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Landsberg

07.10.2019

Baustellen im Lech: Eine Halbinsel und verdächtige Säcke

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3 Bilder
So sieht das Plateau für den Bau des Lady-Herkomer-Stegs am Lech in Landsberg aus. Flussaufwärts gibt es eine weitere Baustelle.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Momentan gibt es zwei Baustellen im Lech. Beim Landsberger Inselbad entsteht der Lechsteg. Flussaufwärts steht die nächste Baustelle an. Warum große Säcke für Aufregung sorgten.

An den beiden Flussbaustellen im Lech in Landsberg hat sich einiges getan. Besonders sichtbar ist das zwischen dem Inselbad und dem Papierbach-Quartier, wo der neue Lady-Herkomer-Steg für Fußgänger und Radfahrer gebaut wird. Das LT hat die Baustellen besichtigt und lüftet das Geheimnis um große weiße Säcke, die bereits für Aufregung gesorgt haben.

Pünktlich zum 30. September sei dort die künstliche Halbinsel fertiggestellt worden, die als Plattform für die Baustelle dienen soll, informiert Tiefbau-Chef Hans Huttenloher. Genau einen Monat habe man dafür Zeit eingeräumt bekommen, damit der Lebensraum der Fische durch von der Baustelle abströmende Feinteile nicht zu lange beeinträchtigt werde. In der vergangenen Woche sei noch eine Baugrunduntersuchung durchgeführt worden. Bereits nach rund sechs Metern sei man auf harten Untergrund gestoßen. Als Nächstes sollen Bohrpfähle geschlagen werden, auf denen der Brückenpfeiler in der Flussmitte gegründet wird. Ob die Pfähle wie geplant 15 Meter tief in den Untergrund reichen sollen, lässt Huttenloher angesichts der neuen Erkenntnisse zum Untergrund offen.

400 Lkw-Ladungen Kies und Steine wurden herangekarrt

Laut Huttenloher wurden über 5000 Kubikmeter Kies und Wasserbausteine (das entspricht rund 400 Lkw-Ladungen) im Lech aufgeschüttet. Die dabei entstandene künstliche Halbinsel ist quasi der Brückenbauplatz. Dort werde ein 400-Tonnen-Kran aufgestellt, der allein schon eine Grundfläche von 400 Quadratmetern benötigt.

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Am Anfang sei relativ viel Material abgetragen worden, da der Kraftwerksbetreiber Uniper den Ablauf höher als erwartet gestellt habe. Daraufhin sei ein Wellenbrecher aus Wasserbausteinen errichtet worden: „Im Schutz des Wellenbrechers konnten wir dann besser arbeiten.“ Momentan fließen rund 170 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab, der normale Ablauf betrage 90 Kubikmeter. Hochwassersicher sei die Kiesschüttung bis etwa 250 bis 300 Kubikmeter. So viel Wasser fließe allerdings im Winterhalbjahr üblicherweise nicht. Je mehr es Richtung Winter gehe, desto weniger Wasser führe der Lech.

Die Hochwasserschutzmauer stammt aus dem Jahr 1910

Nicht ganz so viel Kies muss flussaufwärts bei der Baustelle des Wasserwirtschaftsamts am Lech-Ostufer eingebracht werden. Von diesem künstlichen Gelände aus wird die entlang des Lech-Biergartens verlaufende Hochwasserschutzmauer saniert. „Mit 2000 Kubikmeter aufwärts“ rechnet Projektleiter Johannes Haas. Vor dem Wehr ist der Lech rund drei Meter tief, sagt Haas, und die Länge des Wegs von der Karolinenbrücke zum Parkplatz am Klösterl beträgt rund 130 Meter. Angefahren wird das Material über den Wildpark. Die dortige Zufahrt solle nach Möglichkeit noch diese Woche fertig sein. Der Bau der Kiesplattform werde zwei bis drei Wochen dauern. Danach könne dann mit dem teilweisen Abbruch der etwa 90 Meter langen Stampfbetonmauer, die nach dem Lech-Hochwasser von 1910 errichtet wurde, begonnen werden. Die Mauer werde landseitig auf der ganzen Höhe der Brüstung durch eine bewehrte Stahlbetonwand ersetzt, vor dem unteren flussseitigen Teil werde eine Betonschale gesetzt.

Was es mit den großen weißen Säcken auf sich hat

Wie der Abbruch vonstatten geht, kann man bereits am Englischen Garten erkennen. Dort ist in einem ersten gut 100 Meter langen Abschnitt die insgesamt rund 650 Meter lange Ufermauer bereits geschleift. Das ist der Bereich von der Karolinenbrücke bis zum Zugang zum Englischen Garten. Dort wurde auch der sogenannte „Dammbalkenverschluss“ abgebrochen, an dem im Hochwasserfall bislang mit Brettern der Zugang abgeriegelt werden konnte. Mit überdimensionalen Sandsäcken ist diese offene Flanke zum Fluss hin gesichert, bis dort eine Barriere errichtet sein wird. Die dafür verwendeten weißen Big Bags sorgten schon für Aufregung. Aufmerksame Passanten hatten darauf „Asbest“ gelesen.

Entgegen dieser Aufschrift seien die großen Kunststoffsäcken aber mit Kies und Sand befüllt worden, versichert Haas. „Wahrscheinlich hat die Baufirma gerade keine anderen Säcke gehabt.“ Die Ufermauer am Westufer werde nach derselben Methode erneuert wie auf der Altstadtseite. Damit werde in Kürze begonnen. Nach dem Teilabbruch (die oberen 50 Zentimeter und seitlich 30 Zentimeter) werde eine Stahlbetonwand errichtet und im Untergrund verankert. Der erste Abschnitt soll bis Dezember fertig sein.

Lesen Sie dazu auch:Wie geht’s jetzt zum Landsberger Wildpark?

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