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Landsberg

31.03.2019

Die Landsberger haben jetzt schon Lust auf die Wiesn

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5 Bilder
Wie ist es an einem Märzwochenende die Landsberger Wiesn zu besuchen? Bei 18 Grad sehr angenehm, wie Chantal Ann-Kathrin Hoffmann aus Pürgen am Samstag findet. Sie vermisst aber das Riesenrad.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Am Tag reichen T-Shirt und kurze Hose, um über die Waitzinger Wiese in Landsberg zu bummeln.  Was Gäste und Schausteller zu dem frühen Termin für die Traditionsveranstaltung sagen.

Wiesn im März, wie fühlt sich das an? Das Landsberger Tagblatt hat sich am ersten Wochenende des Landsberger Volksfests bei Besuchern und Betreibern umgehört. Festwirt Roland Rachinger ist am Freitag zuversichtlich, zumal er selbst im Festzelt die Temperaturen festlegen kann: „Wir haben schon ab 16 Uhr geheizt, es hat über 20 Grad“. Und so fühlt sich’s im Zelt auch recht angenehm an, Geräuschkulisse und Hendlduft passen, kein Unterschied zu anderen Terminen im Jahr. „Die Leute haben Lust auf Sonne, sie wollen jetzt feiern“, glaubt Rachinger. „Die Reservierungen sind so stark wie noch nie.“

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Lesen Sie dazu auch: Bei der Landsberger Wiesn wird sogar die Polizei bestohlen Landsberger Wiesn: Nicht alle bleiben friedlich

Im Festzelt ist am ersten Abend einiges los: Viele Mädchen und Frauen tragen Dirndl, die Burschen bis hin zu g’standenen Männern Lederhosen, auch die Kurze. Nackte Waden, „das passt“, heißt es von einigen Stadträten, die mit ins Festzelt ziehen. Wer sich länger draußen aufhalten will, der ist freilich froh, wenn er ein paar Textilien mehr anhat und ihm oder ihr nicht die maximal zehn Grad warme Luft ums nackte Knie streicht. Eine junge Dame, die ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen will, verrät, dass die nackten Beine unterm Dirndl nicht der Schönheit alleine geschuldet sind, sondern auch praktische Gründe haben: An den Biertischgarnituren zerreiße man sich so leicht die Strümpfe.

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Auch in der kühlen Nacht wird Karussell gefahren

Im Außenbereich des Festzelts sitzen nur wenige, wie das Ehepaar Werner und Sigi Wilhelm aus Dachau. „Wir sind auf der Rückreise von einer Deutschland-Tour mit dem Wohnmobil und wollten einen Abstecher nach Landsberg machen.“ So landeten sie auf der Landsberger Wiesn. Und als Camper hält man so ein Outdoor-Bier natürlich aus. Die Metallstangen der Fahrgeräte fühlen sich kühl an, trotzdem fahren alle mit. Es dominiert das Gekreische, der von „The King“ auf den Kopf Gestellten oder der Mitfahrer im Bavaria Ring. Die Autoscooter kreisen in ihrem Karree – es fährt sich also auch bei niedrigen Temperaturen recht gut. Selbst beim Kettenkarussell sind einige dabei: Ein jugendliches Pärchen findet, dass es von der Temperatur her in der Luft „ganz ok“ war.

Peter und Ingrid Reinacher sind mit Sohn Sebastian und Tochter Amelie auf der Wiesn. „Es ist frisch, ich hätte es lieber im Mai, oder zum Ruethenfest. Das gab’s als ich Kind war“, sagt der Landsberger. Aber wenn Landsberger Wiesn sei, gehe man auch hin – dann halt in Funktionskleidung, die wärmt.

Der Kommentar zum Thema: Eine frühe Landsberger Wiesn hat was!

Am Samstagnachmittag kann sich keiner mehr beschweren: strahlender Sonnenschein und 18 Grad. „Fast das ideale Wetter“, sagt Alexander Diebold, der das Kettenkarussell betreibt: Sonne und kein Nass. Beim Wetter gebe es keine Garantie: „In drei Wochen bin ich in Fürstenfeldbruck und in fünf Wochen in Traunstein, da hat es auch schon mal geschneit in den früheren Jahren.“

Weitere Bilder finden Sie hier:

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46 Bilder
D'Landsberger Wiesn ist eröffnet
Bild: Julian Leitenstorfer

„Das Riesenrad vermisse ich total“

Auch Chantal Ann-Kathrin Hoffmann ist im Dirndl mit nackten Beinen unterwegs. Nein, nicht ganz, sie trägt auch eine kurze Baumwollhose darunter, denn sie hat keine Lust, in einem der Fahrgeschäfte zu frieren. Für die 18-jährige Pürgenerin ist klar, dass sie mehrmals zur Wiesn kommen wird, denn „hier trifft man immer Freunde“. Der frühe Termin stört sie nicht, aber „ich vermisse das Riesenrad total“.

Die Familie Kretschmer, Heidi und Andreas Kretschmer mit den Töchtern Linda und Melanie, genießen am Samstag den Wiesnbesuch. Das frühe Datum ist kein Problem: „Ich trage ein T-Shirt“, verweist Heidi Kretschmer darauf, dass es ja warm sei. Nur wer mit Papa AndreasThe King“ fahren wird, ist noch ungewiss. Während Steckerlfisch, gebrannte Mandeln oder Schokofrüchte immer gehen, ist es beim Eis mit dem Wetter „ein Roulettespiel“, wie Sarah Diebold-Gleixner sagt. Sie verkauft knallbuntes Eis, und am Freitagabend war nur vereinzelt Kundschaft da. „Aber bei der Sonne ist das kein Thema“, so ihre Einschätzung für Samstag und Sonntag.

Abwarten, wies Wetter wird

Festveranstalter Edmund Diebold war anfangs „nicht glücklich“ darüber, dass nur noch ein Termin im März gefunden werden konnte, ein Termin, an dem beispielsweise das Riesenrad nicht frei und das Wetterrisiko hoch war. Am Sonntagnachmittag sagt er jedoch: „Das Wochenende war sehr gut, am Augsburger Plärrer ist im Vergleich nicht mehr los.“ Hauptgrund sei das tolle Wetter, die Leute wollten raus. Für das kommende Wochenende – die Wetterprognosen sind eher verhalten – will er abwarten. Und setzt auch auf den Starkbierabend am Sonntag als neue Attraktion.

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