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Schließung

06.01.2012

In der Pflugfabrik sollen neue Mieter einziehen

Die „Pflugfabrik“ ist fast leergeräumt und steht zur Miete frei – hier ist ein schmaler Gang im Mittelblock zu sehen.
Bild: Foto: Thorsten Jordan

Die letzten Maschinen in den Hallen werden abgebaut

Landsberg Die große Halle ist beinahe leer. In einer Ecke bauen Arbeiter eine der großen Maschinen ab. Jahrzehnte lang wurde hier Metall verarbeitet – geschmiedet, gefräst, geschleift und poliert. Seit Anfang November ist damit Schluss. In der Pflugfabrik, wie sie von den Landsbergern immer noch genannt wird, stehen die Räder still. Härterei und Montage sind für Eigentümer Pöttinger wirtschaftlich nicht mehr interessant. Deswegen wurde der Standort geschlossen. Der Servicestützpunkt auf der anderen Seite der Bahnlinie bleibt erhalten.

Was passiert mit dem Gelände, mit den Hallen, den Lagerräumen und dem ehemaligen Verwaltungsgebäude? „Die Firma Pöttinger hat keine Absicht zu verkaufen“, sagt OB Ingo Lehmann. Verkaufen vielleicht schon, aber offenbar zu einem Preis, den die Stadt Landsberg nicht zu zahlen bereit ist. Und so gehen die Gespräche mit Pöttinger derzeit in eine andere Richtung. Es gehe dabei um einen Weg, der in naher Zukunft am früheren Verwaltungsgebäude vorbei über die Bahnlinie zum Jugendzentrum führen soll. Klaus und Heinz Pöttinger, die Geschäftsführer des Unternehmens aus Grieskirchen in Oberösterreich, stellen gegenüber dem LT klar, dass die Vermietung künftig ausgedehnt werden soll, da weitere „sehr attraktive Flächen“ auf dem Gelände zur Verfügung stehen.

Ein eigener Industriepark ist entstanden

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In den vergangenen Jahren haben sich einige Unternehmen in leer stehenden Gebäuden angesiedelt, ein eigener Industriepark ist entstanden. Jetzt könnten neue Firmen dazukommen oder bisherige Mieter ihre Flächen vergrößern. Die Schließung der Produktion in Landsberg begründen Klaus und Heinz Pöttinger mit dem weltweiten Wachstum des Maschinenbauers aus dem Hausruckviertel. Die Kapazität von Härterei und Montage sei zu klein geworden und wäre deshalb wirtschaftlich nicht mehr interessant. Ein Großteil des Maschinenparks werde weiterhin im Konzern verwendet. Vermutlich gingen etliche Maschinen an den Standort nach Vodnany in Tschechien. Der Rest der mitunter 70 Jahre alten Maschinen wurde veräußert, teilt das Unternehmen mit.

Der letzte Arbeitstag in Landsberg war der 19. Oktober. Wie Pöttinger mitteilt, wurde für die ehemaligen Mitarbeiter ein Sozialpaket geschnürt. Die meisten der 34 Betroffenen haben mittlerweile eine neue Arbeitsstelle gefunden, wie Wolfgang Endres, der Betriebsratsvorsitzende, sagt. Nur ein paar ältere Mitarbeiter würden noch überlegen, ob sie weiter arbeiten sollen. Für alle habe es, im Rahmen des Sozialplans, eine Abfindung gegeben, deren Höhe sich an der Zugehörigkeit zum Betrieb orientierte.

„Es war fair von Pöttinger, uns frühzeitig zu informieren“, sagt Wolfgang Endres. Wie bereits berichtet, hatte die Firma im Sommer 2010 über ihre Pläne informiert. So hätten sich die Mitarbeiter in Ruhe eine neue Beschäftigung suchen können. Begehrt seien die Fachkräfte allemal gewesen. „Die Kollegen wurden teilweise von Unternehmen aus der Region angerufen“, sagt der Betriebsratsvorsitzende.

Wolfgang Endres ist jetzt im Servicestützpunkt in der Spöttinger Straße tätig. „Auch wenn die Schmiede geschlossen wurde, bauen wir Landsberg als Servicestützpunkt weiter aus“, teilen Klaus und Heinz Pöttinger mit. Seit zwei Jahren sei dort auch das zentrale Ersatzteillager für Sätechnik untergebracht. Allein in den beiden Ersatzteillagern in Landsberg und Recke in Norddeutschland lagern nach Angaben des Unternehmens über 28000 verschiedene Artikel mit einem Wert von mehr als zwei Millionen Euro. Die gut 25 Mitarbeiter in Landsberg arbeiten im Innen- und Außendienst sowie als Verkäufer.

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