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Igling

02.02.2020

Die Iglinger und ihr Fasching

Beim Faschingsumzug in Igling waren viele Jahre vor allem die örtlichen Vereine aktiv. Das Foto oben entstand 2016. Die Tradition reicht bis ins Jahr 1925 zurück. Das Foto zeigt Wagen und Teilnehmer der „Verjüngungskur“ - mit lebender Ratte.
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Beim Faschingsumzug in Igling waren viele Jahre vor allem die örtlichen Vereine aktiv. Das Foto oben entstand 2016. Die Tradition reicht bis ins Jahr 1925 zurück. Das Foto zeigt Wagen und Teilnehmer der „Verjüngungskur“ - mit lebender Ratte.
Bild: Lang

Plus Über 60 Wagen und Fußgruppen sind heuer beim Gaudiwurm in Igling dabei. Vor vier Jahren hatten die Veranstalter noch Probleme, Teilnehmer zu finden. So gelang die Wende.

Fasching in Igling hat Tradition. Ein Foto aus dem Jahr 1925 zeigt vier junge Männer. Sie sind verkleidet und stehen auf einem Faschingswagen. Im Jahr 1977 gründete sich ein Faschingskomitee und seither fanden in schöner Regelmäßigkeit Faschingsumzüge statt. Doch die Begeisterung der Iglinger und ihrer Nachbarn, Themen mit viel Lokalkolorit umzusetzen, wurde immer geringer. Und so fand vor drei Jahren ein Umdenken statt. Vor zwei Jahren waren erstmals große Faschingswagen aus der Region dabei, heuer haben sich für den Umzug am Samstag, 15. Februar, 50 Wagen angesagt. Das LT hat mit den Organisatoren gesprochen, wie sich der Fasching in Igling gewandelt hat.

Der Verein stellte sich personell neu auf

Bei einer Sitzung im Sommer 2017 wurden die Weichen für Veränderungen gestellt. Wolfgang Glier, der damalige Vorsitzende des Faschingsvereins, der sich aus Vertretern aller Iglinger Vereine zusammensetzt, machte nicht mehr weiter und ein neuer Vorsitzender wurde gesucht. Man einigte sich darauf, drei gleichberechtigte Vorsitzende einzusetzen. Seither sind Nicole Schleicher für die Öffentlichkeitsarbeit, Stefan Rössle für die Strategie und Christian Brückner für die Finanzen zuständig. Beisitzer sind Vertreter aller Vereine.

Die neuen Vorsitzenden setzten ihre Ideen schnell um. Zunächst wurde der Termin des Faschingsumzugs auf den Samstag vor dem Lumpigen Donnerstag gelegt. Bislang hatte sich der Gaudiwurm immer am Faschingssonntag durch den Ort geschlängelt. Der zweijährige Rhythmus wurde beibehalten. Danach wurde Werbung gemacht. „Wir waren bei anderen Umzügen, haben Vereine angeschrieben und viel telefoniert“, erinnert sich Nicole Schleicher. Die 33-Jährige ist die Vorsitzende des Sportvereins.

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Nach dem Umzug wird im Feuerwehrhaus gefeiert

Dass sich die Arbeit lohnt, zeigte sich vor zwei Jahren. Knapp 40 Wagen und Fußgruppen – letztere vor allem aus Igling – waren 2018 dabei. „Der Umzug kam gut an – bei Teilnehmern und Besuchern“, sagt Nicole Schleicher. Dass es den auswärtigen Gruppen in Igling gefallen hat, zeige sich daran, dass alle Teilnehmer aus dem Jahr 2018 heuer wieder dabei seien. Natürlich locke ein Preisgeld für die drei besten Wagen und die drei besten Fußgruppen, aber auch die Organisation und die Party danach im Feuerwehrhaus hätten den Gästen gefallen. Und so mussten sich Stefan Rössle und seine Mitstreiter unter anderem Gedanken machen, wo sie die Faschingswagen vor dem Umzug aufstellen. Zudem kämen die meisten Gruppen mit Bussen, 30 haben sich angesagt. Auch die müssen irgendwo parken.

Und so ändert sich heuer auch die Zugstrecke. Die Wagen werden in der Kitzighofer Straße aufgestellt, die Fußgruppen warten in der Schorenfeldstraße auf den Start. Allein 66 Feuerwehrleute aus den Nachbargemeinden sorgen dafür, dass es am Tag des Gaudiwurms rund um Igling kein Verkehrschaos gibt, die Vereine bewirten die Gäste entlang der Umzugsstrecke, verkaufen Tickets oder helfen als Parkeinweiser. Die Iglinger Feuerwehr selbst verwandelt das Feuerwehrhaus und das angebaute Zelt in eine Partymeile, für die Feier danach. „Fast alle Vereine aus dem Dorf helfen mit. Nur so geht’s“, sagt Nicole Schleicher.

Das erste Faschingskomitee wurde 1977 gegründet

Der Fasching in Igling hat eine lange Tradition. Die erste Überlieferung über ein fröhliches Faschingstreiben ist ein Foto aus dem Jahr 1925. Erste Ansätze, einen Umzug zu organisieren, finden sich in den 1970er-Jahren. Am 25. Februar 1977 gründete sich im Gasthaus Weißes Lamm in Unterigling ein Faschingskomitee. Im Turnus von zwei Jahren fanden danach Umzüge statt – viele Jahre im Wechsel mit der Stadt Buchloe. Als der langjährige Organisator Alois Müller aus Igling wegzog, setzten die Vereinsvorsitzenden die Tradition fort und gründeten am 18. Januar 2004 einen Faschingsverein. Vor allem die Iglinger Kommunalpolitik bot in all den Jahren Anlass für lustige und einfallsreiche Faschingsthemen.

Doch die Begeisterung der Iglinger Vereine für den Gaudiwurm nahm in den vergangenen Jahren immer mehr ab. Daran änderte auch das Engagement der Feuerwehr nichts, die seit 2008 im Feuerwehrhaus und einem Zelt nebenan die Narren bewirtet. Heuer werden die freiwilligen Helfer viel zu tun haben. Denn über 60 Gruppen bedeuten Rekordbeteiligung in Igling. Und im Landkreis dürfte der Umzug in Igling der größte sein.

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