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Geltendorf

02.07.2020

Die Bahnstrecke Geltendorf-Lindau steht schon unter Hochspannung

Die Bahnstrecke zwischen Geltendorf und Lindau (hier bei Schwabhausen) steht jetzt zumindest testweise schon unter Strom.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Ab jetzt fließt zwischen Geltendorf und Lindau testweise Strom in der Oberleitung. Deshalb gibt es einiges zu beachten, mahnt die Bahn.

Achtung Hochspannung! Diese Warnung zieht sich seit Mittwoch auf über 150 Kilometern von Geltendorf bis Lindau. Denn die Arbeiten für die Elektrifizierung der Bahnstrecke steuern auf das Finale zu. Erkennbar wird das an einem großen Meilenstein: Im Juli schalten die DB Netze bereits abschnittsweise für Test- und Abnahmezwecke den Strom an. Deshalb mahnt die Bahn die Einhaltung neuer Verhaltensregeln an der Bahnstrecke an.

Die Deutsche Bahn und die Bundespolizei weisen aus diesem Anlass auf die Gefahren bei unbefugtem Betreten von Bahnanlagen hin. Bereits eine Annäherung zur Oberleitungsanlage und ihrer Aufhängung kann zu einem tödlichen Stromschlag führen. 15.000 Volt fließen durch die Oberleitungen. Ein Schutzabstand von 1,50 Metern müsse eingehalten werden.

In wenigen Tagen wird im Westallgäu der letzte Mast gesetzt

Alle Arbeiten an den Oberleitungen sind noch nicht abgeschlossen. Stellenweise, vor allem im westlichen Bereich Richtung Bodensee, sind noch Masten zu errichten und Oberleitungen zu montieren, heißt es in einem aktuellen Bericht der Bahn. „Das Bahnprojekt befindet sich auf der Zielgeraden. Der Endspurt findet bis Anfang August statt. In wenigen Tagen werden wir den letzten Mast setzen und den letzten Fahrdraht ziehen können“, freut sich DB-Projektleiter Matthias Neumaier.

Die Bahnstrecke Geltendorf-Lindau steht schon unter Hochspannung

Die Bahn und die Bundespolizei weisen auf folgende Verbote hin:

Das Unterschreiten des Schutzabstandes von 1,50 Metern mit dem Körper oder Gegenständen von unter Spannung stehenden Anlagenteilen.

Das Annähern an gerissene oder herabhängende oder auf dem Boden liegende Leitungsdrähte im Umkreis von mindestens zehn Metern.

Das Retten von verunfallten Personen aus dem Gefahrenbereich der Hochspannung, solange nicht ausgeschaltet und bahngeerdet wurde.

Das Besteigen der Oberleitungsmasten, Licht- oder Signalmasten in unmittelbarer Oberleitungsnähe, das Aufsteigenlassen von Drachen in der Nähe elektrisch betriebener Bahnstrecken und Freileitungen und das Herablassen von Gegenständen auf die Oberleitungen, zum Beispiel von Brücken, sowie das Gießen oder Spritzen von Flüssigkeiten.

Das Überschreiten der Durchfahrtshöhen für Straßenfahrzeuge an Bahnübergängen mit Oberleitung oder Aufenthalt von Personen auf Wagenladungen (zum Beispiel landwirtschaftlicher Fahrzeuge) während des Passierens der Bahnübergänge.

Testfahrten starten im Spätsommer

Sobald der Strom schließlich durch die letzten Meter Oberleitungen fließt, beginnen im späten Sommer und Herbst die Testfahrten, bevor im Dezember der reguläre Zugbetrieb Fahrt aufnimmt.

Die Verbesserung des Verkehrs im Fernverkehr München–Zürich und auf den Nahverkehrslinien erfolgt nach der Elektrifizierung in zwei Stufen: Ab Dezember 2020 reduziert sich die Reisezeit München–Zürich auf rund vier Stunden und ein Jahr später dann auf drei Stunden und 30 Minuten. Die Schweizer Neigetechnikzüge „Astoro“ ermöglichen eine höhere Geschwindigkeit in den Kurven und erreichen künftig auf weiten Abschnitten Tempo 160.

Mit der vom Freistaat Bayern beschlossenen Übernahme der Nahverkehrslinien München–Memmingen–Lindau durch das britische Unternehmen GoAhead im Dezember 2021 werden diese dann ebenfalls elektrisch gefahren. (lt)

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