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Ohne Kultur läuft in Landsberg was falsch

Kommentar Von Alexandra Lutzenberger
08.11.2020

Kinobetreiber, Konzertveranstalter und Theaterchefs erleben im Landkreis Landsberg den zweiten Corona-Lockdown des Jahres. Warum LT-Redaktionsleiterin Alexandra Lutzenberger dieses Maßnahme nicht nachvollziehen kann.

Die Nerven liegen blank in der Kulturszene und das ist auch kein Wunder. Alle Auflagen erfüllt und trotzdem raus aus dem Rennen. Das ist schwer zu akzeptieren, auch wenn man kein Verschwörungstheoretiker oder Maskengegner ist. Denn diesmal läuft wirklich etwas falsch.

Natürlich muss man Maßnahmen ergreifen, wenn die Corona-Zahlen so wahnsinnig in die Höhe schießen. Aber muss man dann nicht auch klären, wo was falsch gelaufen ist, und nicht gerade die schließen, die sich an Vorgaben gehalten haben? Wo sind eigentlich die Regierungsvorgaben in Sachen überfüllter Personennahverkehr, überfüllte Schulbusse, Flugzeuge oder bei illegalen privaten Partys in gar nicht so privaten Clubs? Da ist es nicht gefährlich?

In den Landsberger Kulturbetrieben wurden die Regeln eingehalten

Also im Landsberger Stadttheater, in den Kinos und den Konzerten (übrigens auch in der Gastronomie) war der Abstand so groß und die Leute waren vernünftig, da hatte man keine Angst, sich anzustecken. Und: Man konnte alle Infektionswege klar nachvollziehen und Vorsorge treffen. Bei so manchem Gang zum Einkaufen über den Hauptplatz mit Demos hatte man dagegen öfter ein mulmiges Gefühl.

Urlaube im Sommer, Feste mit bis zu 100 Leuten, alles war erlaubt? Zahlen wir jetzt die Rechnung für dieses Vergnügen? Der Wiener Musiker Johannes Fleischmann hat eindrücklich erzählt, wie wichtig Kultur in Notzeiten ist und wie die Künstler versucht haben, die Besucher in den Kunsthäusern nach dem Attentat in Wien zu beruhigen, als sie die Gebäude nicht verlassen durften.

Abstand ist der beste Schutz

Das zeigt doch eindeutig, dass wir auf Kultur auch jetzt nicht verzichten können. Wir haben gute Sicherheitsvorgaben. Nutzen wir sie und setzen mit den Regeln dort an, wo Sicherheitsvorgaben bisher versagt haben und setzen beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr einfach mehr Fahrzeuge ein?

Der Geiger Johannes Fleischmann – er war mit dem Musiker Christoph Hartmann und dem Berliner Ensemble oft in Landsberg – sagt, er versteht nicht, warum er bei H&M shoppen darf, aber nicht ins Museum. Es sei in Sachen Sicherheit angesichts der Besucherzahlen für ihn nicht erklärbar. Die Zahlen gehen derzeit leicht zurück, die Menschen passen besser auf, tragen in der Innenstadt Masken. Abstand ist einfach der beste Schutz.

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