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Fuchstal

27.04.2019

Drei weitere Windräder fürs Fuchstal

Vier Windräder gibt es in Fuchstal bereits. Drei weitere sollen im kommenden Jahr errichtet werden. Der Gemeinderat machte dafür jetzt den Weg frei.
Bild: Andreas Hoehne

Der Gemeinderat Fuchstal beschließt wichtige Maßnahme, um das Projekt voranzutreiben. Der Bau der Anlagen könnte im kommenden Jahr beginnen. Jahrelanger Widerstand aus der Nachbargemeinde.

Windkraftanlagen erzeugen seit dem Jahr 2016 in der Gemeinde Fuchstal elektrische Energie, drei weitere sollen hinzukommen. Das Vorhaben hat jetzt eine weitere Hürde genommen. Die Gemeinderäte stimmten bei zwei Gegenstimmen dafür, den Antrag auf eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung beim Landratsamt Landsberg zu stellen. Mit diesem Verfahren werden mögliche schädliche Umwelteinwirkungen geprüft. Denkbar ist, dass die drei zusätzlichen Windräder im kommenden Jahr errichtet werden, informierte Simon Maier vom Landsberger Planungsbüro Robert Sing.

Lesen Sie dazu auch: Fuchstaler Windenergie: Kaltental blitzt erneut vor Gericht ab

Für wenig Begeisterung dürfte die Nachricht in der Nachbargemeinde Kaltental (Landkreis Ostallgäu) sorgen. Die Gemeinde hatte ab dem Jahr 2015 die Gerichte angerufen, um die bereits bestehenden Anlagen zu verhindern. Kaltental scheiterte vor dem Verwaltungsgericht München aber 2016 mit der Klage gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Landratsamtes Landsberg. Auch ein Normenkontrollantrag gegen den Teilflächennutzungsplan zur Steuerung der Windkraft der Gemeinden Fuchstal, Reichling und Vilgertshofen wurde vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof im vergangenen Oktober abgewiesen.

Drei weitere Windräder fürs Fuchstal

Der wirtschaftliche Vorteil?

Der Planer Simon Maier erläuterte in der Sitzung des Gemeinderats, dass einen Teil der vorhandenen Anfahrtswege zu den bestehenden Anlagen mitgenutzt werden könne. Etwa auf Höhe des Waldparkplatzes würde man dann auf Waldwegen das Aschtal queren und den Standort im Gemeindewald ansteuern, der etwa 1200 Meter östlich der Bestandsanlagen und im Geltungsbereich des Teilflächennutzungsplans Windkraft liegt.

Von dort werde eine etwa vier Kilometer lange Stromleitung zum vorhandenen vierten Windrad gebaut, so dass die Netzeinspeisung ebenfalls in Bidingen erfolgen kann. Diese Mitbenutzung der Leitungen und Wege müsse man der bestehenden Bürgerwindkraftgesellschaft vergüten, erläuterte Maier. Ein wirtschaftlicher Vorteil sei, dass die neuen Anlagen aufgrund der gesunkenen Nachfrage günstiger in der Anschaffung seien. Gleichzeitig seien sie mit 4,2 bis 4,5 Megawatt deutlich leistungsstärker als die Bestandsanlagen, die es auf drei Megawatt bringen.

Windschwache Gebiete und die Vergütung

Die Vergütung liege aber ebenfalls niedriger, so der Planer. Denn es gebe seit 2017 keine festen Sätze nach dem Erneuerbaren Energiengesetz (EEG) mehr, stattdessen müsste man nach dem Abschluss des Genehmigungsverfahrens an einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur teilnehmen. Hier werde ein bestimmtes Leistungsvolumen ausgelobt. Da die eingegangenen Gebote seit einiger Zeit die angesetzte Menge nicht erreichten, könne man mit dem Höchstsatz von 6,2 Cent je Kilowattstunde Strom rechnen, so Maier.

Dies werde, da man in einem windschwachen Gebiet baue, noch mit dem Faktor 1,29 multipliziert, so dass man ziemlich genau auf eine Vergütung von acht Cent komme. Bei den Bestandsanlagen gibt es noch 8,9 Cent je Kilowattstunde. An dieser Stelle könnte man bei einem Misserfolg der Ausschreibung die weitere Planung abbrechen. Fest steht bereits, dass die neuen Anlagen mit 208 bis 216 Metern etwas höher ausfallen als die 200 Meter im Bestand. Derzeit werde noch das Gutachten zur Schallentwicklung und Beschattung erstellt, Einwände der Bundeswehr und des Artenschutzes seien vom Tisch, so Maier.

Im Finanzplan der Gemeinde für die Jahre 2020 und 2021 sind für das Vorhaben 1,5 Millionen Euro eingeplant. An den Bestandsanlagen hatte sich Fuchstal mit 3,2 Millionen Euro beteiligt.

Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg sagte in der Gemeinderatssitzung, dass er von Bürgern keine Kritik an dem Vorhaben vernommen habe. Vielmehr habe er Anfragen erhalten, ab wann man sich an dem Bürgerprojekt finanziell beteiligen könne. Unter den 116 Kommanditisten des vorhandenen Windparks befanden sich etwa 30 Fuchstaler Bürger.

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