Tag der Arbeit

03.05.2018

Klare Kante am 1. Mai

Wolfgang Veiglhuber vom Bildungswerk des DGB Bayern, Kreisvorsitzende Kristine Dertinger und Bürgermeister Dr. Alfred Thurner gestalteten die Vorabendfeier zum 1. Mai des DGB in Landsberg.
Bild: Walter Herzog

Der Deutsche Gewerkschaftsbund grenzt sich von den Rechten ab. Albert Thurner nimmt die SPD in die Pflicht

Der DGB-Kreisverband Landsberg hat am Vorabend des 1. Mai wieder auf den „Tag der Arbeit“ eingestimmt. Im voll besetzten Nebenzimmer des Restaurants Il Lago Di Garda konnte Kreisvorsitzende Kristine Dertinger neben dem Referenten des Abends, Wolfgang Veiglhuber vom Bildungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbunds Bayern, auch Dr. Albert Thurner begrüßen.

Dem Bürgermeister von Vilgertshofen war es vorbehalten, mit einem Grußwort in den offiziellen Teil der Versammlung einzuführen. Und Thurner zeigte sich gleich kämpferisch. Er forderte „klare Kante“ seiner Sozialdemokraten in der Regierungsarbeit und ebenso für die Gewerkschaften im Umsetzen der Forderungen für die Arbeitnehmerschaft. „Nach vier Jahren Regierungszeit müssen wir für die Menschen in unserem Land etwas bewegt haben“, sagte Thurner und konkretisierte dies mit der Forderung, eine Bürgerversicherung nicht auf die Krankenversicherung zu beschränken, sondern diese auf die Rentenversicherung auszudehnen. Die Forderung des DGB, „die Rente auf etwa 50 Prozent festzurren zu wollen“ bezeichnete Thurner als „mager“.

Mit Blick auf die Staatsregierung in München bezeichnete Thurner den Start des Ministerpräsidenten Markus Söder „zwischen brachial und holprig“. Änderungsbedarf sieht Thurner beim neuen Polizeiaufgabengesetz. Hier nannte er konkret die bis zu dreimonatige sachgrundlose Untersuchungshaft. „Ich hoffe, das Kreuz fällt ihm vor die Füße“, sagte Thurner zum Kruzifix-Erlass und gab der Hoffnung Ausdruck, dass dem Ministerpräsidenten das „Schelmenstück“, nämlich die Vereinnahmung des christlichen Symbols durch die Parteipolitik, nicht gelingen möge.

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„Wir sollten als Gewerkschaften angesichts der Entwicklungen wieder etwas zorniger werden“, diese Forderung stellte Wolfgang Veiglhuber an das Ende seiner Mai-Rede. Eine klassische Mai-Rede wolle er nicht halten, da sei er nicht authentisch, sagte der Redner. In einem kurzen Rückblick stellte er die historische Bedeutung des 1. Mai aus Sicht der Arbeiterschaft dar und arbeitete Unterschiede zur „völkischen Rechten“ heraus. „Die abhängige Beschäftigung ist der Grund dafür, dass wir uns als Einheitsgewerkschaft verstehen und das einzige Prinzip, warum bei uns jemand organisiert ist“, sagte Veiglhuber, und weiter: „Weder Religion noch die Hautfarbe, nicht die Herkunft oder sonstige Kriterien.“ Das unterscheide die Gewerkschaften von den Rechten, die der Auffassung seien, es gehe um die Gemeinsamkeit des Volkes, und sie würden entscheiden, wer zu diesem Volk gehöre. „Unser 1. Mai ist das Gegenteil des 1. Mai der Rechten“, so Veiglhuber.

Zum Ende der Veranstaltung, die von den Landsberger Dachkammersängern musikalisch umrahmt wurde, verabschiedete Roman Filgertshofer, er ist stellvertretender Kreisvorsitzender des DGB, die Vorsitzende Kristine Dertinger. Sie wird nach eigenen Aussagen nach fünfjähriger Vorstandstätigkeit das Amt der Vorsitzenden des DGB-Kreisverbandes aus familiären Gründen abgeben. Der designierte Nachfolger Dertingers ist Roman Filgertshofer. (hewa)

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