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Bürgermeisterwahl

22.11.2017

Dienhausen schickt keinen Kandidaten ins Rennen

Der beschauliche Denklinger Ortsteil Dienhausen schickt bei der Bürgermeisterwahl keinen Kandidaten ins Rennen.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Die Bewerber ums Bürgermeisteramt in Denklingen stehen nicht gerade Schlange. Jetzt ist auch klar, was Meinrad Klein mit seiner Nominierung macht.

Aus den Reihen der Freien Wählervereinigung Dienhausen steht kein Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Denklingen zur Verfügung. Das ist das Ergebnis der Aufstellungsversammlung am Dienstagabend im Feuerwehrhaus Dienhausen. Und auch Meinrad Klein, der – wie berichtet – in der Aufstellungsversammlung in Epfach überraschend zum Kandidaten gekürt wurde, hat heute in einem Telefonat mit unserer Zeitung klar signalisiert: Er steht für die Wahl zum Bürgermeister nicht zur Verfügung. Damit steht mit Andreas Braunegger, der gemeinsame Kandidat der CSU/Freien Bürger und der Freien Wählergemeinschaft Denklingen, nur ein Name auf der Vorschlagsliste.

So lange können sich Bewerber noch melden

Und damit verlängert sich auch die Frist, einen weiteren Kandidaten nachzunominieren von heute Donnerstagabend 18 Uhr auf den 30. November. Denn, so war von Andreas Graf vom Landratsamt zu erfahren: Wenn nur ein oder kein Name auf der Kandidatenliste zur Bürgermeisterwahl steht, kann die Frist bis zum 45. Tag vor der Wahl verlängert werden, die in Denklingen am 14. Januar 2018 stattfinden wird.

„Wir wollten einem möglichen Kandidaten eine Plattform bieten“, so begründete Martin Steger die Entscheidung, eine eigene Versammlung in Dienhausen einzuberufen. Gleichzeitig wolle er die Gelegenheit nutzen, das Thema „Windkraft“ wieder ins Gedächtnis zu rufen. „Die Bewilligung einer Konzentrationsfläche für Windkraftanlagen im Sachsenrieder Forst steht kurz bevor“, so Steger. Er sei überzeugt, dass die Thematik nach der Bürgermeisterwahl bald im Gemeinderat behandelt werde. „Derzeit liegt die Stellungnahme, die wir von der Freien Wählervereinigung Dienhausen im Dezember 2016 abgegeben haben, in irgendeiner Schublade“, merkte Steger in Richtung des Bürgermeisterkandidaten Braunegger an, der als Gast gekommen war. In diesem Einwand hätten er und seine Mitstreiter angemahnt, dass die geplante Konzentrationsfläche mitten im Wald direkt neben der neuen Trinkwasserquelle liege.

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Martin Steger hat Angst vor Millionengräbern

„Unser Trinkwasser ist unser höchstes Gut, das muss geschützt werden“, appellierte Steger an die Gemeinderäte und den momentan amtierenden Bürgermeister Norbert Walter. So sehr es ihn freue, dass die Wasserversorgung der Gemeinde mit dem geplanten Brunnen im Sachsenrieder Forst auf Jahre gesichert sei, so sehr treibe ihn die Sorge wegen der Windkraft um. „Wenn der Teilflächennutzungsplan in Kraft tritt, ist die Natur der große Verlierer.“ Sorge bereite ihm auch, dass so manches Großprojekt in der Gemeinde finanziell aus dem Ruder laufen könnte. Er erinnerte an die „katastrophale Entwicklung beim Friedhof in Epfach“. Dort waren die Kosten von geplanten 700.000 bis 800.000 Euro auf letztlich 1,3 Millionen Euro gestiegen.

Mit ähnlichen Bedenken blickte er auf die Projekte Bürger- und Vereinezentrum mit im Raum stehenden Kosten von zehn Millionen Euro oder den Umbau des Gasthauses Hirsch zum Rathaus mit etwa sechs Millionen Euro. „Die Großprojekte müssen überschaubar bleiben. „Ähnliche Entwicklungen wie beim Friedhof in Epfach darf es nicht mehr geben“, so Steger. Anschließend rief er dazu auf, Bürgermeisterkandidaten zu benennen. Ohne Erfolg, sodass die Veranstaltung nach einer knappen halben Stunde ohne weiteren Bürgermeisterkandidaten zu Ende ging.

Anders als in Epfach brachte sich Andreas Braunegger in Dienhausen nicht ins Gespräch. „Die Zeit, noch mal eine gemeinsame Aufstellungsversammlung einzuberufen, haben wir jetzt nicht mehr“, begründete er auf Nachfrage unserer Zeitung.

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