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Dießen

03.05.2016

Blick hinter die Kulissen

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4 Bilder
Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte Katharina Ranftl ihre weithin bekannten Montagsfiguren unter freiem Himmel im Garten.
Bild: Maren Martell

Künstler öffnen bei den Ateliertagen zum zweiten Mal ihre Türen fürs Publikum.

Am Wochenende war in Dießen Atelier-Hopping angesagt. 14 Künstler hatten in der Marktgemeinde in ihre privaten Atelierräume geladen, die sonst für die Öffentlichkeit verschlossen sind. Die Dießener nahmen das Angebot gerne an. Am Samstag und Sonntag herrschte in fast allen Künstlerateliers rege Betriebssamkeit. An beiden Tagen trug auch das Wetter positiv dazu bei: am Samstag der Sonnenschein und am Sonntag das regnerisch-kühle Nass. Manche Besucher waren sogar extra aus München oder Augsburg angereist. „Wir sind sehr zufrieden mit der diesjährigen Resonanz“, freute sich Initiatorin Annunciata Foresti, die ihre Arbeitsräume im Stellwerk ebenfalls für das Publikum geöffnet hatte. Alle Künstler schätzten es, sich mit den Ateliertagen abbilden zu können, die in diesem Jahr zum zweiten Mal veranstaltet wurden. Die letzten Ateliertage fanden 2014 statt.

Die Wortkünstlerin Nue Ammann, die für ihre temporären Installationen bekannt ist, empfing ihre Besucher im leuchtend gelben Bauwagen am Strandbad Riederau. Ursprünglich wollte sie dort die Umkleidekabinen für ihre Wort-Objekte nutzen. Doch die standen kurzfristig nicht zur Verfügung und so musste sie umdisponieren. In dem von der Uttinger Seebühne ausgeliehenen Bauwagen präsentierte sie Souvenirs und Erinnerungen ihrer bisherigen Installationen. „Paradies ist Rückblick mit verliebten Augen“ oder „Schwarz und Weiß gibt Grün schon immer“ waren dort zu lesen. „Das ist quasi eine Retrospektive meiner Arbeit“, betonte die Dießener Künstlerin.

Der Bildhauer Matthias Rodach lud in sein Freiluftatelier in der Seestraße zu einer Dokumentation ein. Die Besucher konnten den Entstehungsprozess für seinen kürzlich auf dem Dießener Untermüllerplatz enthüllten „Mann mit dem goldenen Fisch“ nachvollziehen. Zu sehen waren die Gipsmodelle, die Zeichnungen, Architekturpläne und ein Film. Seine Lebensgefährtin Katharina Ranftl präsentierte auf dem gleichen Gelände ihr neu in einem renovierten, alten Bauwagen eingerichtetes Atelier. Dort waren ihre Arbeiten aus den Jahren 2012 bis 2014 zu sehen, darunter auch ihre weithin bekannten Montagsfiguren.

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Im Dießener Stellwerk päsentierte Annunciata Foresti Werke ihrer Ausstellung „Windstärke 9“ vom vergangenen Sommer. Zu den Bilder zum Thema Wasser und Naturgewalten hatte sie aber auch aktuelle Arbeiten hinzugefügt. In ihrem Atelier konnten Besucher außerdem die Entstehung ihres Werks „Frühlingsblüten“anhand von Fotos nachvollziehen. Da waren die Entwicklungsschritte des ursprünglich 2011 entstandenen Bildes zu sehen, das Foresti insgesamt vier Mal übermalte. Heute ist das „Endprodukt“ im Dießener Pavillon ausgestellt.

Auch Burkhard Niesel hatte bei dem schönen Wetter am Samstag seinen Garten zum Atelier gemacht und abstrakte Arbeiten von 1990 präsentiert. Ansonsten waren bei ihm seine großformatigen, fast meditativen norddeutschen Landschaften zu sehen.

Die Fotografin Sabine Jakobs zeigte in ihrem neuen Atelier am Marktplatz ihre fotografischen Alltagsfunde – eine aufgerissene Bonbontüte, ein Grafitto oder eine zarte Feder auf dunklem Asphalt. „Hinter jedem dieser kleinen Bilder steckt eine Geschichte“, erläuterte die Künstlerin. Zu sehen waren auch ihre lebensgroßen Porträts von Jugendlichen aus der Region.

Heidi Wolf lud in ihre Privatwohnung ein. Die 32-Jährige lebt seit vier Jahren in Dießen und nahm erstmals an den Ateliertagen teil. In ihrem Wohnungsatelier präsentierte sie ein noch unvollendetes Gemälde, auf dem sie den Rückgriff auf die Vergangenenheit zum Thema macht.

Bei Inge Frank in der Lachener Straße waren wilde abstrakte Farbspiele in Öl auf Leinwand zu bewundern. Den Besuchern erläuterte die Künstlerin ihre Techniken und was hinter ihren Bildern steht.

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