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Utting

16.01.2020

Diskussion in Utting: Die Jugend ist mit den Politikern nicht zufrieden

Grünen-Politikerin Katharina Schulze (Zweite von links) diskutierte in Utting darüber, wie die Jugend besser in die Politik eingebunden werden kann.
Bild: Dagmar Kübler

Plus In Utting wird mit der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katharina Schulze darüber gesprochen, wie der Nachwuchs für Politik begeistert werden kann. Ein Thema ärgert die Jugendlichen besonders.

Eigentlich wollten die Grünen in Utting dass die Grünen-Fraktionschefin im Bayerischen Landtag, Katharina Schulze, mit vielen jungen Menschen über die Kluft zwischen Jugendlichen und amtierenden Kommunalpolitikern reden. Der Diskussionsabend stand unter dem Thema „Jugend.Macht.Politik“. Bürgermeisterkandidatin Renate Standfest (Grüne) hatte dazu eingeladen. Allerdings fanden nur wenige Jugendliche den Weg in den neuen Pop-up-store der GAL in der Hofstattstraße. Dabei war die Veranstaltung auch in den sozialen Medien im Internet beworben worden. Insgesamt kamen 40 Besucher. Und die beschwerten sich unter anderem über das Alkoholverbot im Summerpark.

Junge Menschen könnten im Gemeinderat eine Art Scharnier zu Jugendlichen bilden, sagte Katharina Schulze, die selbst Schülersprecherin am Gymnasium in Gilching war und mit 24 Jahren zur Vorsitzenden der Grünen Jugend in München gewählt wurde. Prägend sei für sie auch ihr Engagement im Wahlkampf für Barack Obama im Jahr 2008 gewesen, sagt sie auf Nachfrage des LT. „Danach war mir klar: Weiter so ist nicht die Antwort, ich möchte pragmatisch die Welt retten.“ Das bedeute aus ihrer Sicht auch, die Demokratie gegen Rassisten und Rechtsextremisten zu verteidigen. „Es reicht nicht, nur marketingmäßig Bäume zu umarmen“, betonte die 34-Jährige.

Die Ideen in den Gemeinderat tragen

Unter den Teilnehmern in Utting waren auch die Gemeinderatskandidaten der GAL Jonathan Auer (18), Jakob Kettler (30) und Lisa Vogt (31). Vogts Idee, einen Jugendbeirat ins Leben zu rufen, befürwortete die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag. Dieser soll sich nach dem Willen Vogts aus Jugendlichen, aber auch älteren Menschen, die sich für Jugendbelange interessieren, zusammensetzen und parteilos sein. Ziel sei es, Ansprechpartner und Sprachrohr der Jugend im Ort zu sein und deren Ideen in den Gemeinderat zu tragen.

Diskussion in Utting: Die Jugend ist mit den Politikern nicht zufrieden

Auch der Landsberger Stadtrat Jost Handtrack konnte einem Jugendbeirat nur Gutes abgewinnen. „Der Jugendbeirat in Landsberg ist für viele ein Sprungbrett in die Politik“. Die Jugendlichen engagierten sich mit konkreten Projekten und blieben nicht nur in der Theorie.

Ein Jugendhaus im Container?

In der Diskussion wurde klar, dass die Gemeinde durchaus etwas für die Jugend tun will, so wurde etwa kürzlich eingewilligt, am Rathaus ein provisorisches Jugendhaus in Form von Containern aufzustellen. Beantragt hatte dies die Junge Union Utting. Jedoch wurde dazu die Zusammenarbeit mit Jugendlichen, die auch Verantwortung übernehmen wollen, gewünscht, um beispielsweise Fragen wie Beaufsichtigung zu klären. Vom Angebot der Gemeinde, vor der nächsten Gemeinderatssitzung eine Stunde für die Jugend zu reservieren, wurde jedoch kein Gebrauch gemacht.

Jonathan Auer warnte davor, daraus zu schlussfolgern, die Jugend habe nur Wünsche, jedoch kein Interesse an der Mitarbeit. Dies treffe nicht zu. Jakob Kettler ergänzte dazu, dass die eigene Teilhabe an Projekten vielen Jugendlichen als abstrakt erscheine. Es gelte, Schnittpunkte zu schaffen und die Kommunikation zu stärken.

Ärger über Alkoholverbot im Summerpark

Sehr unzufrieden ist die Uttinger Jugend – wie sich bei der Diskussion zeigte – mit dem Alkoholverbot und den Kontrollen durch den von der Gemeinde beauftragten Sicherheitsdienst im Summerpark. Es gäbe keine Treffpunkte mehr für die Jugend, überall sei sie mittlerweile unerwünscht. „Wir wurden vor 20 Uhr schon aus dem Summerpark geschmissen und fies behandelt“, beschwerte sich eine junge Frau. Auch Erwachsene, die nachts im Strandbad nur den Sternenhimmel betrachten wollten, würden zum Gehen aufgefordert, sagte eine Mutter.

Eine Entscheidung von Fall zu Fall fänden die anwesenden Jugendlichen gerecht: „Wer sich leise verhält und ein Bier trinkt, kann bleiben. Gehen müssen sollten nur die, die Randale machen.“ Dass der Jugend auch das gemeinsame Miteinander im Dorf wichtig sei, sagte Jonathan Auer. Es sollte mehr Aktionen und Angebote für Menschen jeden Alters geben.

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