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Landsberg

09.05.2018

Fahnenklau bringt einigen Ärger ein

Ein Fahnenklau bei einem Eishockeyspiel des ESV Kaufbeuren gegen den SC Riessersee (unser Bild zeigt eine Begegnung vom April) beschäftigte jetzt das Landsberger Amtsgericht.
Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

In einer Bierlaune nimmt ein junger Anhänger des ESV Kaufbeuren eine Fahne von Fans des SC Riessersee an sich. Daraufhin folgen ein Stadionverbot und eine Gerichtsverhandlung.

Der begeisterte Eishockey-Fan aus dem Landkreis Landsberg war am 8. Dezember 2017 beim Derby zwischen dem SC Riessersee (SCR) und dem ESV Kaufbeuren (ESVK) im Eisstadion von Garmisch-Partenkirchen „gut dabei“. Das soll nach seinen Worten heißen: Mit sieben Halbe Bier und zwei Bechern Glühwein. So beladen mit einigen Promille hatte er eine Idee: Er wollte als glühender Anhänger des ESVK eine zwölf Quadratmeter große Fan-Fahne aus dem Fan-Block des SC Riessersee klauen und diese im eigenen Fan-Bereich aufhängen. Die Idee brachte den 18-Jährigen jetzt vor Gericht. Dort kam er mit einem „blauen Auge“ davon. Jugendrichter Alexander Kessler stellte das Verfahren wegen Geringfügigkeit gegen eine Geldauflage ein.

Mit der erhofften Auslöse wurde es nichts

Ein solcher Klau, das wäre eine Schmach für die Riesserseer Fans gewesen. Die Riesserseer, so das Kalkül des jungen Mannes, würden dann die Fahne auslösen – so ähnlich wie einen geklauten Maibaum oder eine bei einer Fahnenweihe entwendete Vereinsfahne. Doch der Plan ging nicht auf, sondern brachte dem bierseligen Kaufbeuren-Fan einigen Verdruss ein. Zunächst bekam er vier Monate „Hausverbot“ für das Eisstadion in Kaufbeuren. Und einige Wochen später ein „Betreten verboten“ für alle Stadien in der 1. und 2. Deutschen Eishockey-Liga bis zum 18. April 2019.

Doch zurück zum Derby im Dezember in Garmisch-Partenkirchen: Vor Gericht schilderte er den Vorfall wie folgt: Auf dem Weg von der Toilette zu seinem Stehplatz habe er eine SCR-Fahne zwischen Spielfeld und Fan-Block auf dem Boden liegen sehen: Diese habe er sich ohne Probleme schnappen können. Weit kam er damit aber nicht. Am Haupteingang warteten schon mehrere Ordner und die Polizei auf ihn. Sie nahmen ihm die Fahne ab. Die Strafanzeige ließ nicht lange auf sich warten. Vor Gericht räumte der Mann die Tat ein. Er bestritt jedoch, dass er die zunächst entwendete drei mal vier Meter große Fahne mit nach Hause nehmen wollte.

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Spaß beim Eishockey ohne Alkohol? Nicht so einfach

Nachdem das Thema vor Gericht geklärt war, thematisierte Jugendrichter Kessler noch den reichlichen Alkoholgenuss: „Und wie war das mit dem ‚Vorglühen’ mit seinen Freunden vor dem Derby in Garmisch-Partenkirchen?“, wollte er wissen: „Wir haben in einer Wirtschaft in Kaufbeuren gegessen und getrunken. Zwei oder drei Bier.“ Dann seien sie mit dem Fan-Bus nach Garmisch-Partenkirchen gefahren, wo vier weitere Halbe und zwei Becher Glühwein folgten: „Da können Sie doch vom Spiel nicht mehr viel mitbekommen haben“, meinte Kessler. Diesem Vorhalt widersprach der Angeklagte nicht. Kessler wollte von ihm auch wissen, ob es denn nicht möglich sei, Spaß und Genuss beim Eishockey ohne Alkohol zu haben. Das sei schwierig, meinte der Heranwachsende.

Vor Gericht kam der Eishockey-Fan mit einem „blauen Auge“ davon. Denn das Verfahren wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt. Vom Richter wurde nur eine Auflage angeordnet. Demnach sind 250 Euro an den Tierschutzverein Landsberg zu überweisen.

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