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Jahresversammlung

19.01.2019

Feuerwehr: Kritik am Referenten

Georg Krackhardt ist Feuerwehrreferent des Stadtrats.
Bild: UBV/Archiv

Ex-Stadtrat Michael Kemény greift Georg Krackhardt an. Er wirft ihm vor, zu wenig anwesend zu sein

Die Jahresversammlung der Feuerwehr in Landsberg verlief fast bis zum Schluss routinemäßig: Kommandant Christian Jungbauer referierte über die Einsätze des vergangenen Jahres und der Vereinsvorstand wurde mit Bestätigung von Vorsitzendem Robert Peez und Lars-Hendrik Vockam als sein Stellvertreter gewählt ("Seite 28). Dann sorgte beim letzten Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anträge“ Ex-Stadtrat und Feuerwehrvereinsmitglied Michael Kemény für Brisanz.

Er thematisierte Angriffe auf Rettungskräfte, Feuerwehr und Polizei bei Unfällen und forderte mehr Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements der Feuerwehr. In diesem Zusammenhang sprach er auch den Ehrenring der Stadt Landsberg und die Diskussion um eine mögliche Vergabe an den Landsberger Seenotretter Claus-Peter Reisch im vergangenen Jahr an. Vorgeschlagen hatte dies Stadtrat Stefan Meiser. In Relation zu den vielen Leben, die die Feuerwehrleute Jahr für Jahr retten, fehlt Kemény das Verständnis für diesen Vorschlag, so der Tenor seiner Ausführungen. Dann griff er den Feuerwehrreferenten Georg Krackhardt (UBV) an, der das Bindeglied zwischen Feuerwehr und Stadtrat sein soll: „Wer sich eineinhalb Jahre bei der Feuerwehr nicht blicken lässt, ist für mich nicht Referent für Feuerwehr und Katastrophenschutz.“ Kemény betonte, dass dies seine persönliche Meinung sei und nicht die der Feuerwehr. Ganz alleine steht er aber offensichtlich nicht mit seiner Einschätzung, wie aus dem Applaus eines Teils der Feuerwehrmitglieder zu schließen war.

Jeder könne seine persönliche Sichtweise haben, sagte Vereinsvorsitzender und Versammlungsleiter Robert Peez. Er persönlich sehe es nicht so, dass der Referent die vergangenen eineinhalb Jahre „nicht da war“. Er verwies darauf, dass Georg Krackhardt gesagt habe, wann er könne und wann nicht. Krackhardt hatte zuvor bei seinen Grußworten erläutert, dass er am Florianitag, dem 4. Mai, an dem auch das neue Feuerwehrfahrzeug TLF 400 gesegnet werden soll, verreist sei. Er kündigte eine Spende von 200 Euro „in die Kasse fürs TLF 400“ an.

Georg Krackhardt, der selbst im Augenblick von Keménys Kritik kurz nicht im Raum war, bekam das Wort und bat darum, dass der Erpftinger Kommandant Marius Schweighofer stellvertretend für ihn sprechen solle. Peez lehnte es jedoch ab, dass man jetzt in ein Zwiegespräch gehe. Es sei bisher eine harmonische Veranstaltung gewesen, bei der die Feuerwehr Landsberg im Mittelpunkt gestanden habe. Er stellte es jedoch der Versammlung frei, weiter zu diskutieren.

Es meldete sich Heinrich Pflanz als langjähriges Feuerwehrmitglied zu Wort und sagte, dass der Kontakt zwischen der Stadt und der Feuerwehr gut sei. Hinsichtlich der Gewalt gegenüber Rettungskräften meinte er, dass dies Einzelfälle seien, die entarteten. „Wir sollten uns nicht in eine Opferrolle ziehen lassen“, sagte er und erhielt für seinen Beitrag großen Applaus. „Es hat noch nie so viel Anerkennung seitens der Stadt gegeben wie jetzt“, merkte Pflanz zum Schluss noch an. „Das ist auch mein Eindruck“, sagte Robert Peez und verwies darauf, dass viele Stadträte zur Versammlung gekommen seien.

Auch der Landsberger Feuerwehrkommandant Christian Jungbauer spricht auf Nachfrage unserer Zeitung von einem guten Verhältnis. Die Feuerwehr habe gute Kontakte in alle Fraktionen. „Wir sind alle Menschen und haben bestimmte Gründe, nicht jeden Termin wahrnehmen zu können“, sagte er zum Thema Anwesenheit des Feuerwehrreferenten. Es sei schön, wenn der Referent beim Florianitag da sei, doch wichtig sei, dass sich ein Feuerwehrreferent im Stadtrat bei Sachfragen für die Feuerwehr einsetze. Jungbauer kann sich in den vergangenen Jahren aber an kein Thema erinnern, bei dem es nötig war, dass der Referent gegen eine Front im Stadtrat für die Feuerwehr argumentiert. Er habe nie das Gefühl gehabt, dass der Stadtrat der Feuerwehr nicht wohlgesonnen sei, so Jungbauer. „Wir sind da sehr gut aufgehoben.“

Georg Krackhardt will sich zu Michael Kemény nicht äußern, wie er dem Landsberger Tagblatt sagte. Hinsichtlich der Arbeit des Feuerwehrreferenten solle man bei den Feuerwehren nachfragen, wie sie diese einschätzten. „Wir befinden uns wahrscheinlich schon im Wahlkampf – bedauernswerterweise“, merkt er noch zu der Kritik an.

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