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Landkreis Landsberg

23.11.2017

Braune Tonne: Sparfüchse müssen trotzdem zahlen

Die Leerung der braunen Biotonne im Landkreis Landsberg kostet ab 1. Januar 2018.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Das wird Verbraucher nicht besonders freuen: Für Biomüll müssen sie 2018 vorauszahlen. Egal, ob sie Abfall in die Braune Tonne geben oder nicht.

Die ab Januar geltenden neuen Abfallgebühren im Landkreis haben erneut den Kreisausschuss beschäftigt. Dabei ging es speziell um die neuen Gebühren für die Abfälle, die in der Biotonne landen.

Zwei Jahre lang war die Entsorgung der Bioabfälle kostenlos. Bei der Abfallwirtschaft entstand jedoch ein Defizit. Deshalb zog der Kreistag im Sommer die Bremse: Ab 1. Januar müssen für jedes Kilogramm Grasschnitt, Laub, Salatblätter und ähnliche Abfälle zwölf Cent bezahlt werden. Die Bereitstellung der Tonne an sich und deren Leerung kosten nichts. Und weil das so ist, haben bislang auch nur wenige Haushalte die Tonne zurückgegeben. Die Überlegung, die dahinter stehen könnte, könnte dabei etwa die Folgende sein: Um sich rund 50 Euro jährliche Biomüll-Gebühr zu sparen, wird zwar wieder selbst kompostiert, andererseits wird die Tonne für den Fall, dass man sie doch mal mit Grünabfällen befüllen möchte, im Haus behalten. Denn dieses Vorhalten an sich kostet ja nichts.

So viel kostet es im Voraus

Allerdings: Für eine solche Kapazitätsreserve für Biomüll wird die Abfallwirtschaft zunächst sehr wohl zur Kasse bitten, selbst dann, wenn in der Tonne im nächsten Jahr kein einziges Gramm landet. Wie für den Restmüll sollen nämlich zum 15. März und 15. September Vorauszahlungen erhoben werden. Eine entsprechende Ergänzung der Gebührensatzung soll der Kreistag im Dezember beschließen. Als Grundlage für diese Vorauszahlungen zieht die Abfallwirtschaft die durchschnittlichen Biomüllmengen heran, die 2016 in den jeweiligen Behältergrößen entsorgt wurden. Für die 80-Liter-Tonne beträgt der Vorauszahlungsbetrag damit 44,73 Euro, für die 120-Liter-Tonne 54,81 Euro und für die 240-Liter-Tonne 76,68 Euro.

Unabhängig von der tatsächlichen Inanspruchnahme der Biotonne muss also jeder Besitzer eines solchen Abfallgefäßes im Voraus bezahlen. Sollte er sie aufgrund der neuen Gebühr deutlich seltener befüllen und weniger als die Durchschnittsmenge des Jahres 2016 anfallen, bekommt er das zu viel bezahlte Geld dann erst 2019 zurückerstattet.

Der Landkreis glaubt nicht an den Faktor Kosten

Ob sich die bisherige Durchschnittsmenge von der künftig tatsächlich entsorgten Bioabfallmenge tatsächlich wesentlich unterscheiden wird, bezweifelt man im Landratsamt. Das war schon bei den Beratungen über die neue Gebühr im Sommer deutlich geworden. Die Zahl der Sparfüchse wurde als eher niedrig geschätzt: Die Vertreter der Abfallwirtschaft gingen davon aus, dass der Faktor Komfort bei den meisten Biotonnen-Nutzer einen höheren Stellenwert haben dürfte als der Faktor Kosten. Sprich: Viele würden zwar über die neuen Gebühr schimpfen, aber doch weiterhin ihre Grünabfälle in die Braune Tonne werfen und nicht den Komposthaufen im Garten wieder aufleben lassen.

Tatsächlich hat sich Bestand an Biotonnen im Landkreis seit Bekanntwerden der neuen Gebühr nicht verringert. Zum 1. Januar gab es laut Landratsamt 23.623 Biotonnen. Aktuell wurden 445 Gefäße zum Jahresende abgemeldet, es seien aber auch neue angefordert worden. Deshalb werde davon ausgegangen, dass es auch am Jahresende insgesamt rund 23.600 Biomüllbehälter sein werden.

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