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Geltendorf

21.02.2019

Der Ex-Polizist, der allen Geltendorfern hilft

Konrad Kaspar aus Geltendorf hat im Ruhestand einen vollen Terminkalender. In Geltendorf und Umgebung ist er in vielen Bereichen ehrenamtlich tätig. Der 76-Jährige ist der Stille Held im Monat Februar.
Bild: Julian Leitenstorfer

Konrad Kaspar ist in Geltendorf in der Nachbarschaftshilfe und für Selbsthilfegruppen tätig, springt aber auch als Leihopa und Babysitter ein. Er ist der Stille Held im Monat Februar.

Sie versehen ihre Tätigkeiten, ohne großes Aufheben darum zu machen. Sie helfen, unterstützen, begleiten und gehen voran. Es sind die ehrenamtlichen Bürger, ohne die das Gemeinwohl nicht funktionieren würde. Wir, das sind der Landkreis, die Sparkasse Landsberg-Dießen und das Landsberger Tagblatt, sagen „Danke“ und stellen monatlich einen dieser „Stillen Helden“ im Porträt vor. Heute: Konrad Kaspar aus Geltendorf.

„Opa, eine Polizeigeschichte“, habe seine Enkelin als kleines Mädchen immer gebeten, erinnert sich Konrad Kaspar. Und auch die Kinder, die er ehrenamtlich betreut, sind ganz heiß auf seine Erzählungen. Konrad Kaspar war auf Streife unterwegs, hat für die Kripo bei Wohnungseinbrüchen ermittelt – „erfolgreich, wie ich glaube“ – und war schließlich die letzten 20 Dienstjahre bis zu seiner Pensionierung 2002 im Innenministerium tätig. Unter anderem war er stellvertretender Leiter der Pressestelle. Aufgrund seiner Erfahrung ist Kaspar, der seit dem Jahr 1984 in Geltendorf lebt, für viele Vereine ein willkommener Mitstreiter.

„Sie wussten, dass ich etwas von Verwaltung und Recht verstehe“, sagt Konrad Kaspar. „Sie“ – das sind die Mitglieder der Initiative Hand in Hand Geltendorf, eine ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe. Dort wurde er 2010 selbst Mitglied, nachdem er bereits vier Jahre lang verschiedene Ehrenämter ausgeübt hatte. Seit 2006, ein Jahr nach dem Krebstod seiner Frau, engagiert sich Kaspar für andere. „In meine ehrenamtlichen Tätigkeiten bin ich so reingewachsen“, sagt er.

Der Ex-Polizist, der allen Geltendorfern hilft

An den Wochenende entspannt auch Konrad Kaspar mal

Konrad Kaspar leitet Krebsselbsthilfegruppen in Fürstenfeldbruck und München. Der 76-Jährige ist auch in der Förderung von Selbsthilfegruppen aktiv und gehört seit 2007 einem runden Tisch mit den Krankenkassen an. 2012 gab Kaspar einen Selbsthilfe-Kompass heraus, der alle 60 Selbsthilfegruppen im Landkreis Fürstenfeldbruck verzeichnet. Um stets aktuell zu sein, wurde aus der gedruckten inzwischen eine Online-Version.

Am Brucker Klinikum hält er einmal pro Jahr zusammen mit einem Mediziner einen Vortrag zum Thema Ernährung und Komplementärmedizin. Weitere ehrenamtliche Stunden leistet er als Mitglied im Inklusionsbeirat Fürstenfeldbruck und im Selbsthilfebeirat München – insgesamt sind es rund 68 im Monat, sagt er und zeigt auf seinen eng beschriebenen Terminkalender. „Samstag und Sonntag halte ich mir frei“, lacht er und erzählt auch, dass er freitags seinen Hauswirtschaftstag hat, da er sich allein versorgt.

Dem 76-Jährigen wird es nicht langweilig

Für „Hand in Hand“ übernimmt Kaspar viel Organisatorisches, schrieb Richtlinien und eine Geschäftsordnung. Gerade arbeitet er an einer Satzung, denn die Initiative soll aus kirchlicher Trägerschaft heraus eigenständig werden. Vor Kurzem wurde er zum Datenschutzbeauftragten ernannt. Darüber hinaus koordiniert er die Einsätze der Helfer, wie Fahrdienste zu Arztterminen im Auto der Vereinigung. „Alle Anrufe kommen bei mir auf einem Handy an und ich versuche dann jemanden zu finden, der einen Termin übernehmen kann“, erzählt Konrad Kaspar. „Wenn sich niemand findet und ich Zeit habe, fahre ich selbst“, sagt er.

Er ist auch gerne als Leihopa unterwegs

Das komme pro Woche zwischen zwei und drei Mal vor – „wie bei den anderen auch“. Einige Male im Jahr hilft Konrad Kaspar anderen bei der Gartenarbeit – neben der Aufmerksamkeit, die sein eigener großer Garten mit Teich und Pool fordert. Da er „sonst nichts zu tun“ habe, wie er sagt, arbeitet der 76-Jährige auch noch maßgeblich an einem Kommentar zum Personalvertretungsrecht in Bayern mit – ein Werk, für das vier Nachträge pro Jahr erscheinen.

Als Leihopa betreute er Kinder von Berufstätigen, holte die Kleinen vom Kindergarten ab, bekochte sie, spielte mit ihnen oder sprang auch mal als Babysitter ein. Eine eigene Tochter und zwei mittlerweile erwachsene Enkel ermöglichten ihm, ausreichend Erfahrung auf diesem Gebiet zu sammeln.

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