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Egling

03.01.2021

In Egling wird das Trinkwasser knapp

Die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung stellt in Egling zurzeit eine Herausforderung dar.
Bild: Julian Leitenstorfer/Symbolbild

Plus Rück- und Ausblick: Bürgermeister Ferdinand Holzer spricht von einer dramatischen Versorgungslage beim Wasser. Und es gibt noch einige andere Baustellen in der Gemeinde.

Frisches Wasser aus dem Wasserhahn – eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Nicht so in Egling und Heinrichshofen: Dort entwickelte sich die Trinkwasserversorgung für Bürgermeister Ferdinand Holzer zu einem großen Problem. Zwar, blickt er zurück, habe man eine Lösung gefunden, doch vom Tisch sei dieses Problem noch lange nicht.

Nach den heißen und niederschlagsarmen Sommern 2018 und 2019 stand die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung für Egling und Heinrichshofen 2020 ganz oben auf der Agenda des Bürgermeisters. „Die Lage entwickelte sich dramatisch“, sagt Ferdinand Holzer. Der Wasserverbrauch in Egling sei sehr hoch und die Trinkwasserversorgung stützte sich in den vergangenen Jahren ganz allein auf den Brunnen II im Obereglinger Holz. Dort aber habe man mit großen Schwankungen der Wassersäule zu kämpfen, obwohl noch vor fünf Jahren ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Gutachten von einem „guten und sicheren Brunnen“ sprach.

Hilfe aus Schmiechen und Landmannsdorf

Hilfe kam aus der Nachbargemeinde Schmiechen. Diese hatte einer Notversorgung zugestimmt, und so wurde in einem Kraftakt eine Leitung gebaut, mit der nun vorrangig Heinrichshofen mit Trinkwasser versorgt wird. Zwischenzeitlich sei man sich auch mit dem Zweckverband Adelburggruppe in Landmannsdorf (Aichach-Friedberg) über den angestrebten Notverbund einig geworden. Die etwa 2,3 Kilometer lange Verbundleitung zwischen Heinrichshofen und Steindorf ist nahezu fertiggestellt, berichtet Holzer im LT-Gespräch.

Ferdinand Holzer ist seit 2014 Bürgermeister in Egling.
Bild: Thorsten Jordan

Das Pumpwerk, das auch als Übergabe- und Zählerschacht für das zu liefernde Wasser ausgelegt werde, wird in Steindorf errichtet. „Mit der Fertigstellung dieses Bauwerkes rechnen wir bis etwa Mai kommenden Jahres“, sagt Holzer und informiert, dass Egling von der Adelburggruppe zwar als Gastnutzer geführt werde, aber auch regelmäßig von dort mit Trinkwasser beliefert werden wird. „Der große Druck ist damit erst mal raus“, ist Holzer froh.

Die eigenen Bohrungen blieben ohne Erfolg

Er verweist aber auch darauf, dass die Gemeinde den Hochbehälter und den Brunnen II technisch ertüchtigt habe. „Leider sind die Pegelbohrungen im Heinrichshofener Holz ohne verwertbares Ergebnis geblieben“, so der Bürgermeister.

Für weitere Großprojekte hat die Gemeinde inzwischen die Bauanträge gestellt. Die Rede ist vom neuen Schützenheim und vom Sozialen Zentrum Dorfmitte. Mit dem Neubau des Gemeindehauses an der Hauptstraße 33, gleich neben dem Rathaus, soll in Egling ein neuer sozialer Mittelpunkt des Dorfes entstehen.

Was anstelle des Gemeindehauses gebaut werden soll

Im ersten Bauabschnitt soll im westlichen Teil des Grundstücks ein Gebäude mit fünf Wohneinheiten entstehen. Deren Größe wird sich an den Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus orientieren. Mit einem Baubeginn rechnet Holzer nicht vor dem Frühjahr 2022. Erst wenn dieses Gebäude bezugsfertig ist, soll das bestehende Gemeindehaus abgerissen werden und durch einen Neubau ersetzt werden. Hier sollen neben einem Senioren- oder Dorfcafé wieder der Eine-Welt-Laden mit der Postfiliale sowie eine Gesundheitspraxis Platz finden.

Anstelle des Gemeindehauses soll in Egling soll ein Soziales Zentrum Dorfmitte entstehen.
Bild: Thorsten Jordan

Auch für eine niederschwellige Kurzzeitpflege soll Platz zur Verfügung stehen, und eventuell kann die Gemeindebücherei einziehen. Mit rund 3,7 Millionen Euro wird nach Angaben des Bürgermeisters das Gesamtprojekt „Soziales Zentrum Dorfmitte“ zu Buche schlagen.

Die neue Schießsportanlage für die Edelweiß-Schützen wird am Schulzentrum, südöstlich der Mehrzweckhalle, gebaut. Das Projekt mit zehn elektronischen Ständen für Luftdruckwaffen sowie zwei für Zimmerstutzen soll im kommenden Jahr realisiert werden. Der Finanzierungsplan weist Gesamtkosten von 730.000 Euro aus, die durch die Gemeinde, den Schützenverein und den Bayerischen Sportschützenbund getragen werden.

Das Gewerbegebiet in der Au könnte bald erschlossen werden

Im Wesentlichen abgeschlossen ist laut Holzer die Bauleitplanung für das neue Gewerbegebiet in der Au. Man hoffe im zweiten Halbjahr 2021 auf die endgültige Genehmigung, um dann das Gelände verkaufsreif zu erschließen.

Auch den geplanten Bikepark möchte die Gemeinde im kommenden Jahr realisieren. Für dieses Projekt übernimmt der Sport Club Egling (SCE) die Trägerschaft. Das Konzept wurde durch den Vorsitzenden Stefan Gollinger inzwischen im Gemeinderat vorgestellt und im Grundsatz abgesegnet.

Der SCE will den Bikepark im Zuge der Gründung einer Alpinsportabteilung in den Verein integrieren. Gebaut werden soll der Funradpark nicht wie geplant an der Skateranlage, sondern auf dem Gelände der früheren Gemeindekiesgrube, unweit des Sportgeländes. Dort soll dann auch die Skateranlage Platz finden. Detaillierte Pläne und Kostenberechnungen gibt es laut Ferdinand Holzer noch nicht.

In drei Abschnitten bis zu 110 neue Bauplätze

Neben dringenden Maßnahmen zur Sanierung des Abwasserkanalnetzes wird auch die Sanierung und Erweiterung der Kläranlage wieder Thema sein. Dank der Fortführung des Flächennutzungsplans sei man mit dem Baugebiet „Holzgasse“ schon sehr weit, allerdings hätten sich wegen der Corona-Pandemie die notariellen Abschlüsse bis in das Jahr 2021 verzögert, sagt Holzer. In drei Bauabschnitten sollen dort bis zu 110 Bauplätze geschaffen werden. „Konkrete Termine sind aber noch nicht absehbar“, so der Eglinger Bürgermeister.

Die laufenden und anstehenden Aufgaben und Projekte werden auch in Zukunft Verwaltung und Ratsgremium fordern und so hofft Bürgermeister Ferdinand Holzer: „Dass wir hinsichtlich der Corona-Einschränkungen wieder zur Normalität finden.“

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