Newsticker

Deutscher Ethikrat lehnt Corona-Immunitätsnachweis ab
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Für Radfahrer: Der Pfad nach Riederau soll verbreitert werden

Dießen

16.09.2020

Für Radfahrer: Der Pfad nach Riederau soll verbreitert werden

Der schmale Wiesenpfad südlich von Riederau soll verbreitert werden.
Bild: Gerald Modlinger

Plus Nur eine Idee der Dießener Freien Wähler für Radfahrer will der Dießener Gemeinderat weiterverfolgen. Dann gibt es noch ein besonderes Problem: Das sind die Einbahnstraßen.

Die Fahrradverbindung zwischen Riederau und Dießen über Bierdorf soll verbessert werden. In diesem Punkt war sich der Dießener Gemeinderat am Montagabend weitgehend einig, als über zwei Anträge der Freien Wähler zum Thema Radfahren abgestimmt wurde. Auseinander gingen die Meinungen zum weiteren Verlauf zwischen Bierdorf und Lachen. Die ebenfalls von den Freien Wählern geforderten Öffnung von Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung für Radfahrer war ebenfalls umstritten.

Drei Einbahnstraßen gibt es in der Marktgemeinde: den Reithenweg in Riederau, die Schützenstraße und ein Teilstück der Johann-Michael-Fischer-Straße (Kastanienallee) in Dießen. Derzeit ließe sich der Vorschlag der Freien Wähler nur in der letztgenannten Einbahnstraße umsetzen, wurde in der Sitzung deutlich. Keine Möglichkeit wird mit Verweis auf die Straßenverkehrsordnung und auf eine Stellungnahme der Polizei in den anderen beiden Straßen gesehen. Haupthindernis in der Schützenstraße seien die parkenden Fahrzeuge, dadurch könne die Mindestbreite für einen Fahrrad-Gegenverkehr von 3,50 Metern nicht eingehalten werden. Zum Reithenweg hieß es, die dortige Einbahnregelung von Ost nach West sei eingeführt worden, weil die Einmündung im Kurvenbereich der Staatsstraße eine Gefahrenstelle bilde. Radfahrer auch in diese Richtung fahren zu lassen, ließe sich mit dem Grund für die dortige Einbahnregelung nicht vereinbaren. Grundsätzlich möglich wäre ein Fahrrad-Gegenverkehr in der Kastanienallee. Doch hier sieht die Verwaltung keine Notwendigkeit, denn an der Ostseite der Allee befinde sich ein Fuß- und Radweg.

Gefährlicher als auf dem Geh- und Radweg

Dieser Einschätzung folgte auch der Gemeinderat: Mit 18:7 Stimmen wurde eine Freigabe für Radfahrer in der Gegenrichtung der Einbahnstraße abgelehnt. Das wäre gefährlicher als das Fahren auf dem straßenbegleitenden Geh- und Radweg, warnte Hannelore Baur (SPD) insbesondere mit Blick auf die Schulkinder, die dort unterwegs sind.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Bei der Schützenstraße bekamen die Freien Wähler auch Unterstützung von den Grünen, die schon 2012 eine Freigabe für Radfahrer entgegen der Einbahnrichtung beantragt hatten, was jedoch abgelehnt worden war. Dies wäre möglich, meinte etwa Miriam Anton, wenn in der Schützenstraße einige Parkplätze aufgelöst würden, um die nötige Mindestbreite von 3,50 Metern zu gewährleisten. Genau das wäre jedoch nicht im Sinne der Freien Wähler, machte Florian Zarbo klar: „Wir wollen keine Parkplätze in der Schützenstraße verlieren.“ Am Ende lehnte der Gemeinderat mit 14:11 Stimmen Änderungen an der Verkehrsregelung in der Schützenstraße ab.

In der Schützenstraße ist weiterhin kein Fahrrad-Gegenverkehr erwünscht.
Bild: Gerald Modlinger

Im Blick behalten will man jedoch die Situation am Reithenweg und der Einmündung in die Dießener Straße. Hier soll es vor allem darum gehen, erst einmal eine Querungshilfe an der Staatsstraße bauen zu können, was den Übergang sicherer machen könnte. Herbert Kirsch (Dießener Bürger) machte jedoch deutlich, dass man schon Jahrzehnte versuche, diesbezüglich etwas zu erreichen, bislang aber ohne Erfolg. In der Kurvenlage sei dies rechtlich voraussichtlich nicht möglich. Denkbar wäre die Errichtung einer Querungshilfe allenfalls im Zusammenhang mit einer Verlegung des Bahnübergangs. Ähnlich argumentierte Franz Sanktjohanser (Dießener Bürger). „Das Staatliche Bauamt wird an einer Querungshilfe nichts machen, solange der Bahnübergang nicht geregelt ist.“

Das Thema soll aber weiterverfolgt werden: Mit 15:10 Stimmen beschloss der Gemeinderat, dass diesbezüglich Druck aufgebaut werden soll, wie es hieß.

Weil die Einmündung an der Dießener Straße sehr unübersichtlich ist, gilt am Reithenweg in Riederau auch für Radfahrer weiterhin die Einbahnregelung.
Bild: Gerald Modlinger

Grundsätzliche Zustimmung fanden die Freien Wähler mit ihren Vorschlägen, um die Fahrradverbindung zwischen Riederau und Bierdorf zu verbessern. Mit 22:3 Stimmen wurde beschlossen, zu eruieren, wie viel es kosten würde, den über eine private Wiese verlaufenden Pfad vom Buchenweg in Richtung Bierdorf aufzukiesen und zu verbreitern (von zwei Metern war dabei die Rede). Nicht so unumstritten waren die Vorschläge zum weiteren Verlauf zwischen Bierdorf und Lachen. Da seien bereits Wege vorhanden, argumentierten beispielsweise Volker Bippus (UBV) und Jürgen Zirch (CSU), und diese könnten doch beibehalten werden.

Ein direkter Weg vom Dießener Westen nach Riederau

Grundsätzlich infrage gestellt wurde die Notwendigkeit einer solchen Fahrradverbindung von Riederau nach Dießen von Hannelore Baur. Sie verwies darauf, dass ja auf dem Seeweg geradelt werden könne. Dieser Auffassung widersprach jedoch beispielsweise Marc Schlüpmann (Grüne). Ein Weg über Bierdorf würde insbesondere den Westen von Dießen mit Riederau verbinden: „Wer in Dießen oben wohnt, fährt nicht erst an den See hinunter, um nach Riederau zu fahren“, machte er deutlich.

Lesen Sie dazu auch:

Gibt es in Dießen bald neue Wege für Radfahrer?

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren