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08.04.2008

Nach Notlandung versucht, auf Flugplatz Sprit abzuzapfen

Die Cessna steht einsam auf einer Wiese bei Hausen. Ihr Pilot, ein 63-Jähriger aus Landshut, musste sie am Montagabend dort notlanden. Der Sprit war ausgegangen. Bei der Polizei oder dem Luftamt Südbayern hatte der Pilot seine unfreiwillige Landung nicht gemeldet. Stattdessen machte er sich zu Fuß zum Flugplatz Jesenwang auf. Nicht um Hilfe zu holen.

Von Thomas Wunder
Hausen - Die Cessna steht einsam auf einer Wiese bei Hausen. Ihr Pilot, ein 63-Jähriger aus Landshut, musste sie am Montagabend auf dem Feld zwischen dem Geltendorfer Ortsteil und Eismerszell notlanden. Der Sprit war ausgegangen. Bei der Polizei oder dem Luftamt Südbayern hatte der Pilot seine unfreiwillige Landung nicht gemeldet. Stattdessen machte er sich zu Fuß zum Flugplatz Jesenwang auf. Nicht um Hilfe zu holen. Er wollte einen Kanister mit Treibstoff füllen. Sprit aus einem abgestellten Flugzeug. Beim Abzapfen wurde er von der Polizei entdeckt, die sich auf die Suche nach dem Mann gemacht hatte.

Die Notlandung auf der Wiese im Nordosten von Hausen war nicht unbemerkt geblieben. Ein Zeuge hatte die zweisitzige Cessna C 150 bemerkt und dies bei der Landsberger Polizei gemeldet. Mehrere Polizeistreifen machten sich daher auf die Suche nach dem Piloten, der sich nach der Landung offenbar zu Fuß in Richtung Osten aufgemacht hatte. Die Suche blieb zunächst erfolglos. Erst kurz vor Mitternacht wurden Beamte der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck am Flugplatz in Jesenwang fündig und stellten den 63-Jährigen zur Rede.

Der Mann berichtete den Beamten von einem regelrechten Irrflug. Wie er sagte, war er um 16.50 Uhr in Landshut gestartet und wollte nach Straubing. Aufgrund einer Schlechtwetterfront flog er mit Zwischenlandung über Salzburg nach Jesenwang. Kurz vor dem kleinen Flugplatz im westlichen Landkreis Fürstenfeldbruck setzte der Motor aufgrund von Spritmangel aus und der 63-Jährige musste nordöstlich von Hausen notlanden.

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Ohne Menschen zu gefährden oder Sachschaden anzurichten setzte die Cessna gegen 22 Uhr auf der Wiese neben der Ortsverbindungsstraße zwischen Hausen und Eismerszell auf. Nach der Landung versperrte der Pilot das Flugzeug und ging zu Fuß nach Jesenwang. Im Gepäck hatte er einen Kanister.

Nachdem der 63-Jährige von seinem Irrflug erzählt hat, wird er nach Landsberg in die Polizeiinspektion gebracht. Von dort geht es weiter ins Landsberger Klinikum. "Der Mann hatte Probleme mit dem Kreislauf", sagt Polizei-Pressesprecher Franz Kreuzer.

Am Tag danach steht die Cessna noch bis zum späten Nachmittag auf dem Feld bei Hausen. Sie wird aufgetankt und von einem Piloten nach Jesenwang geflogen. Ob der 63-Jährige noch einmal in ein Cockpit steigen darf, ist ungewiss. Seine Notlandung, die er nicht gemeldet hat, beschäftigt jetzt das Luftamt Südbayern. Wie die Polizei meldet, wird die Flugtauglichkeit des Mannes untersucht. Die Fürstenfeldbrucker Polizei wird gegen den 63-Jährigen Strafanzeige wegen versuchten Diebstahls erstellen.

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