Newsticker

Bundesregierung erklärt fast ganz Österreich und Italien zu Risikogebieten
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Bürgermeister will Investoren anlocken

Kreis Landsberg

16.04.2015

Bürgermeister will Investoren anlocken

Einen Investorenwettbewerb stellt sich Schondorfs Bürgermeister Herrmann für das ehemalige Prix-Gelände vor.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Gemeinderat in Schondorf hat noch keine gemeinsame Linie in Sachen Prix-Gelände gefunden. Jetzt soll der Markt erkundet werden.

Eine überraschende Wende könnte nun offenbar der Prozess zur Gestaltung des Prix-Geländes in Schondorf nehmen. Für die jüngste Gemeinderatssitzung waren ein Vortrag zum Thema Mehrgenerationenwohnen auf dem bisherigen Industrieareal zwischen Schulstraße und Bahnlinie und ein Antrag der CSU-Fraktion für „weitere Lösungsvorschläge für die Bebauung des Prix-Geländes“ angekündigt. Doch daraus wurde nichts: Zum Prix-Gelände wird es in Kürze eine Sondersitzung des Gemeinderates geben, denn Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) hat einen neuen Plan.

Wie er bei der Sitzung sagte, habe er dem Referenten einer in Gründung befindlichen Genossenschaft im Landkreis zum Thema Mehrgenerationenwohnen abgesagt. Die Präsentation soll „in der Schublade bleiben“, meinte Herrmann. Bei einem Investitionsvolumen von 40 Millionen Euro sei statt der Gemeinde ein Investor gefragt, sagte Herrmann weiter. Er schlug daher vor, einen Investorenwettbewerb auszuschreiben. Ein Bebauungsplan würde dann nach den Ideen und Vorstellungen des Siegermodells erstellt werden. Als Vorteil für ein Investorenmodell wie beispielsweise am alten Sportplatz am Eichet nannte Herrmann, dass die Gemeinde in der Ausschreibung zwar ihre Vorstellungen festzurren könnte. Das finanzielle Risiko trage aber dann der Investor. Als Beispiel für solche Kriterien, die erfüllt werden müssten, nannte Herrmann einen gewissen Anteil von Mietwohnungen, die für zehn Euro pro Quadratmeter angeboten werden sollen. Auch den Verkaufspreis für das Grundstück könne der Gemeinderat festlegen.

Für Herrmann kam, wie er sagte, der wirtschaftliche Aspekt bei dem Prix-Gelände bisher zu kurz. Eine Kombination von lockerer und günstigem Wohnraum werde nicht möglich sein. Für den Ankauf hatte die Gemeinde vier Millionen Euro Kredit aufgenommen. Daneben müssen seinen Worten zufolge auch der Flächenabzug für eine Sporthalle der Realschule, die Kauf- und Vertragsnebenkosten. Das Entsiegeln und Entsorgen des Geländes und der darauf befindlichen Gebäude wäre auch bereits Aufgabe eines Investors. Die Gemeinde würde nur noch eine Bodenuntersuchung vornehmen lassen, stellt sich der Rathauschef vor. Auch die Erschließung mit Straßen und Leitungen will Herrmann angesichts des „angestrengten Haushalts“ einem Investor überlassen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Man werde bei der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen, welche die politischen Absichten des Gemeinderates beinhalten, fachliche Hilfe brauchen, sagte Herrmann. Er sprach auch an, dass man im Gemeinderat noch nicht einig darüber sei, welche Bebauung auf dem Prix-Gelände realisiert werden soll. Dies solle in einer Sondersitzung am 29. April geklärt werden.

Rainer Jünger ( CSU) sagte, die Meinungen im Gemeinderat seien unterschiedlich. Er schlug vor, zunächst die bisherigen Entwürfe für das Prix-Gelände dreidimensional zu visualisieren. Auch die Bevölkerung möchte Jünger bei einem Planungsentwurf hinter sich wissen. Der CSU-Antrag wurde jedoch nicht diskutiert. Der Bürgermeister verwies auf die Sondersitzung.

In dem Antrag, der dem LT vorliegt, wird gefordert, mindestens zwei weitere Planvarianten zu erstellen. Nach einem Plan A solle Wohnraum für 100 bis 150 Bürger geschaffen werden: mittels Eigenheimen für den freien Markt sowie zweier Geschosswohnungsbauten mit je acht Wohnungen. Ein Plan B könnte neben zwei bis drei Mehrfamilienhäusern und Einfamilien- und Doppelhäusern auch Reihenhäuser vorsehen. 150 bis 200 Bürger könnten dann auf dem Prix-Gelände wohnen. Der dritte Weg ist der bereits erstellte Vorschlag im Campus-Konzept mit Reihen- und Mehrfamilienhäusern.

Diese Variante wird in der CSU-Fraktion eher kritisch gesehen, eine solche Bebauungsdichte hätte städtischen Charakter, heißt es im Antrag. Auf einer Klausurtagung des Gemeinderates seien als Ziele festgelegt worden, dass die Gemeinde die Kosten für den Kauf des Grundstücks sowie der Abriss- und Altlastensanierung wieder einnimmt, der dörfliche Charakter bewahrt wird und bezahlbare Wohnungen für junge und ältere Bürger geschaffen werden. Allerdings, so heißt im CSU-Antrag weiter: „Diese Ziele „stehen teilweise im Gegensatz zueinander.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren