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Dießen

02.04.2020

Dießenerin gründet Netzwerk: „In Quarantäne? Nachbar hilft!“

Bild: Thorsten Jordan (Screenshot)

Plus Annette Scholl aus Dießen macht aus der Not eine Tugend. Um anderen in der Coronakrise zu helfen, gründet sie ein Netzwerk, das mittlerweile Tausende Mitglieder hat.

Als immer deutlicher wurde, dass das Coronavirus auch in Deutschland zu einer Gefahr werden würde, begann Annette Scholl darüber nachzudenken, wie sie Hilfe für ihre Mutter organisieren könne. Die wohnt 800 Kilometer entfernt und gehört aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe. Da der freiberuflichen Kunsthistorikerin aus Dießen klar war, dass sie nicht alleine ist mit ihren Überlegungen, und sie schon vorher Erfahrungen als Gruppenadministratorin bei Facebook gemacht hatte, gründete sie die Gruppe „In Quarantäne? Nachbar hilft!“.

Damit stieß Scholl auf überwältigende Resonanz, denn „pro Tag haben sich 1000 Leute gemeldet“, wie sie berichtet. Inzwischen hat die Gruppe über 17.000 Mitglieder und vernetzt wie ein schwarzes Brett direkt Helfende mit Hilfesuchenden. Dabei geht es um niederschwellige Hilfsangebote wie Einkaufen oder den Gang zur Post, die möglichst kontaktlos ablaufen sollen. Es habe auch einen Vorteil, dass Fremde helfen und nicht die Familie, da dann das Kontaktverbot leichter eingehalten werde, meint die 53-Jährige.

Annette Scholl

Jeder könne zwanglos der Gruppe beitreten und bundesweit Hilfe anbieten, suchen und vor allem auch organisieren. Auch wenn gerade hochbetagte Menschen weniger im Internet unterwegs sind, appelliert Annette Scholl nun an Kinder und Enkel, auf diesem Weg über große Distanzen hinweg Hilfe für ihre Lieben zu erschließen. Gerade deshalb sieht sie die Gruppe „In Quarantäne? Nachbar hilft!“ als eine gute Ergänzung zu regionalen Initiativen. Auch für Annette Scholls Mutter hat sich schon jemand gefunden, der den Einkauf erledigt.

Dießenerin gründet Netzwerk: „In Quarantäne? Nachbar hilft!“

Sie selbst sei „die Hilfe zur Hilfe“ und kümmere sich um täglich neue Anforderungen der Gruppe wie die Erstellung von Formularen und Tools. Scholl hat inzwischen auch Hilfe bekommen – Facebook sei auf sie zugekommen und habe sie mit weiteren erfahrenen Administratoren zusammengebracht. Unterstützt worden sei sie auch von der Augsburger Agentur Liquid, die Gestaltung/Design gesponsert habe.

Auch wenn sie keine vorbehaltlose Anhängerin von Social Media ist, empfindet Annette Scholl die Facebook-Gruppe momentan als eine passende Form, um in Kontakt zu kommen, da man sich hier im Gegensatz zu einer Website besser austauschen könne. (lott)

Im Netz: facebook.com/groups/coronahilfedeutschland/ . Dort gibt es auch eine interaktive Karte.

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