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Coronavirus

27.02.2020

Landsberger Patient erzählt: So fühlte sich das Coronavirus bei mir an

Die ersten Fälle des Coronavirus in Deutschland wurden Ende Januar im Kreis Landsberg bekannt.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Ein Mann aus dem Landkreis Landsberg steckt sich mit dem Coronavirus an, reist nach La Gomera und muss dort in Quarantäne. Uns erzählt er, wie er sich gefühlt hat.

Ein 26-Jähriger aus dem Landkreis Landsberg war der erste Coronapatient in Spanien. Er hatte den Virus aus Deutschland nach La Gomera mitgebracht und war dort 14 Tage in Quarantäne. Ausgangspunkt des ersten Corona-Ausbruchs in Deutschland war die Firma Webasto in Stockdorf im Landkreis Starnberg. Dort hatte sich ein Mitarbeiter im Januar bei einer Kollegin aus China infiziert.

„Ein Spezl von mir arbeitet bei Webasto und hat sich bei diesem angesteckt“, erzählt der junge Mann. Und er habe am letzten Januarwochenende mit diesem Spezl mehrere Stunden verbracht. Zwei Tage später flog der 26-Jährige mit Arbeitskollegen in den Urlaub nach La Gomera. Und kam dort in Quarantäne , als in Deutschland bei seinem Freund, dem Webasto-Mitarbeiter, das Virus festgestellt wurde.

14 Tage Quarantäne: Corona-Patient hatte nur leichten Schnupfen

Die sechs deutschen Urlauber wurden alle untersucht, nur bei ihm wurde das Virus festgestellt. Also wurde er bis zum 14. Februar im Krankenhaus isoliert. Das Schlimmste sei für ihn die Ungewissheit gewesen, wie es weitergeht, weniger die Angst vor der Erkrankung an sich. „Es war eine blöde Situation, man fühlt sich wie ein Gefangener.“

Landsberger Patient erzählt: So fühlte sich das Coronavirus bei mir an

Und wie verlief das Coronavirus? "Bei mir war es nur ein leichter Schnupfen", erzählt der 26-Jährige. Mit solchen Erkältungssymptomen wäre er ansonsten sicherlich in die Arbeit gegangen. Unterhaltung sei im Krankenhaus nur auf Englisch möglich gewesen, er könne kein Spanisch. Mit einem Arzt und einer Schwester habe die Konversation jedoch recht gut geklappt. „Am fünften Tag hat dann auch das WLAN funktioniert“, erzählt der Corona-Patient. Ihm seien auch Bücher gebracht worden. Trotzdem sei ihm langweilig gewesen, so ganz alleine isoliert.

Seine mitgereisten Kollegen hatten das Krankenhaus nach einigen Tagen verlassen dürfen, als bei ihnen keine Symptome auftraten und bei den Proben kein Virusnachweis vorlag. Sie blieben jedoch auch während der möglichen Inkubationszeit von 14 Tagen in Quarantäne in ihrem Ferienhaus.

Landkreis Landsberg stoppt ersten Corona-Ausbruch

Während er im Krankenhaus war, bemerkte der 26-Jährige schon eine gewisse Hysterie im Bekanntenkreis im Hinblick auf die Krankheit. Der 26-Jährige hat niemanden angesteckt. Froh sei er vor allem, dass bei Freunden mit drei kleinen Kindern nichts passiert ist, zu denen er zwei Tage vor der Abreise nach La Gomera noch Kontakt gehabt habe. Mittlerweile hält sich die Hysterie in Grenzen, „Ich hänge es aber auch nicht an die große Glocke“.

In den Landkreisen Landsberg und Starnberg gelang es im Februar, den ersten Ausbruch von Corona in Deutschland zu stoppen. „Die Kontaktwege konnten schnell eingekreist werden“, erläutert der Pressesprecher des Landratsamts in Landsberg , Wolfgang Müller. Der Fokus lag auf der Firma Webasto , Kontaktpersonen der Erkrankten in den umliegenden Landkreisen wurden laut Müller schnell ermittelt und isoliert. 14 Coronapatienten wurden gefunden und in Krankenhäusern behandelt - Personen, die mit ihnen in Berührung kamen, wurden daheim isoliert. Laut Gesundheitsministerium befindet sich noch ein Patient dieser ersten Coronawelle in Bayern im Schwabinger Krankenhaus in München.

Pressesprecher Müller berichtet, dass die Quarantäne auf freiwilliger Basis stattgefunden habe. Das Landratsamt könne jedoch bei möglichen Kontaktpersonen eine häusliche Isolation anordnen, oder auch Quarantäne für tatsächlich Erkrankten und positiv getesteten Personen.

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