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Landsberg

28.03.2020

Landsberg: Warum Hefe derzeit fast ausverkauft ist

Monika Drexl (Ländlicher Schmankerlservice) hat immer Hefe im Gefrierschrank.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Viele wollen in Zeiten von Corona Brot backen. Doch Hefe ist derzeit knapp. Expertinnen aus dem Landkreis Landsberg verraten, welche Alternativen es gibt.

Hefe ist nicht nur ein Bestandteil traditioneller bayerischer Mehlspeisen wie Dampfnudeln, sondern auch ein Backtriebmittel zum Brotbacken. Und wohl in dieser Funktion ist Hefe im Augenblick im Landkreis Landsberg gefragter denn je. Selbst im Internet werden für Trockenhefe Lieferzeiten im April angegeben. Doch es gibt Alternativen.

Eines vorneweg: Brot gibt es beim Bäcker oder im Lebensmittelgeschäft, keiner ist bisher darauf angewiesen, sich selbst zu versorgen. „Wir bekommen derzeit von unseren Großhändlern keine Hefe und die können auch nicht sagen, wie lange es dauert“, erzählt die Filialleiterin beim Reformhaus Merk in Landsberg, Elisabeth Rock. Auch bei Sauerteig, einem weiteren Triebmittel, um Brot zu backen, gebe es schon Engpässe.

„Brot ist für alle wichtig“

Auch Monika Drexl aus Kaufering hat mitbekommen, dass es keine Hefe mehr gibt. Sie hat aber einen Vorrat in der Tiefkühltruhe: Nicht wegen der Corona-Krise, sondern als Material für den Ländlichen Schmankerl-Service Lech-Ammersee, den sie mitbetreibt. „Brot ist für alle wichtig“, hat sie ein gewisses Verständnis für die Ängste. „Ich möchte aber nicht wissen, wie viel von dieser Hefe vergammelt, da sie nicht verwendet wird.“ Sie rät dazu, die Hefewürfel einzufrieren. Wer Pizza oder einen Blechkuchen machen will, der normalerweise mit Hefeteig funktioniert, der könne auf Quark-Öl-Teig umsteigen, sagt Monika Drexl.

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Den gleichen Tipp hat auch Heidemarie Hirschfelder, die beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für die Ernährungsberatung zuständig ist. „Fürs Brotbacken benötigt man Hefe und Sauerteig oder nur Sauerteig. Wer Kuchen backen will, kann Rührteige mit Backpulver machen oder Mürbeteig“, sagt Hirschfelder. Quark-Öl- und Quark-Mürbeteig seien Alternativen zum Hefeteig für Blechkuchen.

Bei Lebensmitteln herrscht keine Notsituation

Heidemarie Hirschfelder versteht nicht ganz, warum derzeit Hefe, die vor allem als Frischhefe eine begrenzte Haltbarkeit hat, so nachgefragt ist. Der einfache Hefezopf sei eher bei der älteren Bevölkerung geschätzt und bei ihr auch die Übung vorhanden, einen lockeren Zopf hinzubekommen. Und Brot könne man jeden Tag beim Bäcker kaufen, auch in der derzeitigen Situation: „Es herrscht keine Notsituation bei Lebensmitteln.“

Lesen Sie dazu auch: Corona-Krise: "Vorratshaltung ist gut, Hamstern unsinnig"

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