelorum. Sie befürchtet, dass die Belastung für die Bewohner des Hinterangers mit der Fertigstellung des neuen Stadtviertels „Urbanes Leben am Papierbach“ auf dem Gelände der ehemaligen Pflugfabrik noch größer wird. „Dann haben wir die A-Karte“, so die 60-Jährige. Mittlerweile würde sich der Verkehr nicht nur aufs Gemüt auswirken, sondern auch auf die Bausubstanz der denkmalgeschützten Häuser. Dort würden immer mehr Risse entstehen.

Mehr verkehrsberuhigte Bereiche

Dabei sind die Stikkelorums froh, dass sie selbst nicht im Hinteranger, sondern in der Ledergasse wohnen und dort keinen direkten Verkehr vor der Nase haben. „Der Hinteranger ist die am dichtesten besiedelte Straße in ganz Landsberg. Hier sollten nicht so viele Autos durchfahren“, betont Paul Stikkelorum. Er würde es begrüßen, wenn der Hinteranger verkehrsberuhigter Bereich beziehungsweise Fußgängerzone werden würde. Seiner Meinung nach sind 95 Prozent Durchgangsverkehr. Nur die wenigsten würden tatsächlich den Einzelhandel aufsuchen. Den Durchgangsverkehr könne man durch Maßnahmen wie den Einbau von „Spoiler-Killern“ reduzieren. „Hier sollten nur die durchfahren, die hier was erledigen wollen. Es wird gerast wie verrückt.“ Den Einbau eines neuen Pflasters, um den Verkehrslärm zu reduzieren, befürworten die Stikkelorums nicht. „Ein verkehrsfreundliches Pflaster zieht nur mehr Verkehr an. Und wir wollen weniger Autos.“ Die Schilder hat Paul Stikkelorum „aus reinem Frust“ gemalt, wie er sagt. „Wir wollen den Autofahrern zeigen: Es stinkt uns.“ Seine Frau meint: „Die Stadt darf die Augen vor den Problemen nicht verschließen. Wir hoffen, dass das Thema in den Stadtrat kommt.“

Der Hinteranger ist am Mittwoch, 16. Mai, ab 18 Uhr auch Thema im Stadtrat. Zum einen soll ein Grundsatzbeschluss zur Verlagerung von Stellplätzen zur Aufwertung von Hinter- und Vorderanger, Schul-, Schlossergasse und Holzmarkt in Verbindung mit der Erweiterung Tiefgarage Lechstraße gefasst werden. Anschließend berät der Stadtrat darüber, wie er bezüglich des Bürgerbeteiligungsverfahrens Vorderer und Hinterer Anger/Schulgasse/Schlossergasse weiter vorgehen will.

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