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01.08.2010

Den OB lässt er nie "heraushängen"

Der erste flüchtige Blick täuscht: Nicht der ehemalige Ministerpräsident Edmund Stoiber, sondern nur sein Imitator Wolfgang Krebs (rechts) gehörte zu den Gratulanten zum 60. Geburtstag von OB Ingo Lehmann. Foto: Julian Leitenstorfer
Bild: Julian Leitenstorfer

Landsberg Edmund Diebold junior war sicherlich einer der Ersten, die sich am Samstag mit dem 60. Geburtstag von Oberbürgermeister Ingo Lehmann beschäftigten. Er setzte sich morgens bereits um 6 Uhr im fränkischen Hof ins Auto, an der Anhängerkupplung die große Orgel, die sonst zum Auftakt der Landsberger Wies'n einstimmt und fuhr das Gespann bis auf den Landsberger Hauptplatz, wo die Orgel später als Geburtstagsüberraschung erklang.

Doch Diebold war nicht der einzige, für Ingo Lehmann überraschende Gast bei der Feier im Festsaal des Historischen Rathauses. Während die Ansprachen der beiden Bürgermeister Sigrid Knollmüller und Norbert Kreuzer sowie die des Landrats Walter Eichner noch zu den zu erwartenden Programmpunkten gehörten, sorgte der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber alias Wolfgang Krebs als Laudator für einen kurzweiligen Verlauf der Jubiläumsfeier. Ingo Lehmann: "Ich gebe zu, dass meine Gefühle durchaus ambivalent waren angesichts dessen, was da auf mich zukommen würde." Er konnte sich aber entspannt zurücklehnen, was, das unterstrichen auch die Festredner, nicht unbedingt zu seinen vordergründigsten Eigenschaften zählt.

Auf Lehmanns Wort kann sich der Landrat verlassen

Für Landrat Walter Eichner aber, der noch vor Krebs ans Rednerpult trat, ist es genau diese treibende Kraft eines Ingo Lehmanns, die er in der täglichen Zusammenarbeit an dem Landsberger OB so schätzt. Ebenso übrigens wie den fairen Umgang miteinander, auch wenn man einmal unterschiedlicher Meinung sei. Walter Eichner: "Ich danke Dir dafür, dass bei uns immer das Wort gilt, das wir uns gegeben haben." Dies sei für ihn die wichtige Grundlage für eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis.

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Dies sähen im Übrigen auch die Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen auch so. Er solle ausrichten, dass sie es schätzten, dass Ingo Lehmann den Oberbürgermeister nicht "heraushängen" lasse und dass sie es äußerst sympathisch finden, dass er bei den Bürgermeisterdienstbesprechungen mit am Tisch sitze. Er beschrieb Ingo Lehmann anhand der vier großen Gemäldemotive, die im Festsaal des Historischen Rathauses zu sehen sind. Beim "Tanz des Herzogs Ernst im Landsberger Rathaus" falle ihm der musische Mensch Ingo Lehmann ein. Auch erinnere ihn das Fresko, das ein wichtiges Motiv beim Rue-thenfest ist, an Ingo Lehmann als Kinderfreund. "Der Jungfernsprung" stehe für Ingo Lehmann als Kämpfer - zum Beispiel für weitere Arbeitsplätze. Den letzten Sieg habe dieser ja mit der Ansiedlung von Edeka errungen.

Dann hatte Wolfgang Krebs seinen viel umjubelten Auftritt. Gleich drei bayerische Ministerpräsidenten parodierte er ebenso schnell im Wechsel wie perfekt. Edmund Stoiber, Günther Beckstein und Horst Seehofer wussten gut Bescheid um die Verhältnisse in Landsberg, lobten den Jubilar, obwohl dieser in der falschen Partei sei (SPD), bedauerten ihn ob der Splittergruppierungen im Stadtrat wie die "unnötige Bürgervereinigung" oder den "Problembären" der BAL.

Glückwünsche erreichten den Jubilar auch vom Staatsminister a. D., Dr. Thomas Goppel, diesmal allerdings im Original und schriftlich. Er wünschte dem Stadtoberhaupt neben vielen anderen Dingen Fortune und davon "allzeit genug". Diesen Wunsch wird Ingo Lehmann gerne angenommen haben, denn in seinen Schlussworten zeigte er sich dankbar dafür, dass ihm als OB vor allem das Glück zur Seite gestanden habe: "Ohne Glück hat der beste OB keine Chance."

Sprach's, nahm eine seiner Enkelinnen an die Hand und entschwand auf den Hauptplatz, wo die große Diebold-Orgel gerade das Geburtstagsständchen anstimmte. (hön)

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