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Kinsau

28.07.2020

Das Baugebiet in Kinsau wird größer als geplant

In Kinsau werden in Richtung der B17 insgesamt 40 neue Bauplätze ausgewiesen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Kinsau weist zwischen dem Ort und der B17 insgesamt 40 Bauplätze aus. Wie die Gemeinde bei der Vergabe vorgehen möchte und was aus der alten Eiche wird.

Die Einwohnerzahl in Kinsau wird sich in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Die Gemeinde weist zwischen der Bundesstraße 17 und dem westlichen Ortsrand ein Baugebiet aus, das noch größer wird als zunächst geplant.

Angedacht war zunächst, nur den Bereich südlich der Staatsstraße für das Baugebiet „Am Gänsstall“ zu nutzen – insgesamt 30.000 Quadratmeter. Nun kommen noch weitere 6000 Quadratmeter nördlich der Staatsstraße hinzu. „Wir hatten das Problem, dass das Straßenbauamt keine weitere Zufahrt mehr genehmigt hätte. Die Gemeinde konnte aber in dem Bereich ein Grundstück erwerben, über das die Erschließung nun doch möglich ist“, sagt Bürgermeister Marco Dollinger auf Nachfrage des LT. Dort sollen auch die ersten zehn von voraussichtlich 40 Bauplätzen geschaffen werden. Die Grundstücke haben laut den bestehenden Planungen eine Größe von etwa 500 Quadratmetern.

Müssen Fledermäuse umgesiedelt werden?

Bis dort aber tatsächlich Familien einziehen, wird es noch etwas dauern. Im Gemeinderat wurden nun erst einmal die Stellungnahmen von Behörden zu dem Vorhaben behandelt. So verwies die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises darauf, dass eine alte Eiche südlich der Staatsstraße erhalten werden sollte.

Laut Bürgermeister Dollinger ist diese aber durch einen Blitzeinschlag vor 30 Jahren stark geschädigt und es gehe ein Riss durch den Stamm. Die Folge sei, dass der Baum faule. „Wir werden die Eiche so lange wie möglich stehen lassen. Wenn es konkret wird, kommt ein Vertreter der Naturschutzbehörde noch mal vorbei, schaut, ob in dem Baum möglicherweise Fledermäuse leben und wie diese gegebenenfalls umgesiedelt werden können.“

Der zweite größere Punkt unter den eingegangenen Stellungnahmen stammt von der Denkmalbehörde. Weil in dem Bereich die Via Claudia verläuft, hätte es sein können, dass im Erdreich Zeitzeugnisse aus der Römerzeit liegen. Um das auszuschließen, hatte die Gemeinde auf eigene Kosten eine Firma mit der entsprechenden Untersuchung beauftragt. Es wurde allerdings nichts gefunden.

Ein Grünstreifen lockert das Gebiet auf

Auf Nachfrage unserer Zeitung informiert Bürgermeister Marco Dollinger, dass der Gemeinderat ohnehin beschlossen hatte, einen fünf Meter breiten Grünstreifen im Bebauungsplan vorzusehen, und zwar genau dort, wo Funde am wahrscheinlichsten zu erwarten gewesen wären. „Wir sind aber auch ganz grundsätzlich froh über den Grünstreifen, weil er das Baugebiet auflockert“, fügt der Bürgermeister noch an.

Zulassen will Kinsau bei den Neubauten zwei Vollgeschosse und Doppelhäuser und Häuser mit mehreren Wohneinheiten. Die Gemeinde orientiere sich dabei an den Vorgaben des Freistaates, dichter zu bauen und somit weniger Flächen zu versiegeln, erläutert Marco Dollinger.

Erschließung soll im nächsten Jahr beginnen

Aber ist der Bedarf an Bauplätzen in Kinsau so groß, dass gleich 40 Parzellen ausgewiesen werden? „Es sagt ja keiner, dass alle Flächen innerhalb eines Jahres abverkauft sein müssen. Das darf gerne den Bedarf mehrere Jahre decken. Die Vergabe ist im Einheimischenmodell geplant“, sagt der Bürgermeister.

Zunächst wird der Bebauungsplan aber ein zweites Mal ausgelegt. Die Gemeinde strebt an, im kommenden Jahr mit der Erschließung zu starten und möglichst im Herbst 2021 über verkaufsreife Bauplätze zu verfügen.

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