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Bürgerversammlung

11.02.2015

Der Versuch eines Lobes

Erpfting von Norden aus gesehen. Freie Flächen rund um das Dorf wünschen sich etliche Bewohner, die sich gegen Aufforstungsmaßnahmen aussprechen.
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Erpfting von Norden aus gesehen. Freie Flächen rund um das Dorf wünschen sich etliche Bewohner, die sich gegen Aufforstungsmaßnahmen aussprechen.

In Erpfting müssen OB und Verwaltung Kritik einstecken. Vor allem für den Winterdienst

Es sind altbekannte Themen, die die Erpftinger Bürger beschäftigen: die Aufforstungen der Stadt auf landwirtschaftlichen Flächen, die Musterklage gegen die Erhebung von Gebühren für den Straßenausbau und die Brunnen entlang der Hauptstraße, die seit etlicher Zeit nicht laufen. Neu hinzu kamen bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Zur Sonne der Ärger über den Winterdienst und der Wunsch des Arbeitskreises nach einem Entwicklungsplan für das Dorf, in dem festgelegt werden soll, wie sich der Stadtteil Erpfting in den nächsten 20 bis 30 Jahren entwickeln soll.

„Was ist 2015 geplant?“ war eine von vielen Fragen des Arbeitskreises, die Oberbürgermeister Mathias Neuner beantwortete. Er nannte die Ertüchtigung des Jugendplatzes für rund 40000 Euro und den Kauf eines Bushäuschens, das an der Schule 20 bis 25 Personen Platz bieten könne (Kosten: rund 30000 Euro). Alle 70 Kinder, die dort morgens auf den Bus warten, könnten sich aber nicht unterstellen.

Derzeit werden laut Neuner drei Varianten untersucht, wie die Dorfbrunnen wieder in Gang gesetzt werden können. Wie bereits berichtet, ist die Leitung, die über ein Privatgrundstück südlich des Ortes führt, beschädigt. Als beste Lösung bezeichnete der Oberbürgermeister die Entnahme von Wasser aus dem Luibach.

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Wie bereits berichtet, sollen Anwohner der Hauptstraße, der Moosstraße sowie der Unteren und der Oberen Ringstraße nachträglich für eine Baumaßnahme aus dem Jahr 2008 Straßenausbaubeiträge bezahlen. In Absprache mit der Stadt wurde vor gut einem Jahr ein Musterverfahren aufgenommen, das im August in ein Widerspruchverfahren geändert wurde, das jetzt im Landratsamt entschieden werden soll. „Das wird sich noch etwas hinziehen“, sagte Mathias Neuner.

Wenn es in Erpfting brennt, sollte ausreichend Löschwasser vorhanden sein. Damit dies so ist, haben die Stadtwerke Landsberg mehrere Möglichkeiten geprüft, wie deren Technischer Vorstand Norbert Köhler sagte. So beabsichtige die Erpftinger Gruppe (Zweckverband zur Wasserversorgung), einen neuen Hochbehälter in Erpfting zu bauen. Daran könnte man sich beteiligen, was aber noch zwei bis drei Jahre dauern könnte.

Forstamtsleiter Gerhard Gaudlitz hatte viele Zahlen dabei. Die Gemarkung Erpfting sei 1460 Hektar groß. Seit 2001 seien dort 88 Hektar für Erstaufforstung (Wald) und Offenland-Ausgleichsflächen (Wiese) genutzt worden, was 6,3 Prozent der gesamten Gemarkung entspreche. Auch in Zukunft sollen Flächen als Ausgleich für Rodungs- und Baumaßnahmen erworben oder getauscht werden. Für Erstaufforstung stünden derzeit auf Erpftinger Flur 29 Hektar zur Verfügung. Für 2016 sei geplant, bei Bedarf rund 6,2 Hektar entlang der Straße zwischen Landsberg und Erpfting aufzuforsten.

Ein Bürger störte sich an den vorgelegten Zahlen. Aufschlussreicher wäre es, wenn Siedlungsflächen, Straßen und alle anderen nicht zur Aufforstung geeigneten Flächen außen vor blieben. Dann würde sich der Anteil der Ausgleichsflächen innerhalb der Gemarkung deutlich erhöhen. Kritik gab es auch an der Aufstellung des Flächennutzungsplanes. Der Wunsch der Landwirte, dass weniger Flächen für Erstaufforstungen zur Verfügung stehen, sei seinerzeit nicht ausreichend berücksichtigt worden. „Es wurde viel gesprochen, aber anders entschieden“, sagte eine Bürgerin. „Das wurde im Stadtrat entschieden“, sagte Forstamtsleiter Gaudlitz.

Mehr Unterstützung von der Stadt wünscht sich die Feuerwehr beim Reinigen des Feuerwehrhauses. Vor allem die großen Tore seien schwierig zu reinigen, sagte Ortssprecher Markus Salzinger. Bisher habe die Feuerwehr das Gebäude ehrenamtlich gesäubert. Oberbürgermeister Neuner sagte, dass demnächst eine Grundreinigung durchgeführt werden soll.

„Das ist der Versuch eines Lobes“, sagte ein Bürger, weil der Radweg zwischen Erpfting und Landsberg vor drei Wochen geräumt worden sei. Ansonsten kritisierte er aber den Winterdienst. Rathauschef Neuner sagte, es könne eben nicht alles geräumt werden, und nannte den Personalmangel als Grund. Dass die vom Bauhof mit dem Winterdienst in Erpfting beauftragte Firma eigenen Angaben zufolge durchaus häufiger räumen könnte (LT berichtete), wollte Mathias Neuner so nicht stehen lassen. Ihm lägen Protokolle und Aufzeichnungen von Telefongesprächen vor, die zeigen würden, dass die Firma nicht so gearbeitet habe, wie vertraglich festgelegt. Für Gelächter sorgte dann aber die Wortmeldung eines Bürgers, der berichtete, dass zumindest am Friedhof geräumt wurde – frühmorgens um fünf.

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