1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Geltendorf: Trotz Gebühren gibt es keine Parkplatzgarantie

Geltendorf

26.11.2018

Geltendorf: Trotz Gebühren gibt es keine Parkplatzgarantie

Der alte Parkplatz in Geltendorf ist künftig nicht mehr gebührenfrei. Die Pendler müssen also zahlen. Wer eine Dauerkarte hat, hat aber keinen Anspruch auf einen Parkplatz.
Bild: Julian Leitenstorfer

Auf einem der drei Parkplätze in Geltendorf muss ab nächster Woche gezahlt werden. Selbst wer ein Monatsticket kauft, kann sich nicht sicher sein, dass er einen Stellplatz findet.

Keine leichten Zeiten für Pendler, die auf einen Parkplatz am Bahnhof in Geltendorf angewiesen sind: Wie berichtet, werden ab Montag, 3. Dezember, für den Parkplatz Nord, den ältesten im Bahnhofsbereich, Parkgebühren verlangt. Die Kassenautomaten mit Gebührenordnung sind bereits installiert. Betreiberin ist die Contipark Interparking Group, zu der neben anderen Gesellschaften auch die DB Bahn Park GmbH (Eigentümerin des Parkplatzes Nord in Geltendorf) gehört.

Lesen Sie dazu auch: Geltendorf: Parkplätze am Bahnhof werden gebührenpflichtig

Das Ganze ist eine kurzfristige beziehungsweise hinter verschlossenen Türen geplante Aktion der Bahn. Weder der Landkreis noch die Gemeinde Geltendorf, auf deren Flur sich die Parkflächen befinden, wurden darüber vorab informiert.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

30 Jahre hat die Gemeinde die Flächen gepflegt - für lau

Der Geltendorfer Bürgermeister Wilhelm Lehmann erfuhr von dem Vorhaben der Bahn am vergangenen Montag, bei einem Termin zum Thema „Übergabe der Verkehrssicherungspflicht“ für diesen Parkplatz, der Eigentum der Bahn Park GmbH ist. Was das bedeutet? Dessen Pflege lag mehr als 30 Jahre im Aufgabenbereich der Gemeinde Geltendorf, nach der Übergabe ist die Bahn dafür zuständig.

„Die Gemeinde hat mehr als 30 Jahre lang die Fläche gepflegt – vom Strauchschnitt bis zum Schneeräumen –, ohne einen Cent dafür zu sehen“, sagte Bürgermeister Lehmann in der jüngsten Geltendorfer Gemeinderatssitzung. „Und jetzt werden wir den Ärger der Pendler aushalten müssen, die sich vermutlich als Erstes bei der Gemeinde beschweren.“ Wie Lehmann in der Sitzung weiter ausführte, soll jetzt gemeinsam mit Landrat Thomas Eichinger ein Schreiben an die Bahn verfasst werden, in dem das Unverständnis über die Gebühren bei gleichzeitiger ständiger Knappheit der zur Verfügung stehenden Flächen zum Ausdruck gebracht werden soll.

Schlechte Karten für das geplante Parkdeck

Ursprünglich hatte Geltendorf den Parkplatz von der Bahn kaufen wollen. Im Gespräch war ein Parkdeck, das Gemeinde und Landkreis gemeinsam dort nach Möglichkeit errichten wollten, um der Parkplatzmisere am Bahnhof etwas Herr zu werden. Ein solches Parkdeck auf dem Parkplatz Süd, dessen Grundfläche sich im Eigentum der Gemeinde Eresing befindet, zu errichten, ist kaum bis gar nicht möglich. Wie Eresings Bürgermeister Josef Loy auf Nachfrage erläuterte, sei der Untergrund für eine solche Belastung nicht geeignet. Dort befand sich ein Weiher, die Statik für ein Parkdeck könne nicht gewährleistet werden. Dieses würde langsam aber sicher versinken.

Das LT hat sich bereits bei Pendlern umgehört. Was Sie zu den neuen Gebühren sagen: Parkgebühren: Was die Pendler nach der Schocknachricht sagen

Warum dürfen auf dem Parkplatz nördlich der Straße Am Bahnhof Gebühren verlangt werden und weshalb betrifft das nur einen der drei Parkplätze? Das liegt, wie Geltendorfs Bürgermeister Lehmann weiß, an einer Vereinbarung zwischen Regierung von Oberbayern und Bahn. Die Regierung hatte unter der Auflage von zeitlich begrenzter Gebührenfreiheit („Park&Ride“) die Plätze mitfinanziert. Die Bindung für den ältesten Parkplatz ist jetzt abgelaufen. Dort kann jetzt abkassiert werden, bei den beiden jüngeren Plätzen hingegen noch nicht.

Eine Schranke wird nicht installiert, dafür gibt es Kontrollen

Wie geht es weiter? Laut Sprecherin der Bahn stehen in Geltendorf insgesamt rund 750 Parkplätze zur Verfügung. Der Parkplatz Nord „P1“ mit seinen 387 Plätzen ist ab 3. Dezember gebührenpflichtig. Es gibt Stunden-, Tages-, Wochen- und Monatstickets sowie Tickets für Dauerparker. Monatsparkscheine, die am Kassenautomaten gelöst wurden, sind übertragbar. Parkscheine, die mit der App DB BahnPark gekauft wurden, sowie Dauerparkkarten sind es nicht. Der P1 bleibt unbeschrankt, die Überprüfung erfolgt durch regelmäßige Parkscheinkontrollen. Wer mangels „richtiger“ Parkfläche sein Auto auf Randstreifen, Grünflächen oder Fahrbahnen abstellt, wird ebenfalls zur Kasse gebeten. Denn „die ordnungsgemäße Belegung wird durch Kontrollen/Knöllchen sichergestellt“, heißt es seitens der Bahn.

Inhaber von Monatstickets oder Dauerkarten schauen möglicherweise öfters in die Röhre, denn laut Bahnsprecherin gibt es für sie keinen separierten Parkbereich. „Wegen der bestmöglichen Parkplatznutzung werden keine Flächen abgesperrt“, heißt es weiter. Und was gedenkt die Bahn zu tun, wenn Inhaber von Monatstickets keinen Parkplatz finden, weil es davon seit Jahren viel zu wenige gibt? Die Nutzung des Parkplatzes werde nach Einführung der Entgeltpflicht selbstverständlich beobachtet, erklärte die Sprecherin der Bahn. „Erforderlichenfalls werden wir weitere Maßnahmen ergreifen.“ Zu weiteren Ausbauplänen könne allerdings derzeit keine Aussage gemacht werden.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Radstrecke_Urlau099.JPG
Dießen

Sicherer radeln in der Lachener Straße in Dießen

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen