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Dießen

13.07.2018

Es groovt am Ammersee, bei Tag und bei Nacht

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Sonne pur in den Dießener Seeanlagen. Das Festival Kultur am See findet noch bis einschließlich Samstag statt.
Bild: Jürgen Rogner

Das Festival „Kultur am See“ startet in Dießen mit einem Sonnentanz des Organisators. Dann geht es bei prächtigem Wetter mit Jazz, Soul und Funk weiter.

Johannes Dornhofer hat am Donnerstagmorgen, wie er augenzwinkernd erzählt, „einen Sonnentanz aufgeführt“. Und seine Gelenkübung wurde erhört. Strahlender Glanz über den Dießener Seeanlagen püntklich zum Auftakt der sechsten Auflage von „Kultur am See“. Da zeigt sich kein Wölkchen am Himmel, das den Blick auf die Bühne trüben würde. Am Debüttag gibt es jedenfalls Sonne satt. Damit die Musiker kraftvoll loslegen können. Und das tun sie.

Drei Tage, sechs Bands

Dornhofer ist seit jeher der große Zampano hinter dem Festival „Kultur am See“, das traditionell an drei Tagen hintereinander stattfindet, mit je zwei Bands, die um 18 beziehungsweise 21 Uhr ihre Sets absolvieren. Der 56-jährige in Dießen Lebende ist zusammen mit seinem Kompagnon Claus Lehmann von Beginn an der Drahtzieher hinter „Kultur am See“, das von Sponsoren getragen wird. Diesen Sommer bereits zum sechsten Mal in Folge.

Am ersten Tag geben sich alte „Kultur am See“-Bekannte zum frühen Termin die Ehre: The Finest Four aus Utting. Das Quartett hat sich vor drei Jahren bei diesem Festival gefunden, wie sich Keyboarder und Sänger Markus Minarik schmunzelnd erinnert: „Eigentlich waren wir ein Trio“, berichtet der gebürtige Österreicher, „doch Johannes hat mir immer eingeflüstert: „Bei euch fehlt noch ein Mitstreiter, damit euer Paket komplett ist.“ Ich habe mich daran erinnert, dass es diesen großartigen Jazz-Gitarristen Bernd Hess aus München gibt, der unbedingt bei uns mitmischen wollte. Also haben Schlagzeuger Hans und Bassist Uli, die übrigens beide aus Dießen stammen, sein Flehen erhört“, so Minarik, „seitdem sind wir ein Vierer“.

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Entspanntes und Rohes

Und was für einer – selbstbewusst kündigen sich The Finest Four unter dem Label „Virtuoso Rock“ an. Dem sie unbedingt gerecht werden. Zumindest für Anhänger von einem Mix aus Westcoast- und Southern Rock-Sound in Personalunion. Was konkret bedeutet: Zu hören gibt es die Entspanntheit von Bands wie Eagles oder Doobie Brothers, gepaart mit der Rohheit von Lynyrd Skynyrd oder den Allman Brothers. Der wuchtig grollende Sound, der auch an Bruce Hornsby oder Little Feat erinnert, besteht aus einem homogenen Mix aus eigenen Kompositionen und Covers.

Während erstere sich eher Jazz und Blues verschrieben haben, „verleihen wir Stücken etwa von Seal, Bob Dylan oder Robbie Williams unseren ganz eigenen Anstrich“, sagt Minarik. „Bei uns bleibt nur das Fragment der Komposition übrig. Rhythmus und der Rest kriegen ihre ganz spezielle, individuelle Note.“ Das von Minute zu Minute zahlreicher werdende Publikum bekommt bei solchem Anspruch immer größere Augen und Ohren. Entsprechend frenetisch der Applaus.

Bis der Sound eingestellt ist

Die zweite Formation des Debütabends nennt sich Stabil und stammt aus Gauting. „Die wollten bereits seit drei Jahren bei uns auftreten“, feixt Dornhofer. „Jetzt hat das endlich geklappt. Ich freue mich sehr über die Kooperation.“

Stabil machen ihrem Namen zunächst keine Ehre. Satte 45 Minuten dauert es, ehe der Sound halbwegs eingestellt ist. Doch dann legen die stolzen elf Personen, die sich mit Haut und Haar klassischem Funk und Soul etwa von Earth, Wind & Fire, Tower Of Power oder dem „Godfather“ James Brown verschrieben haben, ordentlich los. Es gibt die volle Bläser- und Percussion-Front, dazu eine Sängerin, die es mit Aretha Franklin weitgehend aufnehmen kann, plus einen Vokalisten, der sich von Mr. Stone und seinen Sly & The Family Stone einiges abgekupfert hat.

Das Tanzvolk lässt sich nicht lange bitten

Hitzig, fiebrig und permanent dem Beat verpflichtet geht es hier zu. Das Tanzvolk lässt sich nicht lange bitten – bereits nach dem dritten Lied tummeln sich die Zappelwütigen unmittelbar vor der Bühne. Und als James Browns Klassiker „Living In America“ mächtig aus den Boxen schallt, gibt es kein Halten mehr. Ab sofort groovt sich Dießen wild durch die laue Sommernacht.

Was sind Johannes Dornhofers Wünsche und Erwartungen für die diesjährigen drei Tage „Kultur am See“? „Dass mein Sonnentanz nicht vergeblich war.“ Ansonsten würde der Organisations-Tausendsassa sich freuen, wenn möglichst viele Festival-Besucher freiwillig ihren Obolus von fünf Euro für ein Bändchen leisten würden, das an drei Eingängen verkauft wird und für alle drei Veranstaltungstage gilt. „Mit jedem Band wird direkt die Jugendarbeit des Sportvereins MTV Dießen unterstützt“, erklärt Dornhofer. „Den Restbetrag sehe ich als Anerkennung für unsere Arbeit. Damit wir die Leute auch im nächsten Sommer wieder zu „Kultur am See“ begrüßen dürfen.“

Das Programm heute und morgen

Am heutigen Freitag spielen zuerst „Yeni Toro y su Afroson“ und ab 21 Uhr die „Stimulators“. Am Samstag, 14. Juli, dem dritten Festivaltag, heizt die Band „Daddy Cool“ ab 18 Uhr auf der Bühne am See ein. Ab 21 Uhr präsentiert „Jazoum“ Funk und Soul.

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